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DVD-Besprechung - Atlantis - Kontinent der Verlorenen
Story:
Der Fischerjunge Demetrios (Sal Ponti) rettet auf hoher See Antillia (Joyce Taylor), die Prinzessin von Atlantis. Obwohl er noch nie etwas vom Königreich Atlantis gehört hat, gelingt es Antillia ihn zu überreden das große Wagnis einer weiten Reise ins Unbekannte einzugehen und sie dorthin zurückzubringen. Als sie tatsächlich heile dort ankommen, erwartet Demetrios jedoch keine angemessene Belohnung, sondern lediglich ein Dasein als Sklave. Der finstere Zaren (John Dall) hat die Macht übernommen und benutzt Antillias Vater Kronas (Edgar Stehli) nur noch als Marionette. Als Demetrios erfährt, dass dieser an einer neuen Superwaffe arbeitet, die ihm die Weltherrschaft ermöglichen soll, entwirft er einen Plan, um dieses Unheil von der freien Welt abzuwenden.
Meinung zum Film:
"Atlantis - Kontinent der Verlorenen" heißt eigentlich "Atlantis, der verlorene Kontinent". Solche Fehler können eigentlich nur passieren, wenn jemand seinerzeit im Englischunterricht nicht gut aufgepasst hat. Der Regisseur des Films, George Pal ("Der Mysteriöse Dr. Lao"), ist jedenfalls kein Unbekannter und drehte ein Jahr vor Atlantis bereits den Klassiker "Die Zeitmaschine" nach H.G. Wells mit Rod Taylor in der Hauptrolle. Die Geschichte beruht auf dem Musical "Atalanta: A Story of Atlantis" von Gerald Hargreaves aus dem Jahr 1940. Der Drehbuchautor Daniel Mainwaring schrieb 1956 bereits die Vorlage zum Klassiker "Die Invasion der Körperfresser" von Don Siegel. Für die Ausstattung und das Bühnenbild des Films waren mit George W. Davis ("Das Tagebuch der Anne Frank"), William Ferrari ("Das Haus der Lady Alquist") und Henry Grace ("Gigi") gleich drei Oscarpreisträger verantwortlich.
Bei "Atlantis..." handelt es sich um einen Sandalenfilm mit Fantasyeinschlag. Während die Ausstattung bezüglich der Sets und Kostüme auch heute noch überzeugen kann, ist der Film leider hinsichtlich der Spezialeffekte nicht gut gealtert. Bereits die Reise nach Atlantis mit Hilfe von Demetrios Fischerboot bedient sich lausiger Bluescreen-Effekte und Atlantis selbst ist schon von weitem deutlich als Modellbaustadt erkennbar.Im Steinbruch der Sklaven werden auch schonmal gemalte Hintergründe für Bergketten verwendet, was für größere Produktionen eigentlich nicht mehr zeitgemäß war. Ein weiteres Problem des Films sind die seltenen Massenszenen, die deutlich erkennbar aus anderen Produktionen "entliehen" wurden, in diesem Fall handelte es sich dabei um "Quo vadis?" und "Der Nackte Dschungel". Gerade der finale Untergang von Atlantis fällt außerdem nicht sonderlich überzeugend oder gar monumental aus. Der Vulkanausbruch wird hier außerdem erneut mit Hilfe von Material aus "Quo vadis?" bestritten.
Deutlich runder präsentiert sich der Film aber glücklicherweise inhaltlich. Die Geschichte ist für einen Sandalenfilm sehr flüssig und kurzweilig geschrieben. Es wird sich nicht mit Nebensächlichkeiten aufgehalten und auch die unvermeidliche Love Story wird so eingebaut, dass sie den Verlauf des Films nicht ausbremst, sondern wird stattdessen für ein Happy End aufgespart. Trotz zahlreicher Logiklöcher, so bricht man z.B. spontan und ohne jegliche Vorräte nach Atlantis auf, obwohl von einer rund einmonatigen Reisezeit ausgegangen wird, gewinnt die Geschichte zunehmend an Fahrt. Zaren enthüllt seine Weltherrschaftspläne, der Reichtum von Atlantis ist nur auf Sklavenarbeit gegründet und es beherbergt somit ein gewisses revolutionäres Potential. Zudem werden die Sklaven im Rahmen unmenschlicher Experimente auch noch in Tierwesen verwandelt. Der Hohepriester Azor (Edward Platt) wird dann auch regelmäßig bemüht, um die sich verdichtenden Anzeichen für den Untergang des gesellschaftlich von krankhafter Dekadenz zerfressenen Atlantis hervorzuheben und somit die Spannung beim Zuschauer weiter hoch zu halten. Die Darsteller leisten alle ordentliche Arbeit und der Film wirkt auch nicht übertrieben theatralisch.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild dieses 47 Jahre alten Films weist leider zahlreiche Verschmutzungen und ein starkes Rauschen auf. Die Schärfe bewegt sich ebenfalls nur in durchschnittlichen Gefilden und das Bild wirkt häufiger zu weich. Hinzu kommen noch leichte Beschädigungen der Vorlage und eine Farbgebung, die unnatürlich rotstichig wirkt. Im Gegensatz zu bisherigen Fernsehausstrahlungen im Vollbild liegt der Film dafür auf dieser DVD endlich im originalen Seitenverhältnis 1,85:1 vor, wenn auch nur im Letterbox-Format. Bei den beiden Mono-Tonspuren sollten keine sonderlich hohen Ansprüche gestellet werden. Die deutsche Tonspur ist zwar gut verständlich, klingt aber etwas dumpf und wird auch von einem leichten Hintergrundrauschen begleitet. Die englische Tonspur klingt hingegen schon deutlich unnatürlicher, recht blechern, noch stärker verrauscht und sogar noch etwas dumpfer.
Auf der DVD befindet sich lediglich der englische Originaltrailer zum Film, allerdings in deutlich reduzierter Bildqualität.
Fazit:
"Atlantis, der verlorene Kontinent" ist ein kurzweiliger Sandalenfilm mit Fantasyelementen, der zwar tricktechnisch längst nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist, aber hinsichtlich seiner unterhaltsamen, wendungsreichen Geschichte sowie aufgrund seiner überzeugenden Ausstattung immer noch zu den überdurchschnittlichen Vertretern seines Genres gezählt werdenmuß. Die technische Präsentation des Films ist allerdings eher durchschnittlich ausgefallen und die DVD bietet so gut wie kein Bonusmaterial.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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85:41 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 | Englisch Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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- Englischer Originaltrailer
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Atlantis, der verlorene Kontinent
Atlantis, the Lost Continent
Kurzweilige Sandalen-Fantasy mit betagten Effekten aber guter Ausstattung und unterhaltsamer Story
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1961 Regie: George Pal Drehbuch: Daniel Mainwaring (basierend auf einem Musical von Gerald Hargreaves) Darsteller: Sal Ponti, Joyce Taylor, John Dall, Edward Platt, Frank DeKova, Edgar Stehli
Label :
MiG Film
Verkaufsstart : 09.10.2008
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