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DVD-Besprechung - King Kong und die Weisse Frau

Story:
Der Filmproduzent Carl Denham (Robert Armstrong) weiß als einziger von einer entlegenen Insel in der Nähe von Sumatra. Diese wählt er als exotische Kulisse für seinen neuesten Abenteuerfilm, in dem Ann Darrow (Fay Wray) die weibliche Hauptrolle spielen soll. Auf der Insel befindet sich aber nicht nur ein Stamm von Eingeborenen, der Ann vom Schiff entführt, sondern auch ein riesiger Gorilla, dem sie geopfert werden soll. Dem Steuermann John Driscoll (Bruce Cabot) gelingt es aber in Kongs Versteck vorzudringen und Ann zu retten. Kong, der offensichtlich ein Auge auf Ann geworfen hat, folgt ihnen daraufhin. Denham gelingt es aber, Kong zu fangen und will ihn fortan in den USA als gewinnbringende Attraktion den Menschen vorführen.

Meinung zum Film:
King Kong ist wohl das berühmteste Filmmonster aller Zeiten und begründete auch ein Genre, das später mit Filmen wie "Godzilla" oder "Tarantula" fortgesetzt wurde. Mit seinen für die damalige Zeit phänomenalen Spezialeffekten von Stop-Motion-Pionier Willis O'Brien ("Panik um King Kong"), dem Lehrmeister von Ray Harryhausen ("Panik in New York"), läutete der Film auch tricktechnisch eine neue Ära ein. Hauptdarstellerin Fay Wray ("Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts") fungierte zudem als erste Scream-Queen der Filmgeschichte. Ursprünglich wurde Krimi-Papst Edgar Wallace ("Der Hexer") als Drehbuchschreiber installiert, der dann jedoch leider an den Folgen einer Lungenentzündung starb. Regie führten Erich B. Schoedsack ("Graf Zaroff - Genie des Bösen") und Merian C. Cooper ("Vier Federn"). Schon kurz nach dem großen Erfolg des Films wurde die Fortsetzung "The Son of Kong" abgedreht, die bis heute nicht in deutscher Sprache existiert. Es folgten 1976 das erste Remake von "King Kong" und 1986 dessen Fortsetzung "King Kong lebt" unter der Regie von John Guillermin ("Die Brücke von Remagen"). Im Jahr 2005 folgte dann die tricktechnisch herausragende Neuverfilmung von Peter Jackson ("Der Herr der Ringe"), die mit drei Oscars ausgezeichnet wurde. Zahllose Nachahmer wie z.B. "Konga" folgten ebenso auf den Film wie ein "Gipfeltreffen" mit Godzilla in "Die Rückkehr des King Kong" aus dem Jahr 1962.

"King Kong" ist ein gerade für die damalige Zeit unglaublich straff inszenierter Film, in dem zu keiner Minute Langeweile aufkommt. Es gelingt dem Drehbuch meisterhaft, eine große Erwartungshaltung zu erzeugen, die aber stets auch erfüllt wird. Die Geschichte beginnt bereits mit einer mysteriösen Expedition zu einem unbekannten Ziel, deren Anführer ebenfalls sehr undurchsichtig erscheint. Vor Ort trifft man dann zeitgemäß auf primitiv dargestellte "Wilde", eine riesige Mauer, einen Dschungel mit Bewohnern, die offensichtlich noch aus der Vorzeit stammen und schließlich auch auf Kong, den König des Dschungels. Der Film bedient sich des Topos von der wilden Bestie, hier dem Riesenaffen Kong, der sich in die unschuldige Schönheit, hier Ann, verliebt und sie mit seinem Leben schützt. Er ist ihr vollkommen verfallen und beschwört damit letztendlich seinen eigenen Untergang herauf.

