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DVD-Besprechung - Die Grosse Kriegsfilm Box
Story:
Kommandounternehmen "Radarfalle":
Der Wehrmacht fällt ein Radargerät der Engländer in die Hände. Eine Spezialeinheit der Alliierten soll es deshalb zerstören, bevor die Deutschen das Gerät zwecks Nachbau analysieren können. Dummerweise befindet es sich in einem schwer zugänglichen Labor innerhalb eines Bergmassivs.
Heiß über Afrikas Erde:
Die Engländer planen eine deutsche Panzeroffensive in eine Falle zu locken. Eine kleine Einheit von Minenlegern wird zusammen mit ein paar deutschen Soldaten im Niemandsland der Wüste zurückgelassen. Beide Seiten müssen kooperieren um zu überleben, die Deutschen bekommen jedoch Wind von dem Plan und wollen unbedingt ihre eigenen Truppen warnen. Die Spannungen innerhalb der Gruppe unfreiwilliger Verbündeter steigen stetig.
Von allen Hunden des Krieges gehetzt:
Ricardo Cloro (Gianni Garko) ist Agent des italienischen Geheimdienstes und soll den Anführer des tschechoslowakischen Widerstands eliminieren. Als er sich jedoch auf seiner Mission in eine Jüdin verliebt, die auch Kontakte zum Widerstand unterhält, beginnt Cloro an seiner Position zu zweifeln.
Der Letzte Haufen der 7. Division:
Im Jugoslawien des Jahres 1941 kämpfen serbische Partisanen unter ihrem Anführer Marco (Rod Taylor) einen verzweifelten Kampf gegen die 7. Panzerdivision unter der Leitung von Oberst Henke (Peter Carsten). Dessen Adjutant Kurt Köhler (Adam West) ist in die gleiche Frau verliebt wie Marco. Ein gnadenloser Kampf um die Freiheit und die Liebe zu dieser Frau ist die tödliche Konsequenz.
Meinung zum Film:
"Die Grosse Kriegsfilm Box" enthält vier Filme auf zwei DVDs. Dabei sind drei der Produktionen italienischer Herkunft und aus dem Jahr 1969. Lediglich "7. Division" fällt etwas aus dem Rahmen, da es sich hier um eine internationale Co-Produktion ohne italienische Beteiligung aus dem Jahr 1974 handelt. Bei "Kommandounternehmen Radarfalle" und "Von allen Hunden des Krieges gehetzt" handelt es sich um die ungeschnittenen Fassungen. "Heiß über Afrikas Erde" ist hingegen leider um etwas mehr als vier Minuten gekürzt, der Film ist aber trotzdem durchaus immer noch genießbar. Von "Der Letzte Haufen der 7.Division" gibt es hingegen seit kurzer Zeit eine serbische DVD-Fassung, die, was die Abläufe angeht, völlig anders geschnitten ist als die vorliegende deutsche Fassung und insgesamt rund 32 Minuten länger läuft. Die deutsche Fassung endet auch abrupt mitten im Abspann.
Bei "Kommando..." handelt es sich in etwa um die italienische Antwort auf "Die Kanonen von Navarone". Am Drehbuch war auch Altmeister Dario Argento ("Blutige Seide") beteiligt, während der bekannteste Darsteller, der vor allem auf fiese Typen abonnierte Henry Silva ("Der Teufel führt Regie"), hier als gnadenloser Anführer der Spezialeinheit brilliert. Der Film schildert haarklein die Abfolge des Himmelfahrtskommandos und versteht es beispielsweise durch Parallelmontagen von den Ereignissen innerhalb der deutschen Fabrik immer eine hohe Grundspannung zu halten. Die Action hält sich zwar in Grenzen, ist aber gut über den Film verteilt. Das Highlight der Box ist unbestritten "Heiß...", bei dem quasi ein Spaghetti-Western in das Kriegsgeschehen des Afrikafeldzugs verlegt wurde. George Hilton ("Django - Ein Sarg voll Blut") und Robert Hossein ("Friedhof ohne Kreuze") glänzen als sich unerbittlich bekämpfende Offiziere. Sie müssen sich jedoch von einem phänomenal aufspielenden Frank Wolff ("Gott vergibt - Wir beide nie!"), in der Rolle eines völlig durchgeknallten Kanadiers, noch in den seltenen Schatten innerhalb der Wüstenei stellen lassen. Ein wahrer Hochgenuss für die Ohren ist der stimmungsvolle Soundtrack von Maestro Bruno Nicolai ("Laßt uns töten, Companeros"), der hier alle Register seines Könnens zieht. Der Film glänzt vor allem durch seine ausgefeilte Psychologie, die die Spannungen innerhalb der inhomogenen Gruppe auf ihrem endlosen Marsch durch die Wüste, zunehmend bis zum Siedepunkt anzuheizen vermag. Die unterschiedlichen Charaktere werden dabei durch individuelle Rückblenden vertieft. Der größte Feind des Menschen sind hier neben der unerbittlichen Wüste die eigenen Kameraden, bzw. Leidensgenossen.
