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Blu-ray-Besprechung - Das Mädchen im Park
Story:
Julia Sandburg (Sigourney Weaver) ist verheiratet, hat zwei Kinder und träumt von einer großen Karriere als Sängerin. Eines Tages verschwindet ihre junge Tochter Maggie jedoch bei einem Parkausflug einfach spurlos. Ein schwerer Schicksalsschlag für Julia, deren Ehe daraufhin in die Brüche geht, während sich ihre Gesangskarriere ebenfalls in Luft auflöst. Ihre alte Umgebung erträgt sie auch nicht mehr. Sechzehn Jahre später ist sie immer noch nicht wirklich über dieses tragische Ereignis hinweggekommen, kehrt aber in die Nähe ihrer alten Wohnung nach New York zurück. Dort trifft sie eines Tages auf die junge Herumtreiberin Louise (Kate Bosworth). Für die psychisch angeschlagene Julia wird Louise zu einer Art Tochterersatz, bzw. zu einer zweiten Maggie. Louise macht dabei gute Miene zum bösen Spiel, kann sie doch so ihre Lebenssituation drastisch verbessern.
Meinung zum Film:
"Das Mädchen im Park" ist das Regiedebüt von David Auburn ("Das Haus am See"), der bisher als Drehbuchautor arbeitete und hier auch zusätzlich noch in dieser Funktion tätig war. Der Film erschien auf DVD noch unter dem Titel "Girl in the Park". Für einen Erstling konnte Auburn jedoch über ein mehr als beeindruckendes Ensemble verfügen. Die weiblichen Hauptrollen des ungleichen Gespanns bilden Sigourney Weaver ("Snow Cake"), der einst mit Ridley Scotts "Alien" der Durchbruch gelang, die aber auch regelmäßig in kleinen, ambitionierten Produktionen mitwirkt, und die junge Kate Bosworth ("21"), die für ihre Rolle als Lois Lane in "Superman Returns" seinerzeit wenig Beifall ernten konnte. Aber auch die Nebendarstellerriege ist durchaus imposant geraten. Julias Ex-Mann Doug wird von "Sledge Hammer" David Rasche verkörpert, Elias Koteas ("Skinwalkers") wäre gern Julias Neuer, während Alessandro Nivola ("The Eye"), als Julias Sohn Chris, und Keri Russell ("Jennas Kuchen - Für Liebe gibt es kein Rezept"), als Frau an seiner Seite, einen so starken Eindruck hinterlassen, dass sie schon wieder einen eigenen Film verdient hätten.
Mit der Besetzung der Rollen dieses Dramas hat David Auburn ein gutes Gespür bewiesen. Sigourney Weaver und Kate Bosworth bringen hier nicht nur für sich betrachtet exzellente Darbietungen, sie harmonieren auch perfekt in ihren gemeinsamen Szenen, die Chemie zwischen beiden stimmt einfach perfekt. Und trotz dieser herausragenden Darbietungen der beiden Hauptdarstellerinnen gelingt es auch den prominenten Nebendarstellern immer wieder, wichtige Ausrufezeichen zu setzen. Inhaltlich entpuppt sich "Das Mädchen im Park" als anrührendes Drama, das einer emotionalen Berg- und Talfahrt gleichkommt. Leider können auch die darstellerischen Glanzleistungen die Schwächen des Drehbuchs nicht komplett überspielen. Die Geschehnisse auf dem Bildschirm, gerade zu Beginn, wirken nämlich leider alles andere als plausibel. Zudem wird auch der Zufall gerne als die Geschichte vorantreibendes Element bemüht. Julia hat sich völlig von den Menschen zurückgezogen und führt ein tristes, einsames Leben. Sie hat sich weit von ihrer Restfamilie entfernt und gestattet es sich auch nicht sich neu zu verlieben. Trotzdem trifft sie eines Tages eine völlig unbekannte jugendliche Herumtreiberin, die sich zudem wenig sympathisch gebärdet, geht auf sie zu, leiht ihr ohne mit der Wimper zu zucken 700 Dollar und lässt sie schon kurz darauf, und das auch noch ohne Bedenken, in ihre Wohnung einziehen.
Julia projiziert das Bild ihrer verlorenen Tochter auf Louise. Es geht nicht wirklich um die Frage, ob sie vielleicht tatsächlich ihre Tochter sein könnte, sondern für Julia ist sie es fortan einfach. Louise, die von Kate Bosworth in einer Kombination aus kindlicher Unschuld und manipulativer Berechnung dargestellt wird, macht sich diese Situation zu Nutze, verstrickt sich aber auch immer wieder in ihrem Lügengeflecht. Letztendlich dominiert bei Julia aber, was sie in Louise sieht, und nicht das was Louise wirklich darstellt. Die Beziehung zu Louise ist aber auch so sehr kompliziert und wird von vielen Höhen und Tiefen begleitet. Erst taut Julia an der Seite von Louise langsam auf, beide haben gemeinsam Spaß und Julia kann ihr Leben erstmals wieder genießen. Dann aber wirft ein Vertrauensbruch sie wieder aus der Bahn und sie verfällt erneut in ihren alten Trott. An Handlungselementen sollte man nicht sonderlich viel erwarten. Zwar gibt es viele Nebenfiguren, die meisten Ereignisse dienen aber einfach nur dazu, die Beziehung zwischen den beiden Frauen besser herauszuarbeiten und deren Probleme zu verdeutlichen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der Blu-ray liegt lediglich im 1080i-Format vor und erweckt den Eindruck eines hochskalierten DVD-Formats. Tiefenschärfe gibt es so gut wie gar nicht zu erkennen und auch die Details im Vordergrund fallen am Blu-ray-Standard gemessen alles andere als vielfältig aus. Der gut ausgewogene Kontrast und die kräftigen Farben wurden zum Glück von der DVD-VÖ übernommen. Der deutsche Ton liegt im DTS-HD Master Audio 7.1-Format vor, spielt sich aber lediglich in der Front ab.
Als Extra befindet sich nur der auch auf der DVD vorhandene Audiokommentar mit Regisseur David Auburn, leider weiterhin ohne Untertitel. Schade, denn der ausführliche Kommentar bietet einige interessante Hintergrundinformationen zu den Darstellern und Drehorten und Auburn betont hier unter anderem immer wieder den herrschenden Zeitdruck und das knappe Budget bei der Entstehung des Films. (MT)
Fazit:
"Das Mädchen im Park" ist ein Drama, das vor allem von seinen wirklich herausragenden darstellerischen Leistungen lebt, die nicht nur in den Hauptrollen erbracht werden. Der Film konzentriert sich auf die künstlich herbeigeführte Mutter-Tochter-Beziehung zwischen Julia und Louise, die trotz all ihrer Probleme und Konflikte, jeweils irgendwie doch nicht mehr ohne den anderen leben können. Auch wenn es immer wieder starke emotionale Szenen gibt, wirkt das Drehbuch leider nicht sonderlich plausibel, recht konstruiert, bedient sich gerne beim Zufall und hat auch keine sonderlich interessante, durchgehende Handlung zu bieten.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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105:44 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 7.1 | Englisch DTS-HD Master Audio 7.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar von Regisseur und Drehbuchautor David Auburn
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Das Mädchen im Park
The Girl in the Park
Ein Wechselbad der Gefühle mit exzellenten Darstellern, in dem Plausibilität allerdings eine eher untergeordnete Rolle spielt
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007 Regie: David Auburn Drehbuch: David Auburn Darsteller: Sigourney Weaver, Kate Bosworth, Alessandro Nivola, Keri Russell, David Rasche, Elias Koteas
Label :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart : 10.09.2010
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