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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - The Fan

Story:
Schon seit Jahren geht das Leben von Gil Renard (Robert De Niro) abwärts. Von seiner Ex-Frau Ellen (Patti D'Arbanville) ist er schon lange geschieden, den gemeinsamen Sohn Richard (Andrew J. Ferchland) sieht er nur noch an den Besuchstagen und im Job wird seine Qualität als Verkäufer immer mehr in Frage gestellt. Die einzige feste Größe in seinem Leben sind die San Francisco Giants, mit ihrem neuen Starspieler Bobby Rayburn (Wesley Snipes). Als der Saisonstart seines Lieblingsteams eher holprig verläuft, der neue Star gleich zu Beginn in ein Formtief stürzt und die Krise auf der Arbeit sich immer weiter verschärft, beginnt Renard immer mehr die Nerven zu verlieren und wird zu einer tickenden Zeitbombe.

Meinung zum Film:
In „The Fan“ erzählt Regisseur Tony Scott („True Romance“) die Geschichte eines Mannes, der besessen ist von seinem Lieblingsteam. Er lässt wichtige Termine für die Saisoneröffnung sausen, obwohl er ganz genau weiß, dass ein großer, für ihn überlebenswichtiger Auftrag daran hängt. Im Stadion benimmt er sich stets daneben, wenn jemand auf den Rängen etwas gegen seine Lieblinge sagt. Es ist schon recht früh zu erkennen, dass Gil schon weit über die übliche Liebe zu seinem Verein hinaus ist und sein Zustand nur als kranke Besessenheit gesehen werden kann. Robert de Niro („Heat“) bringt diesen Wahn in einer für ihn gewohnten Klasse herüber. Gerade Charaktere mit einer größeren Obsession sind es, die immer wieder Höchstleistungen bei ihm herauskitzeln und nichts anderes ist sein Spiel in diesem Film.

Der Spannungsbogen wird durch den immer weiter ansteigenden Wahn, der durch immer neue Niederlagen im Leben von Gil auch immer mehr zu einer Flucht aus der Realität wird, immer weiter angezogen. Als Zuschauer wartet man förmlich darauf, dass er zum ersten Mal richtig ausrastet und eine mehr oder weniger schlimme Straftat begeht. Wie schon bei seiner Darstellung des Max Cady in „Kap der Angst“, verkauft de Niro diesen Wahn in einer beängstigenden Natürlichkeit, was für zusätzlich Dramatik sorgt. Inhaltlich weist das Drehbuch von Robert Christopher „Phoef“ Sutton („Cheers“), der ansonsten eher für TV-Serien tätig war, aber einige Schwachstellen auf. Nicht alles wird hinreichend erklärt, bei einigen Szenen fragt sich der aufmerksame Zuschauer nach dem Wieso oder dem Warum. Einiges findet Off-Screen statt, was ab und an zusätzlich für ein wenig Verwirrung sorgen kann, wodurch aber zumindest das Tempo und die Dramatik nicht gebremst werden. Tony Scott war es offensichtlich wichtig, sich weniger mit Erklärungen aufzuhalten und dafür lieber die Geschichte weiter voranzutreiben, was ihm letzten Endes auch gelungen ist. Bei der Inszenierung hat er dabei diesmal auf allzu großen Spielereien und Bild verfremdende Stilmittel verzichtet. Bis auf kaum erwähnenswerte Aufnahmen ist vom wilden Stil, wie man ihn unter anderem aus „Man on Fire“ oder „Domino“ kennt, nichts zu sehen.

Bei den Darstellern gibt es einiges an bekannten Gesichtern geboten. Wesley Snipes („Blade“) war zur Zeit des Drehs ein gefragter Actiondarsteller und die Rolle des oberflächlichen Baseballstars mit leicht dekadentem Lebensstil passt wunderbar zu ihm. Ellen Barkin („Sea of Love - Melodie des Todes“), die in den 90er-Jahren zu den Sexsymbolen zählte, geht ein wenig unter in der Rolle der Radioreporterin. Sie bleibt profillos und kann nur als schmückendes Beiwerk gezählt werden, das auf diesem Wege am besten in die Story eingebaut werden konnte. Alles andere als nebensächlich ist der Auftritt vom damals noch eher unbekannten Benicio Del Toro („21 Gramm“), der mittlerweile zu einem gefragten Darsteller geworden ist. Als Rayburns großer Konkurrent im Team der Giants hinterlässt er trotz seiner eher begrenzten Spielzeit einen guten Eindruck. Einen Eindruck hinterlässt auch die Filmmusik von Hans Zimmer („The Dark Knight“), zu Beginn aber eher einen eher aufdringlichen und unpassend dramatischen. Erst mit der Zeit finden sich Bilder und Score hinsichtlich der Stimmung, bilden dann aber eine sehr gute Einheit. Und so passt sich alles bestens zu einem Gesamtbild zusammen, das zwar alles andere als perfekt ist, es dafür aber zumindest gut zu unterhalten versteht, wenn man die kleinen Unschönheiten am Rande nicht allzu kritisch beachtet.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist sehr gut gelungen. Vor allem die gute Schärfe ist man von älteren Titeln nicht unbedingt so gewohnt. Aber auch hinsichtlich der Farben und des Kontrastes weiß es zu gefallen. Gelegentliche Überstrahlungen bei hellen Flächen dürften als Stilmittel des Regisseurs gezielt so inszeniert worden sein. Einziger kleiner, aber nicht weiter störender Makel sind gelegentlich kleinere Dropouts. Der Gesamteindruck ist den recht unscharfen, bisherigen Veröffentlichungen des Films deutlich überlegen. Vor allem auch deswegen, weil der Film nun auch endlich im korrekten 2,35:1-Format vorliegt und nicht wie die bisherigen Auflagen im beschnittenen 1,85:1. Der deutsche Ton liegt in einer für das DVD-Release angefertigten 5.1-Tonspur vor, bei der aber lediglich der Soundtrack auf die hinteren Lautsprecher ausgebreitet wurde, ansonsten aber der originalen 2.0-Tonspur entspricht. Erstmals liegt bei einer deutschen Veröffentlichung von "The Fan" auch die englische Tonspur bei.

Als Extras gibt es Interviews mit 4 Darstellern, einem Featurette mit ein paar Szenen vom Dreh und einem unkommentierten Blick hinter die Kulissen, bei dem einige Szenen jedoch bereits im Featurette verwendet wurden.

Fazit:
Zu hohe Erwartungen sollte man als Zuschauer an „The Fan“ nicht haben. Vor allem die Story hat einige Logikfallen und einiges wird gar nicht erst weiter erklärt. Doch wenn man sich darauf beschränkt, die Dramatik und die Besessenheit des Gil Renards zu beobachten, wird der Film zu einem spannenden und kurzweiligen Vergnügen, das man sich gerne auch noch ein zweites Mal ansieht.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
111:49 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Interviews
  • Featurette
  • Blick hinter die Kulissen
The Fan - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Fan
The Fan

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Sicherlich nicht der beste, aber auf jeden Fall ein guter Tony-Scott-Film


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1996
Regie:
Tony Scott
Drehbuch:
Robert Christopher Sutton (nach einem Roman von Peter Abrahams)
Darsteller:
Robert De Niro, Wesley Snipes, Ellen Barkin, Benicio Del Toro, John Leguizamo, Andrew J. Ferchland, Brandon Hammond, Patti D'Arbanville, Chris Mulkey, Charles Hallahan, Dan Butler, Don S. Davis

Label Deutschland :
Constantin Film
Verkaufsstart Deutschland :
02.10.2008