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DVD-Besprechung - Der unglaubliche Hulk vor Gericht

Story:
Dr. David Banner (Bill Bixby) ist wieder auf sich allein gestellt und zieht durch die Lande, in der Hoffnung, das Monster in sich nicht mehr zu erwecken. Als er eine Stadt erreicht, die vom Gangsterboss Wilson Fisk (John Rhys-Davies) regiert wird, kommt es zu einem Vorfall, der Banner ins Gefängnis bringt. Mithilfe des Hulk gelingt ihm jedoch die Flucht. Gemeinsam mit dem blinden Anwalt Matt Murdock (Rex Smith) will Banner Fisk zur Strecke bringen.


Meinung zum Film:
Wieder einmal ist längere Zeit vergangen. Dr. David Banner (Bill Bixby) arbeitet unter falschem Namen irgendwo in der Einöde als Gastarbeiter bei Kanalgrabungen. Doch nach wie vor ist er allein und hat Angst davor, sich in Extremsituationen nicht beherrschen zu können und das Monster in sich zu erwecken. Als er von den Kollegen drangsaliert wird, kündigt er seinen Job und macht sich auf in die nahegelegene Großstadt. Doch was er nicht ahnt: Dort läuft einiges verkehrt. Die Stadt ist voller korrupter Cops und wird vom Gangsterboss Wilson Fisk (John Rhys-Davies, "Sliders") beherrscht. Dieser hat gerade mal wieder einen Überfall auf einen Juwelier organisiert, der so weit auch glatt läuft. Doch zwei der Schurken fliehen danach mit der U-Bahn, in der sich zufällig auch David Banner befindet. Als sich einer der beiden an einer Frau vergreifen will, mutiert Banner zum Hulk und zerlegt den Waggon. Er kann fliehen und verwandelt sich zurück, wird aber kurz darauf von der Polizei geschnappt.

Da sich Fisk keine Zeugen leisten kann, lässt er Ellie Mendez, die Frau aus der Bahn, bedrohen und gegen Banner aussagen, woraufhin dieser ins Gefängnis gesperrt wird. Danach soll Ellie ausgeschaltet werden, doch der Mordanschlag kann vom mysteriösen "Ritter", dem geheimnisvollen Rächer der Stadt, verhindert werden. Am nächsten Tag ruft Ellie ihren blinden Anwalt Matt Murdock (Rex Smith) an, um ihm mitzuteilen, dass Banner unschuldig hinter Gittern sitzt, doch kurz nach dem Anruf wird sie von Fisks Männern entführt. Dieser plant nämlich einen Hinterhalt gegen den "Ritter", bei dem er Ellie als Köder einsetzen will. Murdock besucht unterdessen Banner (der auch schon ausgeschaltet werden sollte) im Gefängnis, um ihn dazu zu bringen, vor Gericht gegen Fisks Männer auszusagen, doch Banner lehnt ab, weil er befürchtet, sich dort wieder in den Hulk zu verwandeln. Wenig später mutiert er aber in seiner Gefängniszelle und bricht aus. Murdock verfolt die Spur, findet Banner und gibt sich als "Ritter" zu erkennen. Gemeinsam machen sich die beiden auf, Ellie aus den Fängen von Wilson Fisk zu befreien. 

