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DVD-Besprechung - Das Phantom aus dem Eis
Story:
Ein sechsköpfiges, koreanisches Expeditionsteam will den "Pol der Unzugänglichkeit", mitten in der Antarktis, erreichen. Es handelt sich dabei um den Punkt des Kontinents, der von allen Seiten am weitesten von der Küste entfernt ist. Die Temperaturen können hier auf bis zu 80 Grad Celsius unter Null absinken. Aber nicht nur die extremen Umweltbedingungen machen den Expeditionsteilnehmern zu schaffen. Nach dem Fund des Tagebuchs einer britischen Gruppe aus dem Jahr 1922 häufen sich seltsame Phänomene, ein Expeditionsteilnehmer verschwindet spurlos, der Funkkontakt zum Basiscamp bricht ab und der Anführer, Choi Do-hyung (Kang-ho Song), benimmt sich zunehmend so als wäre er von dieser Mission krankhaft besessen.
Meinung zum Film:
Regisseur Pil-Sung Yim ("Hansel and Gretel") gab mit "Antarctic Journal" sein Regie- und Drehbuchdebüt. Sein Co-Autor Joon-ho Bong ("Memories of Murder") ist da schon deutlich erfahrener und war auch schon häufiger als Regisseur tätig. In dieser Funktion drehte er mit eben jenem Pil-Sung Yim in der Rolle eines Darstellers auch schon den Genre-Mix "The Host", der in Südkorea ein großer Hit war. Die bekanntesten Schauspieler in "Antarctic Journal" sind Kang-ho Song, der in Chan-wook Parks "Sympathy for Mr. Vengeance" als nach Rache dürstender Vater überzeugte, und Ji-tae Yu, bekannt als Fiesling aus "Oldboy", ebenfalls von Chan-wook Park.
Die Unterbringung von "Antarctic Journal" in einem bestimmten Genre gestaltet sich äußerst schwierig. Die Geschichte beginnt als Abenteuerfilm im ewigen Eis, greift dann immer wieder Elemente des Mystery-Horrors auf, trägt aber auch die Züge eines Psychothrillers bzw. eines Dramas im Ewigen Eis. Zunächst einmal weiß der Film mit einer gelungenen Optik und einer mitreißenden Atmosphäre zu begeistern, die daraus resultiert, dass der unbarmherzige Kampf todesmutiger Abenteurer gegen die unerbitterlichen Urgewalten der Schöpfung (Schneestürme, Eiseskälte, Ständiges Sonnenlicht, aber keine Wärme) im Mittelpunkt steht. Spätestens mit dem Fund des namensgebenden Tagebuchs, des "Antarctic Journal", häufen sich aber innerhalb des Films die unheimlichen Phänomene und sorgen für eine dementsprechende Erwartungshaltung beim Zuschauer. Hinzu kommen noch Differenzen innerhalb der Gruppe, die zunehmends dezimiert wird und deren Anführer offensichtlich dem Wahnsinn immer näher kommt. Diese Elemente sorgen im Zusammenspiel für eine gehörige Portion Spannung. Leider wird aber mit zunehmender Dauer des Films immer deutlicher, dass der Höhepunkt des Films damit längst erreicht, bzw. sogar schon überschritten wurde. Die aufgestauten Konflikte innerhalb der Gruppe werden zwar nie wirklich aufgelöst, das spielt aber keine Rolle, da Choi Do-hyung seinen Männern stets mindestens zwei Schritte voraus ist. Er stellt Kritiker ruhig und schreckt auch vor der Sabotage wichtiger Ausrüstungsgegenstände nicht zurück, um die Gruppe zum Weitermachen zu zwingen. Seine Führerschaft wird dabei aber nie ernsthaft herausgefordert.
Aber nicht nur das Psychoduell wird auf halber Strecke abgeblasen. Der weit größere Etikettenschwindel des Films ist die Tatsache, dass der Großteil der Mysteryelemente auch als einfache Halluzinationen gedeutet werden können. Die Lebensumstände und Entbehrungen fordern eben ihren Preis. Es gibt aber auch Elemente, wie z.B. einen visuellen Hilferuf der das Basiscamp erreicht, obwohl gar kein Kontakt mehr zur Gruppe besteht, die mit Logik oder Psychologie nicht zu erklären sind. Der Film schert sich darum allerdings herzlich wenig und wirft diese Elemente in der Auflösung einfach ohne Erklärung über Bord, was sehr unbefriedigend ist. Aufgrund des ausbleibenden zusätzlichen Spannungsanstiegs verliert sich der Film schließlich leider, analog zur Expedition, im Ewigen Eis und stellt den Betrachter auf eine harte Geduldsprobe, die aber aufgrund der enttäuschenden Auflösung ohne besondere Überraschungen nicht belohnt wird. Da nutzen auch die zunehmend pseudo-philosophisch anmutenden Gespräche der Überlebenden nicht mehr viel, ebensowenig wie der offensichtlich von allen guten Geistern verlassene Anführer der Gruppe, der immer stärker am Rad zu drehen beginnt.
Digitale Aufarbeitung:
Technisch gibt es bei dieser DVD nichts zu meckern. Gute Bildschärfe, ein ausgewogener Kontrast und satte Farben verwöhnen das Auge. Bildrauschen ist lediglich in minimalem Umfang vorhanden. Beide Tonspuren überzeugen mit guter Verständlichkeit und die deutsche Synchronisation gestaltet sich sehr professionell. Effekttechnisch gibt sich der Film allerdings, entsprechend der kargen Landschaft, eher sparsam. Lediglich das omnipräsente Heulen des Windes versteht es alle Lautsprecher mit einzubeziehen.
Auf der DVD befinden sich lediglich der deutsche Trailer und der koreanische Originaltrailer.
Fazit:
"Antarctic Journal" beginnt vielversprechend, ist optisch ansprechend und bietet eine gut aufgelegte Darstellerriege. Die zunächst erfolgreich aufgebaute Grundspannung steigert sich aber schon bald nicht mehr und der Film beginnt zwischen den Genres hin- und herzuwechseln, nur um letztendlich besonders die Freunde des Mystery-Horror mit dem unbefriedigenden Ende völlig vor den Kopf zu stoßen. Letztendlich ist der Film aufgrund seiner Unentschlossenheit und Ziellosigkeit leider weder Fisch noch Fleisch und versackt trotz all seines Potentials in der Mittelmäßigkeit. Technisch ist die DVD aber absolut gelungen, auch wenn auf Extras weitgehend verzichtet werden muß.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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115:13 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Koreanisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Deutscher Trailer
- Originaltrailer
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Antarctic Journal
Namgeuk-ilgi
Was als Mystery-Horror beginnt, reduziert sich letztendlich auf ein Psycho-Drama
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Südkorea, 2005 Regie: Pil-Sung Yim Drehbuch: Pil-Sung Yim, Joon-ho Bong Darsteller: Kang-ho Song, Ji-tae Yu, Hie-sun Park, Kyeong-ik Kim, Duek-mun Choi, Hye-jeong Kang
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 16.10.2008
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