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DVD-Besprechung - Love (and other disasters)

Story:
Emily 'Jacks' Jackson (Brittany Murphy) ist eine Amerikanerin, die bei der britischen Vogue in London als Assistentin arbeitet. Sie lebt zusammen mit dem Homosexuellen Peter Simon (Matthew Rhys), der ihr bester Freund ist. Das Liebesleben von beiden ist sehr zerfahren. Während Emily auch Monate nach der Trennung noch immer mit ihrem Ex-Freund James (Elliot Cowan) schläft, jagt Peter dem idealen Traumbild eines Partners hinterher. Als Emily den Fotografen Paolo (Santiago Cabrera) trifft und denkt, dass dieser schwul sei, versucht sie ihn mit Peter zu verkuppeln. Dabei ist Paolo alles andere als an dem männlichen Geschlecht interessiert und er verliebt sich auf der Stelle in die quirlige Jacks.

Meinung zum Film:
Regisseur und Drehbuchautor Alek Keshishian hat bislang kaum nennenswertes in seiner Vita stehen. Lediglich die in den 80er-Jahren ein klein bisschen skandalöse Selbstinszenierung von Madonna Louise Cicconi in „In Bed with Madonna“ brachte ihn kurzzeitig in das hintere Glied des Rampenlichts, aus dem er dann aber ebenso schnell wieder verschwand. Nach dem 3 Jähre später gedrehten, aber weitestgehend unbeachteten „Ein genialer Freak“ kommt nun mit „Love (and other disasters)“ ein weiterer Versuch in die Heimkinos, die Sympathien des Publikums zu gewinnen. Die Hauptrolle in seinem Film spielt Brittany Murphy („8 Miles“), die in die Rolle der lebensfreudigen, oberflächlichen Jacks schlüpft. Jacks großes Vorbild ist Holly Golightly, die von Audrey Hepburn in dem Blake Edwards Klassiker „Frühstück bei Tiffany“ dargestellt wurde. Ihre Vorliebe für die Lebedame wird vor allem dadurch deutlich, dass sie mit Vorliebe ihre Garderobe in Anlehnung an ihren Lieblingsfilm wählt.

Aber auch inhaltlich gibt es einige Parallelen zwischen dem Filmklassiker, bzw. der Romanvorlage und dem Drehbuch von Alek Keshishian. Am Auffälligsten ist dabei sicherlich, dass Jacks mit Peter einen Homosexuellen als besten Freund hat, der ihr immer wieder halt gibt und zu dem sie gehen kann, wenn sie Sorgen hat. Auch ihre Lebenshaltung, mit einer Mischung aus Naivität und Abstand durchs Leben zu ziehen, ist der von Golightly nicht ganz fremd. Lediglich hinsichtlich des Lebensunterhalts zieht Jacks dann doch einen etwas konservativeren Weg vor und geht einer regelmäßigen Arbeit nach. Mit ihrem alten Freund hat sie schon längere Zeit abgeschlossen, schläft aber weiterhin regelmäßig mit ihm, da sie ihn nicht verletzen möchte, indem sie den Schlussstrich zieht. Für neue Männer hat sie dadurch keine Freiräume, möchte sich aus Angst davor, verletzt zu werden aber ohnehin nicht ernsthaft verlieben. Ihrem besten Freund ergeht es ähnlich glücklos in Sachen Beziehung und bei der verkrampften, aber wenig intensive Suche nach dem perfekten Partner schreckt er schon zurück, bevor er überhaupt den ersten Schritt gemacht hat. Würde Jacks ihn nicht immer wieder schubsen, würde er wohl nie jemanden kennen lernen. Nur leider ist Paolo, den Jacks als perfekten Partner für Peter sieht, überhaupt nicht schwul und als sie in Unterwäsche vor ihm herstolziert, im sicheren Glauben, dass es ihn nicht reizen wird, wird dem Zuschauer schnell klar, wie sich die ganze Geschichte von diesem Punkt an weiterentwickeln wird.

