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DVD-Besprechung - Der lange Weg ans Licht
Story:
Edeltraut Hertel bringt Kinder auf die Welt. Seit fast 20 Jahren arbeitet die Hebamme in ihrem Geburtsort Meerane, einer verschlafenen Kleinstadt in der Nähe von Chemnitz. In dieser, dem Fokus der Weltöffentlichkeit entrückten, sächsischen Provinz tobt ein Stellvertreterkrieg verschiedener gesundheitspolitischer Vertreter ...
Meinung zum Film:
Die deutsche Bevölkerung wird zu alt - deutlich zu alt. Und das nicht nur auf das individuelle Alter jedes einzelnen Bürgers bezogen, sondern in erster Linie auch auf das durchschnittliche momentane Alter der Deutschen. Immer mehr Rentner stehen immer weniger Geburten gegenüber, wodurch sich auf Dauer ein Problem mit der Altersversorgung ergeben wird. Besonders große Schwierigkeiten mit der abflauenden Zahl an jährlichen Geburten gibt es in den neuen Bundesländern - wo außerdem noch eine hohe Abwanderungsrate sowie die allgemeine Entvölkerung der Gebiete hinzukommen. Regisseur Douglas Wolfsperger zeigt in seiner Dokumentation "Der Lange Weg ans Licht" die zahlreichen Geburtshelfer dieser Gegend (ob Krankenhauspersonal, Ärzte oder Hebammen), die versuchen, unter den gegebenen schwierigen Voraussetzungen trotzdem zu bestehen.
Im Fokus des Films steht die Hebamme Edeltraut Hertel, die ihren Beruf bereits seit knapp 20 Jahren ausübt und zwischenzeitig immer wieder nach Tansania pendelt, um dort in einem mehr oder weniger bedarfsgerechten Krankenhaus Kinder zu entbinden. In Deutschland ist zwar die technische Ausstattung deutlich besser, dafür werden aber die finanziellen Mittel der Kundschaft immer knapper, wodurch es zu einem harten Konkurrenzkampf zwischen Krankenhäusern und Hebammen kommt. Klar, Geburtshelferinnen wie Frau Hertel haben den Vorteil, dass sie die werdenden Mütter deutlich umfassender betreuen können, als dies für Ärzte möglich ist. Aber sind Krankenhäuser deswegen partout schlecht? Der Regisseur scheint dieser Auffassung zu sein, denn schon bald bemerkt man, dass "Der lange Weg ans Licht" nicht etwa eine neutrale Dokumentation ist, sondern vielmehr ausschließlich aus Hebammen-Lobeshymne und Krankenhaus-Bashing besteht, was im Endeffekt nicht nur peinlich, sondern auch stinklangweilig ist. Auf der einen Seite sieht man die vielen "wichtigen" Beschäftigungen von Frau Hertel in allen Facetten, auf der anderen werden nur kurz die "bösen" Klinik-Ärzte gezeigt, die von ihren Methoden des "Kundenfangs" berichten ...
Auch die völlig wirre zweite Hälfte des Films hinterlässt keinen wirklich besseren Eindruck. Warum versucht Wolfsperger hier nicht zumindest mal ansatzweise, seine aufgestellten bzw. implizierten Thesen durch wirkliche Fakten zu belegen? Die Chance hätte auf jeden Fall bestanden, dem Zuschauer hier deutlich - und vor allem überzeugend - vor Augen zu führen, warum die leidenschaftlichen Hebammen aus seiner Sicht gut und die "nur nach Geld gierenden" Ärzte schlecht sind. Doch leider passiert nichts dergleichen. Stattdessen wird der Film zum Schluss hin nur noch langweiliger, wenn die Akteure auf einmal zusammenhanglos alle möglichen Problematiken des Kinderbekommens kommentieren. Darf man potenziell behinderte Kinder abtreiben? Ist stillen besser oder das Geben der Flasche? Was hat diese interviewartige, unreflektierte Vorgehensweise in einem Kinofilm zu suchen? Da sind sogar größtenteils die typischen Vox-Reportagen noch besser recherchiert - und besser gefilmt. Die Kameraführung des Films, der in 2,35:1 vorliegt, wirkt nämlich ebenfalls leider sehr amateurhaft und macht fast den Eindruck, jemand habe im 1,75:1-Fernsehformat aufgenommen und danach oben und unten etwas abgeschnitten. Wer einen Kinofilm dreht sollte eigentlich schon mit dem gewählten Bildformat umgehen können ...
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität der DVD ist über weite Strecken gut und der Transfer bietet natürliche Farben. Allerdings fällt das unterschiedlich stark ausfallende Hintergrundrauschen öfters auf und die Kompression zeigt sich immer wieder mal durch Blockbildung. Der Ton liegt auf Deutsch in Stereo und Dolby Digital 5.1 vor. Die Dialoge sind klar verständlich, gerade letztere Spur wirkt aber ebenfalls stark gezwungen ins Kinoformat gebracht, da sie keinerlei Überraschungen bieten kann.
Als Bonusmaterial gibt es den Trailer zum Film sowie ein paar nicht verwendete Szenen, die leider nicht interessanter sind als der Rest von "Der lange Weg ans Licht".
Fazit:
"Der lange Weg ans Licht" ist eine zwar stellenweise durchaus interessante, aber insgesamt viel zu einseitige Dokumentation, die ohne untermauernde Fakten Hebammen in den Himmel lobt und Ärzte als böse Geldgeier darstellt. Dieses Thema hätte sich deutlich überzeugender angehen lassen. Auch die schlechte Kameraführung und der wirre zweite Teil, in dem zusammenhanglos über Fragen des Kinderbekommens reflektiert wird, tragen nicht zur Verbesserung des Streifens bei. Da hilft wenig, dass die DVD zumindest technisch einen akzeptablen Eindruck macht ...
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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100:08 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Englisch |
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Bonusmaterial:
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- Trailer
- Entfallene Szenen
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Der lange Weg ans Licht
Der lange Weg ans Licht
Langweiliger als manche VOX-Doku
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2007 Regie: Douglas Wolfsperger Drehbuch: Douglas Wolfsperger
Label :
farbfilm verleih
Verkaufsstart : 23.10.2008
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