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DVD-Besprechung - Das Bankett des Kaisers

Story:
Der Hongkonger Gangster Chiu (Leslie Cheung) steigt aus dem Verbrechermetier aus, um nach Kanada zu gehen und eine Karriere als Küchenchef zu starten, sowie seiner Freundin näher zu sein. Er findet eine Lehrstelle in einem Nobelrestaurant und der Kampf beginnt, die feine Kunst des Kochens zu erlernen. Eines Tages wird sein Arbeitgeber von einem anderen Meisterkoch herausgefordert. Wetteinsatz ist das Restaurant - das Küchenduell beginnt.

Meinung zum Film:
Wir sehen ein Duell der Meisterköche: Meister Kit (Kenny Bee) und Meister Lung (Man Cheuk Chiu) treten gegeneinander an, um zu beweisen, wer der größere Virtuose am Herd ist. Während Lung die erste Runde dank einer genial aromatischen Reiszubereitung für sich entscheiden kann, geht der Sieg der zweiten an seinen Konkurrenten. Denn Lungs Eisskulptur der Chinesischen Mauer löst zwar große Begeisterung bei der Jury aus, doch Kits Tofu-Schnitzerei der Kaiserfamilie ist eben noch einen Tick kunstvoller. Somit steht es also unentschieden. Zu dumm nur, dass Kits Frau, die ein Kind erwartet, mit Komplikationen just in diesem Moment ins Krankenhaus kommt. Das Personal ruft Kit natürlich sofort an, doch dieser entscheidet sich dafür, lieber den Wettbewerb fortzusetzen. Mitten im dritten Wettbewerb besinnt er sich dann zwar und fährt ins Krankenhaus - doch er kommt zu spät. Seine Frau ist bereits nicht mehr vor Ort und hat ihm eine Nachricht hinterlassen, dass sie ihn verlässt, weil sie nicht nur Beiwerk in seinem Leben sein möchte ...

Szenenwechsel: Einige Jahre später. Chiu (Leslie Cheung) ist Bandenchef einer mafiartigen "Geldverleih"-Gruppe. Damit zeigt er sich jedoch nicht zufrieden. Viel lieber würde er die Illegalität hinter sich lassen und Meisterkoch werden, um in einem Hotel in Kanada arbeiten zu können. Dort lebt seine japanische Freundin. Wie will man allerdings Chef de la cuisine werden, wenn man von der Kochkunst nicht den geringsten Hauch einer Ahnung hat? Zufällig trifft er auf Meister Lung, der ihn an einen Konkurrenten "vermittelt". Dieser macht ihm zwar das Leben auch nicht gerade leicht, Chiu bleibt aber trotzdem - wenn auch aus anderen Gründen als eigentlich erwartet, denn er verliebt sich langsam in die rebellische Tochter (Anita Yuen) seines Chefs. Und als dieser von einem Rivalen herausgefordert wird, der Hongkongs komplette Gastronomie an sich reißen will, sind Chiu und seine neue Freundin die einzigen beiden Mitarbeiter, die helfen wollen. Das ist allerdings gar nicht so einfach, denn es soll das legendäre "Bankett des Kaisers" zubereitet werden, das erst zweimal in der Geschichte Hongkongs zubereitet wurde und von dem nur wenige Chefköche wissen, wie es geht. Chiu wendet sich an seinen "Gönner" Lung, doch dieser zählt nicht zu dem Kreis der Auserwählten. Er weiß aber, wer das Bankett zuzubereiten in der Lage ist: Der lange verschollene Meister Kit ...

Regisseur Hark Tsui ("Wong Fei-hung - Die Schwarzen Tiger von Hongkong") legt mit "Das Bankett des Kaisers" eine relativ unterhaltsame Komödie vor, die 1995 entstand, optisch und von der Inszenierung her aber durchaus auch in den 1980ern spielen könnte. Das Thema erinnert stark an die typischen Kung-Fu-Filme aus Hongkong. Auch hier gibt es einen zurückgezogenen Meister, der seine Fähigkeiten verloren hat, und auch hier gibt es einen grünschnäbligen jungen "Schüler", der ihn dazu bringt, sich an die wichtigen Dinge zu erinnern. Allerdings ist der weise Alte in diesem Fall kein weißbärtiger Ex-Shaolin, sondern vielmehr ein Meisterkoch - und statt Fäusten werden die Kochlöffel geschwungen. Das führt zwangsläufig zu lustigen Situationen und die Actionkomödie "Das Bankett des Kaisers" hat öfters damit zu kämpfen, nicht zu sehr in die Klamaukschiene abzurutschen. Doch da der Film insgesamt recht unterhaltsam ist, verzeiht man als Zuschauer dann auch mal extrem alberne Situationen wie z.B. den Kampf des gesamten Küchenpersonals mit einem 100-Kilo-Riesenfisch, der erst im Restaurant die Runde macht und letztlich auf Umwegen in die Kanalisation entflutscht. Positiv hervorzuheben ist zudem die Chemie zwischen Leslie Cheung (der acht Jahre nach dem Dreh Selbstmord beging, indem er von einem Hotel sprang) und Anita Yuen. Die beiden Darsteller sorgen dafür, dass ihre Figuren ein überzeugendes Paar abgeben, sowohl am Herd als auch privat.

Digitale Aufarbeitung:
Der anamorphe Transfer der DVD ist zwar scharf und bietet natürliche Farben, hat dafür aber massive Probleme mit Dropouts und Verschmutzungen, die sich immer wieder deutlich sichtbar zeigen. Rauschen fällt hingegen kaum auf. Der Ton liegt auf Deutsch und Kantonesisch in Stereo vor. Die Dialoge sind gut verständlich, allerdings klingt alles leicht belegt.

Als Bonusmaterial gibt es den Trailer zum Film und eine Bildergalerie.

Fazit:
Mit "Das Bankett des Kaisers" hat Regisseur Hark Tsui eine unterhaltsame Actionkomödie gedreht, die zwar gelegentlich übertriebenen Klamauk bietet, aber insgesamt doch unterhaltsam genug ist, um den Zuschauer nicht zu nerven. Das schon etwas angestaubte Standardthema vieler Kung-Fu-Filme wurde hier in die Küche verlegt, was zudem für etwas frischen Wind sorgt. Leider hat die DVD mit analogen Defekten beim Bild zu kämpfen und bietet außer dem Trailer keine nennenswerten Extras. 

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
102:13 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Kantonesisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Englisch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Bildergalerie
Das Bankett des Kaisers - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Das Bankett des Kaisers
Jin yu man tang

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Teilweise zu klamaukhafte, aber relativ unterhaltsame Kochkomödie


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Hongkong, 1995
Regie:
Hark Tsui
Drehbuch:
Hark Tsui, Philip Cheng, Man Fai Ng
Darsteller:
Kenny Bee, Leslie Cheung, Man Cheuk Chiu, Anita Yuen

Label Deutschland :
WGF
Verkaufsstart Deutschland :
02.10.2008