Film- und Comicfreunde ahnen natürlich bereits, wer dieser ominöse, im Deutschen so armselig betitelte "Ritter" ist. Niemand anderes als Marvel-Superheld Daredevil feiert hier seinen TV-Einstand. "Der unglaubliche Hulk vor Gericht" sollte nämlich einer TV-Serie rund um den Schutzteufel als Pilotfilm dienen. Ja, das erinnert sehr an "Die Rückkehr des unglaublichen Hulk", der ein Pilot für die Figur "Thor" war. Anscheinend hatte man nichts dazugelernt, denn wie schon beim Donnergott wurde auch die "Daredevil"-Serie niemals produziert. Dafür ist allerdings ziemlich auffällig, dass der Teufel hier im Vordergrund steht. Klar, Banner/Hulk hat auch eine wichtige Rolle, aber Matt Murdock bildet klar den Mittelpunkt der Story, während Banner für die Rahmenhandlung zuständig ist. Bill Bixby, der diesmal auch Regie führte, liefert wieder eine überzeugende Leistung ab. Nach den Ereignissen aus "Die Rückkehr des unglaublichen Hulk" ist seine Figur Banner wieder allein, ohne Job und ohne Gefährtin an seiner Seite. Mehr denn je wirkt der Doktor vereinsamt und traurig, wodurch es umso bedeutsamer wird, dass er in Matt Murdock einen verlässlichen Freund findet, der sein Geheimnis kennt. Rex Smiths Darbietung als Daredevil weiß ebenfalls zu gefallen, wenngleich die TV-Umsetzung - wie schon im Fall "Thor" - sich doch etwas von den Comics wegbewegt. Während Daredevil in den Comics rot trägt, ist der Fernseh-Teufel mit einem schwarzen Turnanzug bekleidet und macht eher den Eindruck einer Mischung aus Ninja und Batman für Arme. Am gewöhnungsbedürftigsten ist allerdings Wilson Fisk, den man sonst auch als "Kingpin" kennt. John Rhys-Davies schaut zwar mürrisch in der Gegend herum und trägt eine riesige, alberne Spiegel-Sonnenbrille, wirkt aber absolut nicht beeindruckend. Ist der Comic-Kingpin ein kahlköpfiger Riese mit Fäusten, die Wände zertrümmern können, sieht Rhys-Davies, der sich weigerte, seine Kopfbehaarung zu rasieren und deshalb sowohl mit Bart als auch vollem Haar daherkommt, eher wie ein beleidigtes Rumpelstilzchen aus. Dennoch weiß "Der unglaubliche Hulk vor Gericht" zu unterhalten und ist eine nette Ergänzung der Reihe.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild stammt von einem amerikanischen Master und weist zum Glück nicht mehr die viel zu übersättigten Farben auf, mit denen die "Rückkehr"-DVD zu kämpfen hatte. Dennoch merkt man, dass hier nichts digital überarbeitet wurde. Der Transfer ist nur mäßig scharf und - was leider sehr auffällt - extrem stark verrauscht. Die Farben wirken natürlich, allerdings ist in Flächen oft Pumpen zu bemerken. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in Mono vor. Die deutsche Fassung bietet verständliche Dialoge und akzeptablen TV-Klang, die englische Originalspur wirkt hingegen leider ziemlich dumpf und ist zu leise abgemischt.

Bonusmaterial enthält die DVD nicht.

Fazit:
Mit "Der unglaubliche Hulk vor Gericht" ist nun auch der letzte noch fehlende TV-Film mit dem grünen Riesen auf DVD veröffentlicht worden. Die Story ist durchaus unterhaltsam, reine Hulk-Fans könnte es jedoch vielleicht stören, dass der Grüne hier eher für die Rahmenhandlung dient, während im Mittelpunkt die Einführung von "Daredevil" steht. Die DVD von Splendid zeigt den Film zwar nicht in guter, aber noch akzeptabler Qualität. Bonusmaterial ist allerdings keins vorhanden.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,33:1
1,33:1
95:20 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Englisch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • -
Der unglaubliche Hulk vor Gericht - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Der unglaubliche Hulk vor Gericht
The Trial of the Incredible Hulk

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Diesmal steht der grüne Riese mit dem Teufel im Bunde


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1989
Regie:
Bill Bixby
Drehbuch:
Gerald Di Pego
Darsteller:
Bill Bixby, Lou Ferrigno, Rex Smith, John Rhys-Davies, Marta DuBois

Label Deutschland :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
29.08.2008