Bis der Film so richtig in die Gänge kommt, ist einige allerdings bereits einiges an Zeit vergangen. Die Einleitung ist viel zu lang geraten und man hat in der ersten halben Stunde irgendwie das Gefühl, dass die Geschichte auf der Stelle tritt und auch die witzigen Momente wollen in dieser Phase nicht so recht greifen. Mit der Zeit steigern sich Story und Humor aber deutlich und nehmen zusehends Fahrt auf. Der Mittelpunkt ist dabei stets Brittany Murphy, die mit ihren kullernden Rehaugen und ihrem Schmollblick schnell die Sympathien des Publikums gewinnt. Die gebotenen Gags sind zwar nicht unbedingt sonderlich innovativ, zaubern aber immer wieder ein breites Grinsen in Gesicht. Der Plot selbst verfängt sich aber immer wieder ein seiner oberflächlichen Art und dem Versuch, zu viele kleine Nebenschauplätze einzubringen. So ist zum Beispiel die ganze Arbeitssituation bei der Vogue vollkommen kitschig inszeniert und hätte problemlos komplett raus fallen können. Auch Peters Versuche mit dem Drehbuchschreiben dienen nur für die große Schlusspointe, erscheinen ansonsten aber ziemlich aufgezwungen. So lässt sich „Love (and other disasters)“ am Ende gut mit der Person der Holly Golightly beschreiben. Er ist oberflächlich und naiv, möchte sich nicht zu sehr mit den Gefühlen der Liebe beschäftigt, konzentriert sich dafür aber viel lieber mit der Leichtigkeit des Lebens und den heiteren Momenten des Daseins. Mit einer paar wenigen Änderungen am Drehbuch wäre durchaus mehr möglich gewesen, aber vielleicht hatte es dieses ja auch niemals im Sinn.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck. Die Schärfe bietet einen ordentlichen Durchschnittswert, die Farben sind gut abgestimmt und auch der Kontrast gibt sich keine Blöße. Lediglich die Helligkeit erscheint ein bisschen zu steil angelegt zu sein, wodurch helle Flächen teilweise zum Überstrahlen neigen. Bei der DVD sind zudem 2 Masteringfehler zu erkennen, so bleibt das Bild an einer Stelle kurz hängen, wobei es sich eindeutig nicht um den Layerwechsel handelt, und an einer anderen Stelle gibt es zusätzlich deutliche Pixelblöcke beim Schnittwechsel zu sehen. Der Ton ist in einem ordentlichen Dolby-Digital-5.1-Mix vorhanden, der durchweg gut zu verstehen ist, sich in Sachen Raumklang aber eher dezent zurückhält. Unerfreulicherweise gibt es keine Untertitel auf der DVD zu finden.

Das deutsch synchronisierte 26-minütige Making Of ist zwar voll von gegenseitiger Lobhudelei, bringt aber auch einiges von dem Spaß herüber, der offensichtlich am Set herrschte. Es folgen anschließend noch ein knapp 11-minütiges Interview mit Hauptdarstellerin Brittany Murphy in englischer Sprache ohne Untertitel und der Trailer zum Film.

Fazit:
„Love (and other disasters)“ ist eine leicht verdauliche Liebekomödie mit Startproblemen, die vor allem von der bezaubernden Brittany Murphy und einigen netten Gags lebt. Die Geschichte selbst wirkt in einigen Momente aber viel zu oberflächlich, als dass dieser Teil des Films wirklich überzeugen könnte. Für vergnügliche rund 87 Minuten ist aber dennoch gesorgt und wer lockere Unterhaltung mit ein wenig Romantik sucht, kann sich bedenkenlos in diese andere Katastrophe stürzen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
1,85:1
1,85:1
86:30 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Interviews
  • Trailer
Love (and other disasters) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Love (and other disasters)
Love and other disasters

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Frühstück bei Brittany


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich / UK, 2006
Regie:
Alek Keshishian
Drehbuch:
Alek Keshishian
Darsteller:
Brittany Murphy, Matthew Rhys, Santiago Cabrera, Catherine Tate, Jamie Sives, Elliot Cowan, Stephanie Beacham, Will Keenn, Samantha Bloom, Frédéric Anscombre, Dawn French, Michael Lerner

Label Deutschland :
3L
Verkaufsstart Deutschland :
16.10.2007