Neben den überzeugenden Darstellern, den gelungenen Kulissen und der kurzweiligen, temporeichen Geschichte ist das Herzstück des Films natürlich King Kong selbst. Und dieses Monster besitzt nicht nur eine Persönlichkeit, es darf auch seine von der Zivilisation ungebrochene Urkraft brachial ausleben. Das führt im Film z.B. zu enorm detaillierten und aufwendigen Stop-Motion-Kämpfen mit einem T-Rex und einer riesigen Seeschlange, die nicht von ungefähr als Monster-Wrestling gelten können. Aber auch in seiner recht gewalttätigen Darstellung ist Kong trotz aller im voraus getätigten Zensuren für seine Zeit ungewöhnlich. Kong verspeist seine Opfer, schleudert sie in Abgründe oder zertrampelt sie schlichtweg. Aber auch wenn ihn keine Ketten der Welt halten können, am Ende stirbt er tragisch und seine Liebe bleibt unerwidert.

Digitale Aufarbeitung:
An der Bildqualität dieses mittlerweile 75 Jahre alten S/W-Klassikers hat sich auch bei dieser Neuauflage leider nichts geändert. Der Film hat mit zahlreichen Verschmutzungen und Beschädigungen zu kämpfen. Das Bild wird von einem starken Rauschen begleitet, der Bildstand ist sehr unruhig und auch kleinere Jump-Cuts sind vorhanden. Dafür kann die Schärfe durchaus überzeugen, der Kontrast ist ebenfalls meistens relativ ausgewogen, bei hellen Flächen kommt es aber immer wieder zu deutlichen Überstrahlungen. Die beiden Tonspuren überzeugen zu jeder Zeit mit guter Verständlichkeit und auch die Musikuntermalung wird ansprechend wiedergegeben. Die deutsche Tonspur klingt allerdings deutlich mehr nach Studioaufnahme und offensichtlich wurden auch Umgebungsgeräusche weggelassen. Zu Beginn des Films, nach etwa sechs Minuten wurde in der deutschen Fassung offensichtlich ein kurzer Dialog neu vertont, da hier andere Synchronstimmen verwendet werden.

Die Kaufversion wird auch ein Booklet enthalten, das jedoch bei der Besprechung nicht vorlag. Leider wurden dafür die eh schon spärlichen DVD-Extras älterer Auflagen (Starinfos: King Kong und seine Schöpfer, Fotogalerie, Original Kinotrailer, Hollywood Stuntmakers: King Kong und andere Kuscheltiere, Film Facts) bei der vorliegenden Veröffentlichung konsequent weggelassen. Das ist insofern doppelt enttäuschend, da mittlerweile im Ausland schon sehr umfangreiche Sonderauflagen des Film existieren, die z.B. einen Audiokommentar oder ein ausführliches Making Of des Films beinhalten.

Fazit:
"King Kong und die Weisse Frau" ist einer der ganz großen Klassiker des Kinos und der Begründer des Monsterfilmgenres. Es handelt sich um ein extrem kurzweiliges, spannendes und exotisches Abenteuer nebst überzeugender Tricktechnik, das viele für Filmfreunde bis heute unvergessene Szenen, wie den legendären Sturz vom Empire State Building, beinhaltet. Was die technische Präsentation angeht, wäre diesem Pionierfilm sicherlich ein kleidsameres Gewand zu wünschen, eine Lizensierung und Veröffentlichung des hochwertigen Bonusmaterials ausländischer Veröffentlichungen, z.B. im Rahmen einer aufwendigen Special Edition, wäre aber auch bereits ein großer Schritt.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
1,33:1
1,33:1
95:37 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Booklet
King Kong und die Weisse Frau - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
King Kong und die weiße Frau
King Kong

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Ein Meilenstein der Filmgeschichte, dem jedoch eine aufwendigere Veröffentlichung zu wünschen wäre


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1933
Regie:
Merian C. Cooper, Ernest B. Schoedsack
Drehbuch:
James Ashmore Creelman, Ruth Rose, Merian C. Cooper, Edgar Wallace
Darsteller:
Fay Wray, Robert Armstrong, Bruce Cabot, Frank Reicher, Sam Hardy, Noble Johnson

Label Deutschland :
Arthaus
Verkaufsstart Deutschland :
17.10.2008