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DVD-Besprechung - Unglaubliche Geschichten - Vol. 1

Story:
Mit „Unglaubliche Geschichten“ entführt Produzent und Serienmacher Steven Spielberg in immer neue Reiche des Phantastischen. Ob geisterhafte Züge mitten durchs Wohnzimmer fahren, der Weihnachtsmann mit den Tücken der Neuzeit zu kämpfen hat, ein Hellseher durch Zufall einen Killer entlarvt oder Dreharbeiten zu einem Mumienfilm mit einer echten Mumie kollidieren – als Zuschauer sollte man bei Serie immer auf das Unfassbare gefasst sein.

Meinung zum Film:
Als 1985 mit „Unglaubliche Geschichten“ die erste von Steven Spielberg („Der weiße Hai“) produzierte TV-Serie ins Fernsehen kam, waren die Erwartungen groß. Offensichtlich hatte der Filmemacher 1983 bei seiner Arbeit zu „Twilight Zone: The Movie“ Freude an Kurzfilmen mit fantastischen Inhalten bekommen und anschließend eine Serie mit einem für damalige Zeiten üppigen Budget in Angriff genommen. Vor und hinter der Kamera standen ihm dabei zahlreiche bekannte Künstler zur Verfügung. Die erste Folge mit dem Titel „Der Geisterzug“ hatte Spielberg selbst als Regisseur übernommen. Generell sicherlich keine schlechte Idee, allerdings war die Geschichte von einer doch etwas zu kitschigen Familienidylle geprägt. Das phantastische Element ist in der Folge zwar durchaus vorhanden, allerdings überwiegt der Kitsch so stark, dass enttäuschte Zuschauer am Ende die Folge sind. In der 5. Episode „Die Notlandung“ hat Steven Spielberg dann seinen zweiten Auftritt als Regisseur. Diesmal in einer Doppelfolge, bei der unter anderem Kevin Coster („Mr. Brooks“) und Kiefer Sutherland („24“) zu sehen sind. Das Unglaubliche hält sich hierbei bis auf die letzten 5 Minuten allerdings komplett zurück und gibt einem recht bodenständigen Fliegerdrama viel Raum zur Entfaltung. Das Phantastische fällt am Ende sehr cartoonhaft aus und macht einiges der dramatischen Stimmung wieder kaputt. Insgesamt sind beide Spielberg-Episoden künstlerisch auf dem zu erwartenden hohen Niveau, inhaltlich können sie allerdings nur sehr begrenzt überzeugen.

Dass die Stimmung in den einzelnen Episoden sehr unterschiedlich ausfällt, wird gleich mit der zweiten Episode „Der Meteor“ von Matthew Robbins („Das Wunder in der 8. Straße“) deutlich, der schon sehr stark in Richtung überdrehte Highschool-Komödie tendiert und somit im steilen Kontrast zur ersten Episode von Steven Spielberg steht. Die anschließend folgende 3. Episode „Das letzte Gefecht“ ist am ehesten in die Kategorie „interessant“ einzuordnen. Regie führte hierbei Michael Moore, der allerdings nicht mit dem gleichnamigen Pseudo-Dokumentarfilmer („Bowling for Columbine“) verwechselt werden sollte. Bei diesem Regisseur handelt es sich um Michael D. Moore, der in erster Linie als 2nd Unit Regisseur („Jäger des verlorenen Schatzes“) in Erscheinung trat. Seine Geschichte handelt vom jungen Alamo Jobe, der von Colonel Travis aufgefordert wird, aus dem 1836 durch die Mexikaner belagerten Fort Alamo eine Nachricht an General Lefferts zu überbringen. Während es schon im Fort Zeitüberschneidungen mit der Neuzeit gibt, bei denen Touristen mitten im Kampfgetümmel Erinnerungsfotos schießen, findet sich Jobe nach dem Verlassen des Forts im ’85er San Antonio wieder. Pflichtbewusst wie er ist, versucht er dennoch seinen Auftrag zu erledigen, was zu manch interessanter Situation führt. Nach dem rührseligen Einsteig und dem netten 2. Teil, kann die 3. Episode als erste richtig überzeugen.

