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DVD-Besprechung - Die Unbestechlichen - Staffel 1.1
Story:
Eliot Ness (Robert Stack) führt eine Gruppe Polizisten im Chicago der 30er Jahre an. Sie sind die Ehrlichsten, sie sind unbestechlich. Und sie haben etwas fertig gebracht, was schier unmöglich schien: Sie haben Al Capone zur Strecke gebracht. Jetzt, da der große Gangsterboss nicht mehr das Geschehen beherrscht, zersplittern die kriminellen Machenschaften immer mehr. „Die Unbestechlichen“ haben mehr als genug zu tun, um alle Fälle aufzuklären, die ihnen zugeteilt werden. Mord, Glücksspiel, Prostitution oder Diebstahl, alles ist darunter und immer mehr Gangster versuchen das Vakuum zu füllen, das Capone hinterlassen hat…
Meinung zum Film:
In Zeiten, in denen sich immer mehr Jugendliche zu Tode saufen und immer früher mit dem Trinken beginnen, mag man sich wieder einmal fragen, ob das Verbot von Alkohol nicht doch etwas Gutes an sich hat. Die Prohibition war aber in den USA mit Sicherheit ein falscher Weg. Anstatt die Kriminalität zu bekämpfen, wurde eben diese durch die Gesetze erst richtig angeheizt und die organisierte Kriminalität erlebte ihr erstes großes Hoch in den USA. Zwar sank die Anzahl der durch Alkohol erkrankten und gestorbenen Menschen, aber dieses Argument reichte nicht aus und zwischen 1933 und 1966 wurde die Prohibition in allen Bundesstaaten wieder aufgehoben. Es gab aus der Zeit der Prohibition mehr als genügend Geschichten, die man erzählen konnte, seien sie wahren Ursprungs oder erfunden. Und hier setzte „Die Unbestechlichen“ an.
Der heutigen Generation wird bei den Unbestechlichen vor allem der Film mit Kevin Costner („Der mit dem Wolf tanzt“) in den Sinn kommen. Doch es gab auch schon früher nennenswerte Umsetzungen des Stoffes und dies vor allem in dieser Serie, die 1959 startete und immerhin vier Jahre lang lief. Sicherlich profitierte man damals von der Tatsache, dass es noch nicht so viele Fernsehsender gab, die einen mit einem endlosen Programm berieselten. Aber „Die Unbestechlichen“ war ein Straßenfeger und das musste einen Grund haben. Man kann sich in dieser Edition nun auch in Deutschland einen guten Überblick darüber verschaffen, warum dem so ist. Immerhin laufen alle möglichen CSI-Serien aus den USA derzeit wie geschnitten Brot, warum also nicht auch ein großer Erfolg aus den Sechzigern?
Sicherlich ist „Die Unbestechlichen“ aus heutiger Sicht keine visuelle Offenbarung, auch wenn es immer wieder interessant inszenierte Szenen gibt. Aber das ist auch gar nicht die Hauptsache. Die Serie präsentiert spannende Geschichten, die zum Großteil auf wahren Begebenheiten beruht. Auch wenn sich sicher einiges anders zugetragen hat und viele Geschichten aufgrund der dramaturgischen Umsetzung entsprechend geändert erzählt werden, so ist doch diese Serie ein gelungenes Abbild der damaligen Zeit. Es ist gerade diese Mischung aus Dokumentation und Drama, die die Serie auch noch heute zu etwas Besonderem macht. Hinzu kommt ein Cast, der wirklich herausragend zu nennen ist, allen voran Robert Stack, der für seine Darstellung des Eliot Ness eine Emmy-Nominierung bekam, bevor er diese Trophäe 1995 für „Unsolved Mysteries“ bekam. Es gab einige Schauspieler, die in dieser Serie ihre Karriere starteten, oder einer ihrer ersten Auftritte absolvierten und später zum Etablishment des amerikanischen Serienfernsehens wurden. Erstaunlich ist mithin auch die recht hohe Menge an Gewalt, die in dieser Serie zu sehen ist. In der heutigen Zeit ist man daran natürlich schon längst gewöhnt. Aber damals gab es durch aus Proteste zu überstehen. Schließlich wurden doch etliche Menschen ermordet. Und auch wenn damals noch kein Filmblut floss, so war doch die Gewalt förmlich mit den Händen greifbar. Ein Umstand, der zur Authentizität der Serie mit Sicherheit beitrug. Insgesamt ist „Die Unbestechlichen“ auch in der heutigen Zeit eine absolute Empfehlung. Glaubwürdige Darsteller, glaubwürdige Texte und Drehbücher und eine glaubwürdige Umgebung tragen dazu bei.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist sichtlich restauriert worden und wäre an sich gut zu nennen (zumal bei dem Alter, das das Material hat). Leider sieht man aber recht viele Artefakte und ein starkes Flimmern bei einfarbigen Flächen. Und bei schrägen Linien ist unter Umständen eine Stufenbildung zu erkennen. Das ist recht unangenehm, insbesondere auf einem großen Fernseher. Der Ton liegt lediglich in Mono vor, für die damalige Zeit aber normal und damit akzeptabel. Beide Tonspuren, Englisch und Deutsch, klingen recht gut. Es fällt aber auf, dass die Synchronisierung nicht immer lippensynchron durchgeführt worden ist. Manchmal bewegen sich schon die Lippen, wenn der Ton noch nicht losgelegt hat. Es gibt ein paar wenige Szenen, die nicht synchronisiert wurden und nur in Englisch vorliegen.
Bei der Aufarbeitung muss Paramount eine sehr schlechte Note gegeben werden. Es herrscht ein recht großes Chaos beim Inhalt der einzelnen DVDs. Der Pilotfilm „Der Scarface Mord“ ist nicht enthalten, obwohl er sowohl auf der Hülle, als auch auf der DVD 1 selbst angekündigt wird. In Folge dessen sind mehrere Episoden auf anderen Disks anzutreffen, als es auf der Hülle steht. Nur die Disc 4 entspricht der Beschreibung. In Wirklichkeit sind also nur 14 Folgen ohne Pilotfilm enthalten. Dadurch, dass der Pilotfilm angekündigt ist, ist dies eigentlich eine Irreführung der Kunden. Diskussionswürdig ist auch die Aufteilung der Season auf zwei Teile. In Großbritannien ist eine Gesamtbox erschienen, die es auch hierzulande für wenige Euro mehr zu kaufen gibt.
Fazit:
„Die Unbestechlichen“ war nicht ohne Grund ein Straßenfeger zur damaligen Zeit. Auch heute noch weiß die Serie durch einen herausragenden Cast und spannende Geschichten zu überzeugen. Leider kann die Umsetzung nicht überzeugen. Der Pilotfilm fehlt und die Box wird dennoch auf der Box beworben. Ein saftiges Minus.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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14 Episoden à 50 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 | Englisch Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch |
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Bonusmaterial:
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Die Unbestechlichen - Staffel 1.1
The Untouchables - Season 1.1
Auf den Spuren Al Capones
Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1959 Regie: Abner Biberman, Robert Gist Drehbuch: George Eckstein, Leonard Kantor Darsteller: Paul Picerni, Robert Stack, Steve London, Nicholas Georgiade, Abel Fernandez
Label :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart : 06.10.2008
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