Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Pompeji - Der Untergang
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Pompeji - Der Untergang

Story:
Marco (Lorenzo Crespi) ist in Valeria (Andrea Osvárt) verliebt und sie wollen heiraten. Doch Marco muss in den Krieg ziehen und so bleibt Valeria bei ihrer Familie in Pompeji zurück. Marco wird im Krieg gefangen genommen und kehrt erst Jahre später nach Pompeji zurück. Valerias Familie ist bei einem großen Beben mittellos geworden und sie selbst ist nun eine Sklavin. Ihr Besitzer will sie befreien, als er Opfer eines Mordes wird. Marco versucht den Mord aufzuklären und kommt nach und nach hinter eine gewaltige Verschwörung. Unterdessen mehren sich die Anzeichen, dass der Vesuv in der Nähe der Stadt ausbrechen könnte. Doch niemand versteht diese Anzeichen zu deuten…

Meinung zum Film:
Es gibt ein paar Katastrophen aus der Vergangenheit, bei denen man nur einen Namen zu nennen braucht und jeder weiß Bescheid. Titanic, Hindenburg sind die Stichwörter bei eher technisch angelegten Katastrophen. Der weihnachtliche Tsunami im indischen Ozean und Pompeji spielen dieselbe Rolle, wenn es um Naturkatastrophen geht. Jetzt haben die Produzenten eines Films über diese Ereignisse immer ein großes Problem: Wie kann man eine zeitlich relativ begrenzte Katastrophe in die Länge eines Films integrieren? Zugegeben: Der Untergang von Pompeji hat insgesamt einen ganzen Tag gedauert. Die entscheidenden Momente, nämlich der Abgang der pyroklastischen Wolke, hat deutlich kürzer, als die Laufzeit eines Films, gedauert. Sicher ist es keine Neuigkeit, dass Titanic vor allem dadurch an Format gewann, weil eine herzzerreißende Liebesgeschichte mit in die Katastrophe verwoben wurde. Da ist es kaum ein Wunder, dass diese moderne Erzählung von Pompeji, die hier vorliegt, einen ganz ähnlichen Weg geht.

Um es vorweg zu nehmen: Was in Titanic funktionierte, geht hier zwar nicht schief, aber es zündet lange nicht in der Form, wie es einst in dem Hollywood-Blockbuster tat. Ob es an den Schauspielern lag, am Drehbuch, an der Umsetzung selbst, ist nicht eindeutig zu identifizieren. Tatsache ist aber, dass fast alles, was sich vor der eigentlichen Katastrophe gekünstelt anfühlt, als würde es nicht so richtig ins Bild passen. Das gilt insbesondere für die Verschwörung gegen Kaiser Titus. Denn wenn man den Historikern glauben darf, war dieser Kaiser ein sehr ausgewogener Herrscher, den keiner wirklich so sehr hasste, dass er ihn beseitigen wollte. Hier ist also eine ganze Menge Fiktion im Spiel, nur um eine Spannung aufzubauen, die es schafft, den Bogen hin zur Naturkatastrophe zu schlagen. Hätte es sich nur um die Liebesgeschichte und die eines korrupten Beamten gedreht, hätte man sicher über die Fiktion hinwegsehen können. Aber eben diese historische Ungenauigkeit ist es, die einiges auseinander fallen lässt.

Schauspielerisch gesehen ist „Pompeji“ auch nicht gerade eine Offenbarung. Man hat mit Lorenzo Crespi zwar einen alt gedienten Recken des italienischen Fernsehens („Carabinieri“) für die Hauptrolle verpflichten können, dessen Mimik allerdings recht eingleisig bleibt und er außer Entsetzen und Wut scheinbar nicht viel zu bieten hat. Alleine Maria Grazia Cucinotta, die die durchtriebene Frau des Schurken dieser Miniserie spielt und durch „Picking Up The Pieces“ einem internationalen Publikum bekannt ist, kann durch ihr Spiel überzeugen. Der Rest des Casts bleibt eher blass und nicht weiter in Erinnerung. Weniger blass bleiben die visuellen Effekte. Denn hier hat man sich wirklich Mühe gegeben und den eigentlichen Schurken des Films, den Vesuv, zu erschreckendem Leben verholfen. Der Ausbruch, der die Stadt unter sich begraben hat, insbesondere aber die pyroklastische Wolke wurden jeweils sehr gut animiert. Und auch die sehr schönen Kulissen und die Ausstattung im Allgemeinen tragen das Ihre dazu bei, dass die Miniserie kein Totalverlust wird. Hier hat man sich extrem viel Mühe gegeben.

Digitale Aufarbeitung:
Man könnte beim Bild meinen, dass der Film schon viele Jahre auf dem Buckel hat. Es ist grobkörnig, weist ein starkes Rauschen auf und ist an manchen Stellen unscharf. Man hat sich bei der Umsetzung sicher keinen Gefallen getan, als man beide Teile des Films auf eine DVD gebrannt hat. Teilweise dürfte das schlechte Bild sicher auf die zu hohe Komprimierung zurückzuführen sein. Enttäuschend ist letztendlich auch der Ton. Sicherlich wurde der Film für das Fernsehen produziert, aber gerade in der neueren Zeit hat man es auch dort fertig bekommen hochwertige Tonspuren beizulegen. Bei einem Film, der nur ein Jahr alt ist, durchaus enttäuschend.

Eine Sonderausstattung ist nicht vorhanden.

Fazit:
„Pompeji“ ist sicher insgesamt nicht schlecht, ist aber auch keine echte Offenbarung. Aber um einmal die Zerstörung der Stadt auf dem neuesten Stand der Technik zu sehen, dafür ist diese TV-Miniserie sicher geeignet.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
2 Folgen à ca. 90 Minuten Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • -
Pompeji - Der Untergang - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Pompeji - Der Untergang
Pompei

Bild unseres Mitarbeiters Bernd Glasstetter
Vulkane explodieren, die Liebe lebt


Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 2007
Regie:
Giulio Base
Drehbuch:
Francesco Arlanch, Salvatore Basile, Saverio D'Ercole
Darsteller:
Larissa Volpentesta, Giuliano Gemma, Giulietta Revel, Vincenzo Bocciarelli, Francesco Pannofino, Selvaggia Quattrini, Fabrizio Bucci, Lorenzo Crespi, Antonio Serrano, Sergio Fiorentini, Andrea Osvárt, Maurizio Aiello, Massimo Giuliani, Massimo Venturiello, Manrico Gammarota, Maria Grazia Cucinotta

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
09.10.2008