Der restlichen Episoden fallen teils rührselig aus, wie die Geschichte um einen in die Jahre gekommenen Zauberer in „Die Magie der Karten“, erzählen in leicht überdrehte Art von einer ganz speziellen Fernbedienung in „Außer Kontrolle“, berichten von kitschigen Romanzen zwischen der Schuld und der Liebe in „Die Himmlischen“ oder zeigen Clint Eastwoods Version eines romantischen Fantasymärchens in „Verliebt in die Kunst“. Richtig daneben ist eigentlich nur die Episode „Die Besucher“, in der Außerirdische über ein Studentenprojekt auf die Erde gelockt werden. Es ist nicht nur so, dass die E.T.s wie Teletubbies auf Drogen agieren, sondern obendrein auch drum herum nur billigster Klamauk geboten wird. Doch zum Glück bleibt dieser Reinfall ein Einzelfall, der gut zu verschmerzen ist. Ob man sich schlussendlich mit dem Gezeigten der Sammlung anfreunden kann, ist sicherlich ein strittiges Thema. Eines ist aber unumstritten – die Variation der Geschichten ist sehr vielfältig und abwechslungsreich. Wer Kurzgeschichte mit übernatürlichen Elementen und Charme, jenseits des Horrorgenres sucht, dürfte bei den „Unglaublichen Geschichten“ mindestens teilweise auf seine Kosten kommen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist für eine TV-Serie aus dem Jahre 1985 außergewöhnlich gut umgesetzt. Die Schärfe ist für das 4:3-Format in gutem Maße vorhanden, Verschmutzungen oder Defekte gibt es keine zu finden und sowohl die Farben als auch der Kontrast sind bestens abgestimmt. Auch der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 ist durchweg gut zu verstehen.

Als Extra gibt es Deleted Scenes zu einigen Episoden und ein Booklet mit Episodenführer.

Fazit:
„Unglaubliche Geschichten“ ist ein abwechslungsreiche Ansammlung phantastischer Kurzgeschichten. Die Qualität der einzelnen Episoden ist dabei schwankend, aber richtig schlecht ist nur eine davon. Das relativ hohe Budget jeder einzelnen Folge ist klar zu erkennen und auch die Künstler vor und hinter der Kamera sind alles andere als unbekannt.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,33:1
1,33:1
11 Episoden a ca. 24 Minuten und 1 Episode a ca. 45 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Deleted Scenes
  • Booklet mit Episodenführer
Unglaubliche Geschichten - Vol. 1 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Unglaubliche Geschichten - 1. Staffel
Amazing Stories - Season 1

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Eine quietschbunte, vergnügliche Mischung phantastischer Geschichten


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1985
Regie:
Steven Spielberg, Matthew Robbins, Michael D. Moore, William Dear, Peter Hyams, Bob Balaban, Donald Petrie, Burt Reynolds, Bob Clark, Phil Joanou, lint Eastwood
Drehbuch:
Steven Spielberg, Joshua Brand, John Falsey, Mick Garris u.a.
Darsteller:
Roberts Blossom, Lukas Haas, Kelly Reno, Brion James, Tom Harrison, Kevin Costner, Kiefer Sutherland, Gregory Hines, Don Calfa, Matthew Laborteaux, Leo Rossi, Dom DeLuise, Loni Anderson, Charles Durning, Dirk Benedict, Gary Coleman, Pat Hingle, Harvey Keitel, Sondra Locke, Beau Bridges

Label Deutschland :
e-m-s
Verleihstart Deutschland :
04.09.2008
Verkaufsstart Deutschland :
04.09.2008

Vertrieb Schweiz :
Impuls Home Entertainment
Verleihstart Schweiz :
04.09.2008
Verkaufsstart Schweiz :
04.09.2008