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DVD-Besprechung - Die Sonntagsfrau
Story:
Commissario Salvatore Santamaria (Marcello Mastroianni) ist auf der Suche nach dem Mörder des Architekten Garrone (Claudio Gora). Durch einen Zufall kommt der Commissario in den Besitz eines nie abgeschickten Briefes, in dem die Lebefrau Anna Carla Dosio (Jacqueline Bisset) ihrem Freund Massimo Campi (Jean-Louis Trintignant) berichtet, dass Sie den Architekten am liebsten beseitigen würde. Doch im weiteren Verlauf stellt sich immer mehr heraus, dass manch einer aus der High Society einen Grund gehabt hätte, den widerwärtigen Architekten zu töten.
Meinung zum Film:
In den 70er Jahren waren in Italien Kriminalfilme ein großer Exportschlager und man konnte diese grob in zwei Gruppen unterteilen. Zum Einen in den Poliziesco, in denen harte Cops ohne Gnade skrupellose Banditen und korrupte Politiker jagten. Zu Anderen in den Giallo, in denen stets ein mysteriöser Killer sein Unwesen trieb und dessen Identität am Ende meist mit einer großen Überraschung offenbart wurde. Regisseur Luigi Comencini, der vielen durch seine „Pinocchio“-TV-Serie ein Begriff sein dürfte, schien ein wenig aus den gewohnten Bahnen ausbrechen zu wollen, indem er einen Krimi drehte, der zwar in gewisser Weise in Richtung Giallo tendiert, generell aber durch eine sehr heitere Note nicht in diese Genre passt. Auch Kult-Komponist Ennio Morricone („Spiel mir das Lied vom Tod“), der zahlreiche italienische Krimis mit stimmungsvollen Klängen unterlegte, schuf ein prägendes Thema für den Film, das vor allem durch seine lockere Leichtigkeit im Ohr haften bleibt, und dadurch vor allem den eher heiteren Charaktere der Geschichte trägt.
Bei der Besetzung kann sicherlich behauptet werden, dass hier alles richtig gemacht wurde. Das Dreigestirn Jacqueline Bisset („Bullitt“), Marcello Mastroianni („Achteinhalb“) und Jean-Louis Trintignant („..und immer lockt das Weib“) war zur Zeit des Drehs schon bekannt und sorgte somit schon im Vorfeld dafür, dass Interesse an dem Film aufkam. Die Rollen, in denen die Künstler besetzt wurden, sind durchaus typisch für sie. So spielt Jacqueline Bisset die verführerische, undurchsichtige Frau, die reihenweise die Männer um die Finger wickelt und sich dabei nichts sagen lässt. Marcello Mastroianni spielt den charmanten Ermittler, der mit seiner bodenständigen Art immer Herr über die Lage ist und auf eine nette und passive Weise die Geschehnisse in die von ihm gewünschte Richtung lenkt. Jean-Louis Trintignant spielt den schwer einzuschätzenden Macho, der sein Leben selbst in die Hand nimmt und sich, zumindest nach außen hin durch nichts aus der Ruhe bringen lässt.
Während die Besetzungsliste durchaus für Größeres geeignet war, schafft es „Die Sonntagsfrau“ aber nicht, dieses Potential richtig auszuschöpfen. Die Komik im Film fällt zwar für die normalerweise sehr albernen, italienischen Verhältnisse schon nahezu subtil aus, bremst die Krimihandlung aber trotzdem immer wieder aus. Spannung kommt, wenn überhaupt, nur ganz vereinzelt auf und die Jagd nach dem Mörder muss meist in die zweite Reihe zurück treten, um der Zeichnung der skurrilen Merkmale der Protagonisten Platz zu machen. Der Umstand, dass die Mordwaffe ein großer Steinpenis war, sorgt genauso wenig für den notwendigen Ernst in den Ermittlungen, wie die schwule Beziehung von Campi zu seinem Charakter passt. Und die Erklärung, er sei nur deshalb schwul, weil ihn die Kompliziertheit der Frauen stört, ist nicht unbedingt hilfreich, um seine Neigung zu verstehen. Vor allem seine Körpersprache sagt da nämlich ständig etwas ganz anderes aus. Die Auflösung des Falles hält dann eine Erklärung bereit, die wieder einmal in den letzten 10 Minuten ein weißes Kaninchen aus dem Hut zaubert, auf das vorab niemand kommen konnte. Da man sich bis dahin aber ohnehin schon daran gewöhnt hat, dass „Die Sonntagsfrau“ sich selbst nicht unbedingt ganz ernst nimmt, fällt dies aber schon nicht mehr sonderlich negativ auf. Der Film ist halt nur ein netter, witziger Krimi, der ganz ordentlichen zu unterhalten versteht, dabei aber keinen großen, bleibenden Eindruck hinterlässt. Halt so, wie man es auch von einem gewöhnlichen Spaziergang am Sonntag Nachmittag gewohnt ist.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gut aufgearbeitet worden, bietet eine angenehme Schärfe und gibt sich in Sachen Verschmutzungen und Defekte keinerlei Blöße. Lediglich in vereinzelten Szenen ist zu erkennen, dass die Farben ein wenig matt erscheinen, wie wenn ein Filter drüber gelegt worden wäre. Da sich dies aber jeweils auf die ganze Szenen auswirkt ist davon auszugehen, dass dies am Ausgangsmaterial liegt. Störend ist dies aber kaum.
Als Extra gibt es ein ausführliches Interview mit Kameramann Luciano Tovoli („Suspiria“), der auf sehr sympathische Art und Weise in Erinnerungen an die alten Tagen schwelgt. Auf der Disk befinden sich ansonsten noch eine Bildergalerie mit Werbematerial und der italienische Trailer. Der DVD-Box liegt zusätzlich noch ein Booklet bei, in dem einiges interessantes rund um „Die Sonntagsfrau“ zu erfahren ist.
Fazit:
„Die Sonntagsfrau“ ist eine harmlose Krimikomödie, die nett anzuschauen ist, allerdings keinen nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Mit ein bisschen mehr Ernsthaftigkeit wäre sicherlich mehr Unterhaltungswert drin gewesen, dieser wird aber immer wieder durch die überbetonte Komik gedrückt. Ein Film, den man sich als Freund des italienischen Kinos ansehen kann, ansonsten aber nicht unbedingt gesehen haben muss.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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104:47 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Italienisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- "Sunday Lights" mit Luciano Tovoli
- Bildergalerie mit Werbematerial
- Trailer
- Booklet
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Die Sonntagsfrau
La donna della domenica
Ein gemütlicher Film für einen Sonntag auf dem Sofa
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 1975 Regie: Luigi Comencini Drehbuch: Agenore Incrocci, Furio Scarpelli (basierend auf dem Roman von Carlo Fruttero und Franco Lucentini) Darsteller: Marcello Mastroianni, Jacqueline Bisset, Jean-Louis Trintignant, Aldo Reggiani, Omero Antonutti, Gigi Ballista, Claudio Gora, Franco Nebbia, Maria Teresa Albani, Lina Volonghi, Pino Caruso, Giuseppe Anatrelli
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 26.09.2008
Vertrieb :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 26.09.2008
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