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DVD-Besprechung - Eye in the Sky
Story:
"Piggy" ist das neueste Mitglied des in Hongkong operierenden "Surveillance Unit" (SU). Diese Einheit ist auf Überwachungseinsätze spezialisiert. Bereits ihr erster Auftrag beinhaltet die Identifizierung und Beschattung einer äußerst raffinierten Bande von Juwelendieben, die seit einiger Zeit erfolgreich Raubüberfälle auf Juweliergeschäfte verüben. Aber auch die Gangster sind sich ihres Berufsrisikos bewusst und sichern sich mit Hilfe von Beobachtern ab. Stück für Stück gelingt es der SU-Einheit unter Leitung von Sergeant Wong (Simon Yam), genannt "Schlappohr", jedoch das Netz um die Bande immer enger zu weben und sich immer näher an eine Festnahme heranzuarbeiten.
Meinung zum Film:
Regisseur Yau Nai-Hoi ist seit 15 Jahren als Drehbuchautor für Johnnie To ("Exiled") tätig. Mit "Eye in the Sky" gab er sein Regiedebüt und schrieb auch gleichzeitig wieder mit seinem Co-Autor Au Kin-Yee das Drehbuch, während Johnnie To hier die Rolle des Produzenten übernahm. Bei den Darstellern konnte er auf verdiente Kräfte zurückgreifen, während Simon Yam ("Killzone SPL") den Chef der Überwachungseinheit markiert, spielt Tony Leung Ka Fai ("Election") die Rolle seines Gegenparts auf Seiten der Verbrecherbande. Die weibliche Hauptrolle und die Aufgabe der Identifikationsfigur für den Zuschauer übernimmt mit der "Miss Hong Kong 2004", Kate Tsui ("The Sparrow"), ein noch ziemlich unverbrauchtes Gesicht im Geschäft. Der Film feierte seine Weltpremiere auf der "Berlinale 2007". Bei den "Hong Kong Film Awards 2008" wurden Regisseur Nai-Hoi und Hauptdarstellerin Kate Tsui als jeweils beste Newcomer in ihrem Metier ausgezeichnet.
Während die Diskussion um den allgegenwärtigen Überwachungsstaat mittlerweile auch Deutschland fest im Griff hat, kommt aus Hongkong ein Polizeithriller, der sich vollkommen unkritisch mit dem Thema auseinandersetzt und im Grunde das detaillierte Tagebuch einer einzelnen, groß angelegten, polizeilichen Überwachungsaktion darstellt. Der Zuschauer erlebt das Geschehen zunächst aus der Perspektive der jungen "Piggy", die von "Schlappohr" unter ihre Fittiche genommen wird und ihr fortan als väterlicher, stets gut gelaunter Lehrmeister zur Seite steht. Der Spielort der Geschichte ist der urbane Großstadtdschungel Hongkongs nebst zugehörigen Hochhausschluchten. Auf diesem Areal operiert die Überwachungseinheit mit einer Kombination aus modernster Überwachungstechnik, Zugriffen auf Datenbanken vernetzten Behörden und altmodischen Observierungstechniken mit hohem Personalaufwand. Das gezeichnete Bild der Polizeieinheit ist dabei durchgehend positiv, die gewählten Methoden sind stets korrekt und angemessen, der Überwachungsapparat wird also niemals auch nur im geringsten in Frage gestellt. Zu Beginn punktet "Eye in the Sky" vor allem mit seiner nervösen, unruhigen und allgegenwärtigen Kameraführung. Da auch die Gangster auf die absichernde Überwachung des Tatortes durch Beobachungsposten setzen und bei den Überwachungsmaßnahmen immer wieder einiges an Misstrauen an den Tag legen, verdichtet sich diese Kombination am Anfang zu einer von Paranoia geprägten Atmosphäre.
Auch wenn Kate Tsui als unbedarfter Neuling und Simon Yam als Kopf und Herz der Einheit in ihren Rollen wirklich überzeugen können, mangelt es allen Charakteren erheblich an Tiefe. Zudem ist innerhalb des Films lediglich bei "Piggy" eine charakterliche Weiterentwicklung erkennbar, während alle anderen Figuren in ihren altbekannten Verhaltensmustern verharren und ihre Beweggründe völlig außen vor bleiben. Die sehr detaillierte Schilderung der einzelnen Überwachungsmaßnahmen wirkt für den Zuschauer leider schon schnell ermüdend und bringt wenig Neues mit sich. Stück für Stück kommt die Einheit den Tätern näher und es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis diese dingfest gemacht werden können. Angesichts der amateurhaften Durchführung des Zugriffsbleibt allerdings die Frage offen, wozu die vorbereitende Observierung eigentlich so professionell betrieben wurde. Aufgrund dieses Fehlers kommt es dann auch zur einzigen, kurzen Actionszene des Films einer unspektakulären Schießerei. Viel schwerwiegender als die Eintönigkeit und Actionarmut des Film wirkt sich jedoch das letzte Drittel des Films negativ aus, in dem sich plötzlich die Zufälle in einer unerhörten Weise häufen, um die Story voranzutreiben. Jeglicher Anspruch von Realismus und Plausibilität wird damit über Bord geworfen. Hinzu kommt noch ein in seiner Mutlosigkeit erschreckendes Ende, das zur besonders am Schluss vorherrschenden düsteren Grundstimmung so gar nicht angemessen erscheint.
Digitale Aufarbeitung:
Die DVD verfügt über eine gute Schärfe, eine natürliche Farbgebung, einen ausgewogenen Kontrast und weist lediglich ein leichtes Hintergrundrauschen auf. Auf der DVD befinden sich drei verschiedene Tonspuren, die alle über eine angenehm gute Verständlichkeit verfügen. Da der Film aber fast ohne Actionsequenzen auskommt, sollte man auch keine besonderen Effekte erwarten.
Auf der DVD befindet sich lediglich ein "Blick hinter die Kulissen" (4:01). Dabei handelt es sich lediglich um ein paar unkommentierte Szenen von den Dreharbeiten.
Fazit:
"Eye in the Sky" ist ein fast actionfreier Polizeithriller im urbanen Großstadtdschungel, der völlig unkritisch und sehr detailliert die Arbeitsweise einer allgegenwärtigen Überwachungseinheit verfolgt. Leider verläuft die Story ereignisarm, die Charaktere sind flach, gegen Ende häufen sich die unwahrscheinlichen Zufälle und der Abschluss selbt stellt einen mutlosen Stilbruch dar, der den Zuschauer versöhnlich stimmen soll. Die DVD hingegen ist technisch gelungen, bietet aber keinerlei nennenswertes Bonusmaterial.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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85:55 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Kantonesisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch für Hörgeschädigte |
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Bonusmaterial:
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- Blick hinter die Kulissen
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Eye in the Sky
Gun chung
Ungewöhnlich ereignisarmer Polizeithriller im Dunstkreis einer Überwachungseinheit
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Hongkong, 2007 Regie: Yau Nai-Hoi Drehbuch: Yau Nai-Hoi, Au Kin-Yee Darsteller: Simon Yam, Tony Leung Ka Fai, Kate Tsui, Suet Lam, Maggie Siu, Lai Yiu-Cheung
Label :
Constantin Film
Verkaufsstart : 09.10.2008
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