Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Khadak

Story:
Der 17-jährige Bagi lebt mit seiner Familie und einigen Tieren in der eisigen mongolischen Steppe. Nach einer mysteriösen Tierseuche werden die Nomaden vom Land in ungastliche Bergarbeiterstädte zwangsumgesiedelt. Mit Hilfe einer Schamanin und einer attraktiven Kohlediebin findet Bagi heraus, dass die Seuche nur ein Vorwand war, um das Nomadenleben auszurotten.

Meinung zum Film:
Nachdem den Zuschauer zu Beginn von "Khadak" ein bis zwölf zählendes Mädchen anstarrt, das man später noch näher kennen lernen wird, geht die eigentliche Geschichte los: Bagi (Batzul Khayankhyarvaa) ist ein 17-jähriger Junge, der samt Großvater (Banzar Damchaa), Mutter (Dugarsuren Dagvadorj) und Viehherde am scheinbaren Ende der Welt lebt, tief in der weiten Steppe der Mongolei. Schon bald wird die mystische Richtung klar, in die sich der Film entwickeln wird, denn Bagi leidet unter epileptischen Anfällen. Das wäre noch nichts Besonderes, doch handelt es sich nicht um eine gewöhnliche Form der Krankheit. Vielmehr bekommt Bagi während dieser Anfälle regelmäßig Visionen, die ihn über aktuelle oder noch kommende Unglücke in Kenntnis setzen. Da nur wenige über diese "Gabe" verfügen, die ein Zeichen der Götter sein muss, möchten ihn sein Großvater und die lokale Schamanin zum Schamanen ausbilden lassen, doch Bagi will davon nichts wissen.

So lebt er friedlich mit seiner Familie weiter als Nomade, bis diese heile Welt eines Tages zusammenbricht: Die mongolische Regierung benutzt eine angeblich für den Menschen gefährliche Tierseuche als Vorwand, um die Nomaden in triste Ansammlungen von Plattenbauten umzusiedeln. So ein Zufall, dass dort auch gleich neue Arbeit auf sie wartet: Sie "dürfen" in einem Kohlebergwerk zu Dumpinglöhnen schuften. Bagi bekommt mal wieder eine Vision, was dazu führt, dass er auf die junge Kohlediebin Zolzaya (Tsetsegee Byamba) trifft (das zählende Mädchen vom Beginn des Films). Die beiden fliehen, doch wird Bagi schnell geschnappt und zuerst in ein Arbeitslager, dann in eine Psychiatrie gesteckt. Dort werden seine Visionen immer surrealer. Er verliert sich in seinen Träumen, in denen er nun mit Zolzaya eine Rebellion gegen die staatlichen Unterdrücker startet ...

Um kurz auf den Titel des Films einzugehen: Ein "Khadak" ist ein traditionelles, heiliges blaues Halstuch, das für die Allgegenwart des Himmels steht. Der Himmel selbst ist auch kurz zu Beginn des Films zu sehen, doch die Verbindung zum Khadak, das in Form diverser blauer Schals öfters mal durchs Bild fliegt, wird leider nicht hergestellt. Somit hat der westliche Zuschauer, der sich mit den Riten und Gebräuchen der Mongolei nicht auskennt, ein großes Problem beim Verständnis dieser Symbolik. Dies trifft auch auf den Großteil der anderen symbolischen Elemente des Films zu. Ist ein Film wirklich gelungen, wenn man ohne Kenntnis der Materie meint, nur wirres Zeug vor sich zu haben? Schwer zu sagen. Sowohl optisch als auch darstellerisch weiß "Khadak" durchaus zu gefallen. Die Bilder sind prägnant und kräftig und lassen einen direkt in die Welt der Mongolei eintauchen. Auch an der Geschichte, die im Prinzip von der Ausbeutung der Menschen und ihrer Heimat erzählt, gibt es eigentlich nichts auszusetzen. Doch leider setzt der Film viel zu sehr auf seine gezwungene Symbolträchtigkeit, in der er sich schon bald verliert. Dadurch wird er für alle Zuschauer, die sich nicht intensiv mit nomadischer Kultur in der Mongolei auseinandergesetzt haben, unverständlich und wirr.

Digitale Aufarbeitung:
"Khadak" bietet auf DVD gute Schärfe und natürliche, kräftige Farben. Allerdings wirkt der Kontrast etwas zu steil und an einigen Stellen sind deutliche Doppelkonturen sichtbar. Der Ton liegt auf Mongolisch und Deutsch in Stereo vor, die deutsche Fassung gibt es zudem in Dolby Digital 5.1. Alle Spuren sind klar und gut verständlich. Auffällig ist jedoch, dass sich auch die 5.1-Variante hauptsächlich auf die Front beschränkt.

Außer dem Trailer zum Film gibt es kein Bonusmaterial.

Fazit:
"Khadak" ist ein in Ansätzen eigentlich sehr guter Film, der durch grandiose Aufnahmen und gute Darsteller zu gefallen weiß. Allerdings hat er das große Problem, dass er sich allzu sehr in seiner übertriebenen mystischen Symbolik verliert, was ihn für westliche Zuschauer in der Summe nahezu unverständlich macht. Hier hätte man lieber die "realen" Probleme etwas mehr in den Vordergrund stellen sollen. Technisch bietet die DVD annehmbare Qualität, als Bonusmaterial aber leider nur den Trailer.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
1,85:1
1,85:1
99:23 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Mongolisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch
Bonusmaterial:
  • Trailer
Khadak - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Khadak
Khadak

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Bildgewaltiges Drama, das sich zu sehr in seiner Symbolik verliert


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Belgien / Deutschland / Niederlande, 2006
Regie:
Peter Brosens, Jessica Hope Woodworth
Drehbuch:
Peter Brosens, Jessica Hope Woodworth
Darsteller:
Batzul Khayankhyarvaa, Tsetsegee Byamba, Banzar Damchaa, Tserendarizav Dashnyam, Dugarsuren Dagvadorj

Label Deutschland :
farbfilm verleih
Verkaufsstart Deutschland :
23.10.2008