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DVD-Besprechung - Prom Night (Unrated Version)

Story:
Vor 3 Jahren wurde Donnas (Brittany Snow) Familie von ihrem ehemaligen High-School-Lehrer (Johnathon Schaech) ermordet, weil dieser von seiner Schülerin besessen war und sie für sich alleine haben wollte. Donna wurde von ihrer Tante aufgenommen und schaffte es trotz psychischer Belastung, die High School abzuschließen. Doch pünktlich zur Prom Night ist der Killer aus der Haft ausgebrochen und erneut hat er wieder nur eines im Sinn – Donna für sich alleine zu haben.

Meinung zum Film:
Im Zuge der großen Slasher-Welle in den 80er-Jahren kam auch „Prom Night“ in die Kinos, der mit Jamie Lee Curtis („Halloween“) eine der gefragten Genre-Darstellerinnen in der Hauptrolle zu bieten hatte. Inhaltlich stellte der Film aber lediglich einen Schnellschuss dar, der nur wenig Horror-Qualitäten zu bieten hatte und auch bei den Effekten im Vergleich zu seinen direkten Konkurrenten kaum zu punkten verstand. Drehbuchautor und Produzent J.S. Cardone („Der Pakt - The Covenant“) sicherte sich die Rechte an dem Film und schrieb das Skript für ein Remake. Die Gemeinsamkeiten sind aber einzig der Titel und die Tatsache, dass beide Filme die High-School-Abschlussfeier, eben die Prom Night als zentralen Handlungsort haben. Der Rest ist vollkommen anders, aber nicht besser anders, sonder eher das Gegenteil. Unter der Regie des lediglich als Gastregisseur bei TV-Serien erprobten Nelson McCormick („Prison Break“, „Alias“) entstand ein Film, der den Beweis antritt, dass es immer noch schlimmer kommen kann. Denn wer denkt, dass der Original „Prom Night“ schlecht war, wird die Steigerung dazu mit dem Remake sehen. Charakterlose Protagonisten ohne Sympathiewert, eine Story, die nur als Beleidigung des kleinsten Funken Verstands gewertet werden kann und Morde ohne Spannung und Dramatik sorgen dafür, dass selbst die Minimalanforderungen, die Genre-Freunde an einen Teenie-Slasher stellen, nicht erfüllt werden können.

Vor allem das Drehbuch fällt durchweg durch negative Glanzleistungen auf, indem es so alberne Momente präsentiert, dass sich so manch einer Fragen dürfte, ob es sich hier tatsächlich um einen ernst gemeinten Horror-Film handelt, oder doch eher um den neuesten Teil der „Scary Movie“-Reihe. Eines dieser Glanzleistungen ist die Jagd des Killers auf Lisa. Dass diese überhaupt erst in diese Situation kommt, ist schon ein Brüller. Denn den ganzen Abend erzählt sie davon, wie sehr sie sich wünscht, Prom Queen zu werden. 10 Minuten vor Verkündung der diesjährigen Königin verdrückt sie sich aber mit ihrem Freund zum Schäferstündchen aufs Zimmer, wo sie vielleicht einen Wunsch erfüllt bekommen wird, aber garantiert nicht erfährt, wer zur Queen gewählt wurde! Bei ihrer Flucht vor dem Killer rennt Lisa aus dem Treppenhaus in eines der unteren Stockwerke des Nobelhotels, das wie in der Rohbauphase aussieht und eine mit Planen behangene Fläche darstellt. Hier rennt sie dann in ein Zimmer, das zum restlichen Rohbau-Aussehen überhaupt nicht passt und in dessen Tür das Schloss fehlt! Als nächstes schreckt Lisa bei ihrer Flucht einige Tauben auf, die sich offensichtlich mitten in der Etage des exquisiten Hotels eingenistet haben! Spätestens in diesem Moment hat der Film eine ganz große Portion Ernsthaftigkeit verloren und als Zuschauer fragt man sich, wie viele solch dummer Geschehnisse man noch über sich ergehen lassen muss. Einige, lautet die Antwort auf diese Frage.

