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DVD-Besprechung - Die Todesgrotten der Shaolin
Story:
Eine mysteriöse Mordserie im Palast der Shums sorgt für Unruhe, da ein Schwarm Schmetterlinge für das Ableben der Menschen dort verantwortlich ist. Die Kämpferin Grüner Schatten (Michelle Mee), der Historiker Fang Hongye (Siu-Ming Lau) und General Tien Feng (Shu Tong Wong) werden gebeten, das Rätsel hinter den mysteriösen Morden aufzuklären. Als der Herrscher von Shum-Castle ebenfalls von den Schmetterlingen getötet wird, werden die 3 Weisen Kämpfer in den Palast gerufen um die bislang erfolglose Suche nach dem Geheimnis voranzutreiben.
Meinung zum Film:
„Die Todesgrotten der Shaolin“ ist ein Glanzleistung der deutschen Titelschmiede der 80er-Jahre. Die Shaolin kommen im Original nicht einmal am Rande vor, General Tien Feng ist eigentlich „nur“ der Anführer des Tien Clans, was dem deutschen Verleih seinerzeit aber wahrscheinlich nicht protzig genug war. Wer vermutet, ein geheimes Gewölbe der Shaolin im Film zu sehen, in denen Menschen zu Tode kommen, wird leider nicht fündig werden, da die einzige Grotte das Gewölbe unter dem Palast ist, allerdings ohne Shaolin. Dabei wäre die unsinnige deutsche Benennung des Filmes gar nicht notwendig gewesen, da der englische Originaltitel „The Butterfly Murders“, was zu deutsch „Die Schmetterlingsmorde“ bedeutet, bereits bestens zum Film passt. Aber hier war dem Verleih die Gefahr offensichtlich zu groß, dass der Film mit den seinerzeit im Trend liegenden fernöstlichen Kampfsportfilmen nicht assoziiert werden würde. Falsch wäre diese fehlende Assoziation dabei gar nicht mal gewesen, denn in erster Linie ist der Film ein Krimi, der lediglich ein bisschen asiatischer Handkanten- und Flugakrobatik zu bieten hat. Mit minimalen Änderungen und einer britischen Lokalisierung hätte dieser auch problemlos Teil der Edgar-Wallace-Reihe sein können.
Regie bei den Schmetterlingsmorden führte niemand geringerer als der mittlerweile als Kultregisseur verehrte Tsui Hark („Once Upon a Time in China“), der mit diesem Film sein Spielfilmdebüt ablieferte. Ein durchaus beachtliches, vor allem wenn man den visuellen Stil des Filmes betrachtet. Besonders gelungen ist ihm das Spiel mit den Perspektiven, zusammen mit einem schönen Spiel mit Farben und Lichtern. Die Kulissen sehen überwiegend stimmungsvoll aus, teilweise ist es jedoch selbst mit jeglicher Leugnung nicht zu übersehen, dass alles nur aus Pappmache ist. Dieses wird vor allem im Finale überdeutlich, wo schwere Steinsäulen fast schon hüpfend auf den Boden „knallen“. Auch die Kampfchoreografie kann nicht durchweg überzeugen, teilweise wirken die Bewegungen ein wenig hüftsteif und vor allem fehlen bei manchen Schlägen und Tritten sichtbar Zentimeter, um die Illusion eines Treffers aufkommen zu lassen. Doch wahrscheinlich wertet die visuelle Stärke des Filmes den Gesamteindruck so sehr auf, dass die eigentlich normalen Begleitumstände einer eher kleinen Produktion mehr Gewichtung erhalten, als es im normalen cinematografischen Rahmen der Fall wäre.
