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DVD-Besprechung - Donnie Brasco

Story:
Joseph D. Pistone (Johnny Depp) ist Undercover-Agent beim FBI. Unter dem Namen Donnie Brasco erschleicht er sich das Vertrauen von Benjamin 'Lefty' Ruggiero (Al Pacino), der Mitglied des New Yorker Mobs ist. Doch mit dem Untertauchen in der Welt des Organisierten Verbrechens, vernachlässigt Pistone immer mehr sein eigentliches Leben. Seine Ehefrau (Anne Heche) und seine drei Kinder sehen ihn teilweise über Monate nicht, was zu einer immer größeren Entfremdung führt. Doch nicht nur die private Belastung nimmt immer weiter zu, auch das Leben in der Unterwelt hinterlässt immer mehr seine Spuren.

Meinung zum Film:
Basierend auf dem autobiografischen Roman von Joseph D. Pistone schuf der britische Regisseur Mike Newell („Harry Potter und der Feuerkelch“) eine Mafia-Geschichte, die nur am Rande eine Geschichte über das Organisierte Verbrechen ist. Die kriminellen Machenschaften und die Verbrechen sind nur bedingt Bestandteil des Plots sind, teilweise kommt beim Zuschauer der Verdacht auf, dass es um einen Haufen nichtsnutziger Kleinganoven geht. Anstatt sich mit großen Coups zu beschäftigen, vertreiben man sich die Zeit unter anderem damit, Parkuhren zu klauen um an die Cent-Stücken zu gelangen. Lediglich die Aufschlüsselung der Hackordnung durch das FBI und die Anordnungen des großen Bosses geben einen Hinweis darauf, dass es sich tatsächlich bei den herumlungernden Ganoven um einen Teil des Organisierten Verbrechens handelt.

Auch die Rolle von Al Pacino („Heat“) hat nichts von dem Glamour und dem ehrenhaften Auftreten zu tun, welche er selbst noch in „Der Pate“ als Vorstand der Familie versprühte. Mit seiner Zuhälter-Garderobe und seiner billigen Mietswohnung sieht er mehr wie ein kleiner Möchtegernganove aus, denn wie ein festes Mitglied des Mobs. Auch sein Verhalten lässt ihn eher wie einen Loser ohne Einkommen erscheinen. Lefty selbst zweifelt auch immer wieder an seiner Rolle innerhalb des Mobs wird er doch stets übergangen wenn es darum geht, einen neuen Capo einzusetzen. Spätestens als ihm der deutlich jüngere Sonny Black (Michael Madsen / „Kill Bill“) als neuer Viertelleiter vor die Nase gesetzt wird ist ihm klar, dass er nie mehr als ein kleines Licht sein wird. Mit Donnie Brasco holt er sich dann die Stütze für sein Ego ins Boot, gegenüber der er als großer Gangster auftreten kann. Mit ihm hat er den treuen Untergegebenen gefunden, den er als väterlicher Freund in die Organisation einführt. Brasco gewährt ihm die Streicheleinheiten für sein Ego, die er schon seit Jahren vermisst hat. Eine kurze Auskunft beim Stammfriseur reicht ihm als Zeugnis vollkommen aus, er will gar nicht weiter hinterfragen, wie sauber sein neuer Freund ist.

Donnie Brasco wird gespielt von dem noch jungen Johnny Depp („Fluch der Karibik“). Wo andere Darsteller im Schatten des großen Al Pacino vielleicht erblasst wären, ist er ein ebenbürtiger Partner an seiner Seite. Er stellt den Wandel seines Charakters vom FBI-Mann mit Grundsätzen, zum gewissenlosen Verbrecher sehr authentisch dar. Der Druck von seiner Frau (Anne Heche / „Sechs Tage sieben Nächte“), die nach eigener Aussage ein Leben wie eine Witwe führt, macht ihm sehr zu schaffen. Genauso wie die Tatsache, dass er täglich dem unerbittertem Kampf innerhalb der Organisation ausgesetzt ist. Und umso mehr Druck er erhält, umso mehr beginnt er die Figur des Donnie Brasco zu verinnerlichen. Ist er zu Beginn noch respektvoll gegenüber seine Vorgesetzten, wird er mit der Zeit immer fordernder und aggressiver. Anders ist die bei Lefty, den er immer mehr als seinen besten Freund ansieht. Pistone erkennt, dass dieser im Grunde nur ein kleiner, eher harmloser Fisch ist, der lieber heute als morgen dem ganzen Mob den Rücken zu kehren und in Ruhe auf einer Yacht seine Tierdokus sehen würde. Das ganze Gerede von großen Deals und brutalen Morden scheint lediglich eine Fassade zu sein die Ruggiero aufbaute, um dazu zu gehören. Es wird recht schnell klar, dass der Film eine etwas andere Freundschaftsgeschichte zwischen 2 Männern darstellt, die kaum ein Happy End haben klar. Denn weder der Mob noch das FBI werden Gnade walten lassen, wenn es um Benjamin 'Lefty' Ruggiero geht. Die Frage ist nur, wie Joseph D. Pistone sich in der Sache verhält, denn er wird sich immer mehr der tragischen Rolle klar, die er im Leben seines besten Freundes übernommen hat.

Digitale Aufarbeitung:
Nachdem alle bisherigen Versionen von "Donnie Brasco" auf DVD in schlechter Bildqualität und im falschen Bildformat erschienen, bietet die Veröffentlichung von Constantin Film nun das korrekte 2,40:1-Bildverhältnisse, eine gute Schärfe und bestens abgestimmte Farben mit einem gut gewählten Kontrast. Kurzweilig zu erkennende Defekte stellen kein störendes Probleme dar. Der deutsche Ton ist gut zu verstehen, klingt aber sowohl in dem für das DVD-Release angefertigten Dolby-Digital-5.1-Mix als auch im originalen Dolby Digital 2.0 gleichermaßen frontal. Gemessen am Inhalt des Filmes ist dies aber kein Problem. Der englische Ton liegt nun ebenfalls als auswählbare Tonspur bei.

Als Extras gibt es eine ganze Reihe kurzer Interviews mit den Künstlern vor und hinter der Kamera, einen unkommentierten Blick hinter die Kulissen, sowie ein Featurette, das aber überwiegend Material aus den beiden vorhergehenden Features nutzt.

Fazit:
„Donnie Brasco“ mag auf den ersten Blick ein Mafia-Thriller sein, stellt sich aber schon sehr bald als ungewöhnlicher Film über die Freundschaft zweier Männer dar. Der eine hat dabei die tragische Position inne, die Zukunft des anderen in der Hand zu haben, während er selbst sich immer weiter zum Nachteil verändert. Die DVD bietet überzeugende technische Werte und stellt alle bisherigen deutschen Veröffentlichungen problemlos in den Schatten.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,40:1
2,40:1
121:26 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Interviews
  • Blick hinter die Kulissen
  • Featurette
Donnie Brasco - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Donnie Brasco
Donnie Brasco

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein Mafia-Freundschafts-Geschichte jenseits der kriminellen Seite des Mobs


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1997
Regie:
Mike Newell
Drehbuch:
Paul Attanasio (basierend auf der Autobiografie von Joseph D. Pistone)
Darsteller:
Johnny Depp, Al Pacino, Michael Madsen, Anne Heche, Bruno Kirby, James Russo, Gerry Becker, Zeljko Ivanek, Gerry Becker, Robert Miano, Brian Tarantina, Rocco Sisto

Label Deutschland :
Constantin Film
Verkaufsstart Deutschland :
02.10.2008