Doch selbst wenn die ganzen peinlichen Ereignisse mal außen vor gelassen werden, gewinnt „Prom Night“ dadurch noch immer nicht genügend klasse, um zumindest als No-Brainer unterhalten zu können. Ein großes Problem ist, dass der Killer bereits von Beginn an fest steht. Im Gegensatz zu anderen Slashern, wo einer der Reize darin besteht zu raten, wer für das Ableben der anderen sorgt, gibt es dieses Ratespiel hier nicht. Des Weiteren kann der Killer selbst auch nicht sonderlich überzeugen und wirkt wie ein billiger Abklatsch des Täters aus „High Tension“. Mit Baseball-Cap auf dem Kopf läuft er meist mit gesenktem Blick durch die Gegend. Gefährlich wirkt dies allerdings nicht. Spannung versucht Regisseur McCormick durch billige Taschenspielertricks zu erreichen, wie etwa dem plötzlichen Auftauchen des Killers im Spiegel oder hinter den Personen. Doch die Wirkung dieser Spannungsmomente, wenn sie denn überhaupt als solche gesehen werden können, hat sich sehr schnell abgenutzt und als Zuschauer ist es einem eh ziemlich egal wen es als nächstes erwischt. Denn sämtliche Personen im Film sind nicht mehr als Schemen, die man gerne dem Killer zum Opfer gibt, da man so wenigstens nicht länger ihre platten Dialogen und dummen Verhaltensweisen über sich ergehen lassen muss.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild versteht es deutlich besser zu gefallen als der Film. Sowohl Farbgebung als auch Kontrast und Helligkeit sind gut aufeinander abgestimmt und sorgen für besten Sehgenuss. Auch der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist gut gelungen, ohne sich in Sachen Räumlichkeit jedoch übermäßig bemerkbar zu machen.

Bei den Extras gibt es zunächst einen Audiokommentar mit Regisseur Nelson McCormick, Darstellerin Brittany Snow und Darsteller Johnathon Schaech, der aber auch nicht dazu beitragen kann, dass der Film an Klasse gewinnt. Es folgen rund 5 Minuten nicht verwendeter Szenen, die ebenfalls kaum dazu beitragen können. Das 33-sekündige, nachgeschobene Ende hat den Vorteil, dass es noch einen kleinen Schlussgag präsentiert, welcher aber genauso platt ist wie der Rest. Die knapp 2 Minuten Versprecher haben den Vorteil, dass diese gewollt witzig sein sollen und dies überwiegend auch schaffen. Anschließend gibt es noch das Videotagebuch zu sehen, das während der Prom-Night-Party vor der Queen-Verkündung im Hintergrund zu sehen ist. Das knapp 13-minütige Making Of zum Film zeigt in erster Linie Statements der Künstler und wenn man den Regisseur über den Schrecken des Film reden hört, fragt man sich unweigerlich, ob er wirklich vom eben gesehenen Film redet. In „Profil eines Killers“ wird versucht, die Motivation des Mörders ein wenig zu ergründen, was aber ebenfalls nicht ganz gelingen will. Es folgen noch ein Beitrag über die Sets und einer paar Prom-Night-Erinnerungen der Darsteller.

Fazit:
„Prom Night“ ist eindeutig von der Sorte Film, die man dazu nutzen kann, um zu zeigen, wie selbst hirnlose Teenie-Slasher kräftig in den Sand gesetzt werden können. Neben den profillosen, platten Charakteren und dem langweiligen Killer ist es vor allem das hanebüchene Drehbuch mit selten dämlichen Momenten, das zum schlechtesten gehört, was das Genre hervorgebracht hat.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
85:37 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur Nelson McCormick, Darstellerin Brittany Snow und Darsteller Johnathon Schaech
  • Entfallene Szenen
  • Alternatives Ende
  • Die besten Versprecher
  • Bridgeport High Vikings Video Jahrbuch
  • Making Of Prom Night
  • Profil eines Killers
  • Schaurige Plätze - Die perfekte Location
  • Abschlussball - Geschichten der Schauspieler
Prom Night (Unrated Version) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Prom Night
Prom Night

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Platter, dämlicher und spannungsärmer geht es kaum noch


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / Kanada, 2008
Regie:
Nelson McCormick
Drehbuch:
J.S. Cardone
Darsteller:
Brittany Snow, Idris Elba, Johnathon Schaech, Scott Porter, Dana Davis, Collins Pennie, Jessica Stroup, Kelly Blatz, James Ransone, Jessalyn Gilsig, Linden Ashby

Label Deutschland :
Sony Pictures Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
28.11.2008