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DVD-Besprechung - Jackbutt - The TV Movie

Story:
Amerika ist die Wiege des Fernsehens und viele TV-Formate wurden hier erfunden, um die Zuschauer an den Fernseher zu fesseln. Talkshows, Nachrichten, Werbespots und Lebensbeichten prasseln auf die Fernsehgemeinde ein und so mancher Seelen-Striptease ging über den Sender. Die schlechtesten Fernsehelemente wurden nun von den Typen von „Jackass“ noch schlechter gemacht, als sie in Wirklichkeit sind. Herausgekommen ist eine Parodie auf alles, was mittlerweile als Unterhaltung aus dem Pantoffelkino flimmert.

Meinung zum Film:
Für „Jackbutt – The TV Movie“ haben sich die durchgeknallten Akteure von “Jackass” in ein fiktives TV-Format begeben, um das Fernsehprogramm zu persiflieren. Es gibt zwei ganz klare Vorbilder für diese Idee: das bekannte „Kentucky Fried Movie“ und der weniger bekannte Geheimtipp „Big Gag“. Während im deutschen Fernsehen gerne eine Sendung über deutsche Polizisten im Ruhrgebiet seine Zuschauer findet, so bieten die Amerikaner eine Verballhornung mit mexikanischen Cops an. Diese benehmen sich aber alles andere als vorbildlich und so urinieren sie gegen Hauswände, prügeln grundlos auf harmlose Passanten ein oder schieben mal schnell ein Nümmerchen mit einer transsexuellen Prostituierten. Dann ist da immer wieder ein kleines Intermezzo mit zwei schwulen Clowns, von denen der eine den anderen betrügt. Weiterhin wird prominentes Abhängen im Stil von MTV völlig überzogen dargestellt und dabei ein Wohnzimmer komplett verwüstet.

Dass die Akteure von „Jackass“ kommen, deutet sich immer wieder mal mehr oder weniger deutlich an. Mal sind es sinnfreie Stunts wie z.B. von einem bremsenden Auto mit dem Skateboard zu springen oder sich raufend durch Wohnstuben zu wälzen. Aber nicht nur diese Aktionen verraten die etwas verpeilten Typen, nein, es ist schlicht ein Name: Steve-O. Das ist der Verrückte, der sich ein riesiges Tattoo von sich auf den kompletten Rücken stechen ließ. Er sorgt für den bekannten Fäkalhumor und für Frauen hat er ganz spezielle Ausdrücke übrig. Derjenige Zuschauer, der ein bestimmtes Niveau nicht verlassen will, der sollte möglichst die Finger von diesem Film lassen. Etwas merkwürdig ist die Entscheidung, die deutsche Tonspur über die englische zu legen, ähnlich wie man es aus Dokumentationen kennt.

Niveau ist sozusagen das, was dem ganzen bunten Treiben da auf dem Bildschirm völlig abgeht. Der Humor bewegt sich auf dem Niveau eines Steinzeitmenschen, wobei man denen eigentlich mit diesem Vergleich unrecht tut. Wenn das der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki sehen würde, könnte man ihn beobachten, wie er auf Knien doch noch um den deutschen Fernsehpreis bettelt. Angesichts solcher Filme ist das Fernsehprogramm, trotz Nörgelpromi Bohlen, nahezu niveauvoll. Eines der TV-Formate zeigt dann vollbusige und halbnackte Mädels, die sich in einer Nervenklinik aufhalten und deren einziger Zweck darin besteht, ihre großen Oberweiten zu zeigen. Steve-O taucht als Satan auf und lässt sich dabei bevorzugt oral befriedigen. Wer damit zurecht kommt, der greife zu dieser DVD.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist in Ordnung und entspricht den Anforderungen und Erwartungen an eine DVD. Farben und Kontrast sind stimmig. Der Ton kommt vornehmlich aus dem Center.

Rund sechseinhalb Minuten nehmen beim Bonusmaterial die Versprecher ein. Gut 13 Minuten an geschnittenen Szenen können ebenfalls abgerufen werden, ebenso die werbenden Teaser und Trailer. Knapp vier Minuten widmen sich der Filmpremiere, die am 09. November 2006 stattfand. Ähnlich lang ist eine kleine Videodokumentation die Eindrücke jenseits von den Dreharbeiten eingefangen hat. Hinzu kommen noch mehrere kleine Filmchen, die wohl als Nebenprodukt vom Hauptfilm angefallen sind. Hier gibt es aber keine Übersetzung.

Fazit:
Wer „Jackass“ mag, der wird sicherlich mit „Jackbutt – The TV Movie“ gut zurecht kommen, zumal viele bekannte Gesichter zu entdecken sind. Andere Zuschauer werden mit Sicherheit den Film abschalten. Letztlich ist dies hier eine ganz klare Frage des Geschmacks. Die DVD ist technisch auf einem guten Level.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,78:1
1,78:1
81:07 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Videodokumentation
  • Filmpremiere
  • Deleted Scenes
  • Bloopers
  • Trailer
  • Teaser
  • Sketche
Jackbutt - The TV Movie - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Jackbutt – The TV Movie
National Lampoon’s TV: The Movie

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Fernsehparodie jenseits des guten Geschmacks


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006
Regie:
Sam Maccarone
Drehbuch:
Preston Lacy, Sam Maccarone
Darsteller:
Preston Lacy, Steve-O, Don Abbatiello, Jason Acuna, Dian Bachar, Abraham Benrubi

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
09.10.2008