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DVD-Besprechung - Kill Kill Faster Faster
Story:
Joey One-Way (Gil Bellows) sitzt wegen des Mordes an seiner Frau lebenslang hinter Gittern. Die Zeit im Knast nutzt er jedoch dazu, seine eigene Biographie zu verfassen. Der Filmproduzent Markie Mark (Esai Morales) bekommt Wind davon. Er ist von der Vorlage so fasziniert, dass er sie unbedingt verfilmen will und seine vorzeitige Freilassung unter strengen Auflagen erwirkt. Fatalerweise verliebt sich Joey jedoch in dessen Frau Fleur (Lisa Ray) und beide beginnen eine heiße Affäre. Joeys Arbeit an dem Drehbuch sorgt aber auch dafür, dass er sein neues Leben nicht genießen kann und immer wieder an seine dunkle Vergangenheit erinnert wird. Die Last seiner Schuld schlägt ihm immer stärker auf das Gemüt.
Meinung zum Film:
"Kill Kill Faster Faster" ist das Langfilmdebüt des englischen Regisseurs Gareth Maxwell Roberts ("How to Breed Gibbons"). Er schrieb auch das zugehörige Drehbuch, das auf dem gleichnamigen Roman von Joel Rose ("Kill the Poor") aus dem Jahr 1997 basiert. Die Hauptrollen des Films wurden mit Gil Bellows ("Pursued"), Lisa Ray ("Ball & Chain") und Esai Morales ("Rapa Nui") besetzt.
Der Regisseur bezeichnet den Film als tragische Love Story. Tragisch ist der Film auf jeden Fall, aber eben nicht nur für die drei Hauptcharaktere des Films, sondern auch für den Zuschauer. Die gestohlene Lebenszeit, die für diesen Film aufgewendet wurde, ging nämlich unwiderruflich verloren. Mit seiner optischen Tristesse und der stets melancholisch retrospektiven Erzählerstimme von Joey macht der Film noch am ehesten den Eindruck eines Dramas. In der Beziehung zu Fleur spielt dann allerdings Liebe nur eine untergeordnete Rolle, vielmehr handelt es sich hier um eine auf Gegenseitigkeit beruhende sexuelle Obsession. Auch wenn die Darstellung dieser Sexszenen wenig explizit ausgefallen ist und auf keinen Fall die hohe Altersfreigabe rechtfertigt, ist deren Natur und Stellungsspiel eindeutig auf Provokation ausgelegt. Versetzt wird das ganze noch mit reichlich "Dirty Talk", der jedoch entgegen der Intention vor allem unfreiwillig komisch ausgefallen ist. Angesichts von Stilblüten wie "Dir gehört meine Fotze" oder "Ich will mir mein Gesicht mit deinem Schwanz einreiben" könnte sich so mancher Videothekengänger schon fragen, ob er nicht versehentlich ins falsche Regal gegriffen hat.
Das eigentliche Problem des Films ist aber, dass er zwar weder tiefgründig noch vielschichtig ausgefallen ist, diese Tatsache jedoch durch eine komplizierte Erzählstruktur zu verdecken sucht. So bewegt sich der Film innerhalb zahlreicher verschiedener Zeitebenen von denen zwei, aufgrund ihrer räumlichen Übereinstimmung (Gefängnis), zusätzlich noch kaum auseinanderzuhalten sind. Zusätzliche Dramatik entsteht dadurch allerdings nicht, im Gegenteil wird die magere Handlung dadurch schlichtweg nur weiter verschleppt. Außerdem wird der Zuschauer von Anfang an mit dem Holzhammer auf den Ausgang des Films hingewiesen. Joeys Teppichmesser ist dauernd im Bild, obwohl es ansonsten keinerlei Funktion besitzt, und sein Protegè Markie spricht ständig von Verrat. Letztendlich endet der Film so düster, wie es zu erwarten war. Die schwache kleine Wendung gegen Ende wird allerdings wohl bewusst so nebenbei eingeflochten, dass man sie fast übersieht.
Digitale Aufarbeitung:
Die gesamte Farbgebung des Films fällt gewollt sehr künstlich und eher blässlich-ausdrucksschwach aus. Die Schärfe des Films bewegt sich auf einem guten Niveau, die Kompression sorgt aber für leichte Unruhen. Außerdem liegt auch ein leichtes Bildrauschen vor und helle Flächen überstrahlen sehr stark. Beide Tonspuren bieten eine gute Verständlichkeit und sind sehr frontlastig ausgefallen. Die Qualität der deutschen Synchronisation ist leider durchwachsen. Sie klingt nicht sonderlich natürlich und die Auswahl der Sprecher ist nicht immer ganz glücklich ausgefallen.
Neben dem Originaltrailer und einer Fotogalerie befindet sich auf der DVD auch noch ein ausführliches Interview (59:53) mit dem Regisseur Gareth Maxwell Roberts. Darin äußert sich Roberts durchaus ausführlich zu Aspekten wie der Entstehung des Films, Schwierigkeiten bei den Dreharbeiten oder zu den verwendeten Techniken und dem Look des Films. Er beschließt das Interview mit harschen Attacken gegen das UK Film Council, das ihm wiederholt die finanzielle Unterstützung seines Films verweigert hat. Angesichts der Qualität des Films muss man bei Roberts wohl das "Boll-Syndrom" konstatieren. Es äußert sich darin, dass Regisseure qualitativ minderwertiger Filme ihr Versagen dadurch kompensieren, dass sie sich selbst zu Märtyrern und verkannten Genies erklären. Das gesamte Interview liegt lediglich in englischer Sprache ohne jegliche Untertitel vor, was nicht mehr zeitgemäß ist. Aufgrund der eher unprofessionellen Durchführung ergibt sich auch eine Reihe von Problemen. Zunächst sind die Fragen des Interviewers akustisch kaum zu vernehmen, zum anderen wurde das Interview nachträglich offensichtlich nicht mehr aufbereitet. Während des Interviews, das auf einem hässlichen Balkon stattfindet, ergeben sich mehrere, längere Zwangspausen. So fährt z.B. ein Polizeiwagen in der Nachbarschaft vor oder ein Linienflugzeug überfliegt das Wohnviertel. Das ist natürlich auch eine Möglichkeit, auf eine lange Interviewlaufzeit zu kommen.
Fazit:
"Kill Kill Faster Faster" ist für den Zuschauer ein Albtraum aus Langeweile, derber Sprache und unfreiwilliger Komik, die ausgerechnet durch die Passagen gespeist wird, die provozieren sollten. Die Altersfreigabe ist ebenso unverständlich wie die umständliche Erzählstruktur des Films und eine Love Story fehlt hier genauso wie Spannung oder Dramatik. Technisch geht die DVD in Ordnung, der spezielle Look des Films wirkt aber vor allem billig und das Bonusmaterial kann auch nur bedingt überzeugen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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98:42 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Originaltrailer
- Interview mit Regisseur Gareth Maxwell Roberts
- Fotogalerie
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Kill Kill Faster Faster
Kill Kill Faster Faster
Fast Forward, Faster Faster! - Oder der Verlust von 98 Minuten Lebenszeit, die einem keiner zurück gibt!
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien / Niederlande, 2008 Regie: Gareth Maxwell Roberts Drehbuch: Gareth Maxwell Roberts (basierend auf einem Roman von Joel Rose) Darsteller: Gil Bellows, Lisa Ray, Esai Morales, Moneca Delain, Shaun Parkes, Stephen Lord
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 10.10.2008
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