Auf der zweiten DVD findet sich zunächst der absolute Rohrkrepierer innerhalb dieser Box, "Von allen...". Ein völlig fehlbesetzter Gianni Garko ("Sartana") nervt hier mit extremem Overacting, während Horst Frank ("Django - Die Totengräber warten schon") mal wieder als Klischeenazi verheizt wird. Die Geschichte besitzt endlose Längen, langweilt mit vorhersehbaren Wendungen und quält den Zuschauer immer wieder mit schnulzigen Liebeleien, bei denen sich dem geneigten Zuschauer die Fußnägel aufrollen. Auch die begleitende Leierkastenmusik, fast gar nicht vorhandene Action und völlig unfähige Nebendarsteller machen den Film zur absoluten Höllenqual. Bis zum pathetisch überladenen Ende werden wohl nicht besonders viele Zuschauer durchhalten. "Der dreckige Haufen..." bietet hingegen wieder ganz ordentliche Kost mit einigen ganz passablen Actioneinlagen, an denen u.a. auch Panzer und Kampfflugzeuge beteiligt sind. In der Hauptrolle gibt Rod Taylor ("Die Zeitmaschine") einen überraschend authentisch wirkenden Partisanenführer, dem auf deutscher Seite als Gegenspieler niemand anderes als der trashigste Batman aller Zeiten, Adam West ("Batman hält die Welt in Atem"), gegenüber steht.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität der vier enthaltenen Filme ist sehr unterschiedlich. Am besten ist die Bildqualität bei "Kommando...". Der Film wartet mit einer guten Schärfe auf und beinhaltet keine Defekte oder Verschmutzungen. Die Farben wirken natürlich, aber ein wenig blass. "Heiss über..." ist an einigen Stellen, besonders zu Beginn, extrem unscharf und schlierig, über den ganzen Film gesehen ist die Schärfe aber noch in Ordnung und die Farbgebung wirkt natürlich. Technisch ein absoluter Tiefpunkt ist allerdings "Von allen Hunden..." das an ein extrem abgenudeltes VHS-Band erinnert. An Bildfehlern gibts hier das komplette Programm, begleitet von einem starken Rauschen, ausgewaschenen Farben, miserabler Schärfe und einem katastrophalen Kontrast. "Der Letzte Haufen..." ist ebenfalls kein Highlight und bietet insgesamt durchschnittliches VHS-Niveau mit starkem Rauschen, ausgewaschenen Farben, schwachem Kontrast und durchschnittlicher Schärfe. Zu Beginn gibt es außerdem zahlreiche Bildfehler und Verschmutzungen, die aber später deutlich abnehmen. Lediglich "Kommando..." bietet drei Tonspuren, Deutsch, Englisch und Italienisch. Alle anderen Filme liegen lediglich in deutscher Sprache vor, sind aber alle stets gut verständlich. Mit Störgeräuschen wie leichtem Knacksen und Rauschen oder leiernder Musik muß man aber von Film zu Film rechnen.
Im Bonusbereich gibt es lediglich den Originaltrailer zu "Heiß über Afrikas Erde".
Fazit:
"Die Grosse Kriegsfilmbox" bietet vier Kriegsfilme zum kleinen Preis fast ohne Extras. Innerhalb der Sammlung finden sich ein hervorragender Vertreter ("Heiss über..."), ein guter Vertreter ("Kommando..."), ein solider Vertreter ("Der Letzte Haufen...") und eine üble Vollgurke ("Von allen Hunden..."). Die beiden erstgenannten Filme sind technisch durchaus überzeugend, der dritte bewegt sich auf gutem VHS-Niveau und der vierte ist auch technisch ein Totalausfall. Insgesamt ist die Box für Freunde des europäischen Kriegsfilms eine klare Empfehlung.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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Kommandounternehmen "Radafalle": 88:32 Minuten
Heiß über Afrikas Erde: 80:55 Minuten
Von allen Hunden des Krieges gehetzt: 91:47 Minuten
Der Letzte Haufen der 7. Division: 81:26 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 | Englisch Dolby Digital 1.0 | Italienisch Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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- Originaltrailer zu "Heiß über Afrikas Erde"
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Kommandounternehmen "Radarfalle" / Heiß über Afrikas Erde / Von allen Hunden des Krieges gehetzt / Der Letzte Haufen der 7. Division
Probabilità zero / La Battaglia del deserto / Porta del cannone / Partizani
Vier ältere Kriegsfilme inklusive zumindest zweier positiver Überraschungen zum fairen Preis!
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien / Frankreich / Jugoslawien / Liechtenstein / Spanien / USA, 1969 / 1974 Regie: Maurizio Lucidi, Mino Loy, Leopoldo Savona, Stole Jankovic Drehbuch: Dario Argento, Giuseppe Mangione, Vittorio Vighi, Ernesto Gastaldi, Giuliano Friz, Agostino Raff, Piero Regnoli, Leopoldo Savona, Stole Jankovic, José Luis Navarro Darsteller: Henry Silva, George Hilton, Frank Wolff, Gianni Garko, Rod Taylor, Adam West
Label :
MiG Film
Verkaufsstart : 18.09.2008
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