Bei der Story ist es so, dass vor allem die Killerschmetterlinge niemals so richtig ernst genommen werden können. Der ein oder andere mag sich berechtigter Weise bereits bei den Gedanken an diese fragen, wie die harmlosen Geschöpfe selbst bei größter Bösartigkeit in der Lage sein sollen, einen Menschen zu verletzen, geschweige denn zu töten. Eine befriedigende Antwort hierauf hat der Film nicht zu bieten. Mehr als ein kurzer Anriss, wie sie abgerichtet wurden, gibt es nicht und selbst dieser ist eher im Bereich des Trashs anzusiedeln. Die Mördergeschichte an sich ist aber äußerst interessant und stimmungsvoll umgesetzt. Die Auflösung der Morde ist zwar im Voraus kaum zu erahnen, weswegen der Versuch mit zuraten, wer denn nun der Killer ist, zwecklos ist, aber dem Krimi-Vergnügen bereitet dies keinerlei Abbruch. Tsui Hark ist mit den „Todesgrotten der Shaolin“ ein höchst unterhaltsamer Asien-Krimi gelungen. Wer Krimis mag und das exotische Flair nicht als störend empfindet, hat mit den „Todesgrotten der Shaolin“ sicherlich vergnügliche knapp 88 Minuten.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen mitgenommenen Eindruck. Die Lagerung des Bildmaterials scheint alles andere als gut gewesen zu sein. Dies macht sich vor allem durch relativ häufig vorkommende Farbschleier über dem Bild bemerkbar. Hinzu kommt zwischenzeitlich immer wieder kurzes, aber klar erkennbares Wackeln im Bildstand, was bei einem normalen Röhren-TV stört, bei großen Plasmageräten oder Beamern noch stärker ins Gewicht fällt. Analogen Defekte sind ebenfalls den ganzen Film über immer mal wieder zu sehen, genauso wie teilweise Kamm- und leichte Nachzieheffekte bei Bewegungen. WGF muss allerdings zugute gehalten werden, dass die für eine Verbesserung notwendige, aufwendige Restaurierung wirtschaftlich nicht tragbar gewesen wäre. Immerhin ist die Schärfe des Filmes gut gelungen und auch die Farben hinterlassen eine überwiegend positiven Eindruck. Im unteren Bereich sind diese zwar regelmäßig deutlich ausgeblichen, was aber ebenfalls dem schlechten Zustand des Masters zugeschrieben werden kann. Der deutsche Mono-Ton ist gut verständlich und kommt ohne nennenswerte Probleme daher. Für die kantonesische Tonspur gibt es lediglich englische Untertitel. Deutsche Untertitel sind nur in den Passagen verfügbar, die in der deutschen Schnittfassung bislang nicht enthalten waren.
Als Extra gibt es die deutsche Kinofassung des Films, die sich im Schnitt ein wenig von der für die DVD-Fassung verwendete HK-Fassung unterscheidet. Die Qualität des Bildes ist dabei auf Videoniveau. Des Weiteren gibt es noch alternative, bzw. erweiterte Szenen, den Trailer, eine Bildergalerie und eine knappe Filmografie zu Tsui Hark.
Fazit:
„Die Todesgrotten der Shaolin“ ist ein auch heute noch höchst unterhaltsamer Fernost-Krimi in historischem Rahmen. Die Früchte der Kameraarbeit von Tsui Hark sind wunderbar anzusehen und die mysteriösen Vorgänge sorgen für kurzweilige Unterhaltung. Lediglich die Qualität des Bildes macht es nicht immer ganz leicht, das Geschehen richtig genießen zu können. Doch das Aufbringen von ein wenig Geduld hinsichtlich dieses Makels ist sicherlich nicht verkehrt, denn der Film selbst ist diese Mühen eindeutig Wert.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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84:53 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 | Kantonesisch Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Englisch |
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Bonusmaterial:
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- Deutsche Kinofassung
- Alternative / Erweiterte Szenen
- Bildergalerie
- Trailer
- Tsui Hark Filmographie
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Die Todesgrotten der Shaolin
The Butterfly Murders / Die bian
Angriff der Killer-Schmetterlinge
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Hong Kong, 1979 Regie: Tsui Hark Drehbuch: Lum Chi-Ming, Fan Lin Darsteller: Siu-Ming Lau, Michelle Mee, Shu Tong Wong, Guozhu Zhang, Qiqi Chen, Jiang Wang, Eddy Ko, Xiaoling Xu, Kuang-li Hsia
Label :
WGF Verkaufsstart : 02.10.2008
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