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DVD-Besprechung - Dornröschen - Platinum Edition

Story:
Die Geschichte kennt fast jedes Kind: Prinzessin Aurora wird an ihrem Geburtstag durch einen schrecklichen Fluch der ungeladenen Fee Malefiz dazu verdammt, sich bis zu ihrem 16. Geburtstag an einer Spindel zu stechen und tot umzufallen. Immerhin kann eine der drei guten Feen, die ihren Wunsch für die Prinzessin noch nicht geäußert hat, ihre Zauberkräfte einsetzen, um diesen Bann abzuändern, so dass Aurora nicht sterben wird, sondern nur in einen tiefen Schlaf fallen soll, bis sie wieder wachgeküsst wird. Sie nehmen das Mädchen bei sich auf und Aurora wächst versteckt im tiefen Wald bei den dreien zu einer jungen Frau heran. Ihre einzigen Freunde sind die Tiere des Waldes, jedoch begegnet sie an ihrem 16. Geburtstag dem jungen Prinzen Phillip. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Am selben Tage noch wird sie auf das Schloss ihrer Eltern zurückgebracht, die sie, seitdem sie im Wald versteckt wurde, nicht mehr gesehen hat. Dort verführt sie die Malefiz sich an die Spindel zu setzen und sofort sticht sie sich und fällt, dank der Zauberkräfte der guten Feen, nur in einen tiefen Schlaf, anstatt zu sterben. Nur allein der Kuss des geliebten Prinzen Phillip kann sie erwecken. Doch zuvor muss der Prinz gegen die böse Malefiz kämpfen…

Meinung zum Film:
„Sleeping Beauty“, so der Originaltitel des Films, ist der 16. abendfüllende Zeichtrickfilm der Walt Disney Studios und basiert auf dem Märchen „Die schlafende Schöne aus dem Wald“ des französischen Schriftstellers Charles Perrault. Schon für „Cinderella“ wählte Walt Disney eine Märchenvorlage von Perrault als Grundlage für das Drehbuch. Zeichnerisch und technisch ist „Dornröschen“ ein absolutes Meisterwerk, das definitiv auf der Höhe seiner Zeit ist: Der Film kam nicht nur mit Stereo-Ton in die Kinos, sondern wurde zudem im Breitwand-Verfahren Technirama 70 präsentiert. Der Disney-Filmtechniker und Spezial-Effekt-Experte Ub Iwerks entwickelte für die Aufnahmen ein eigenes anamorphotisches Weitwinkelobjektiv. Dafür haben die Zeichner wundervolle Breitwandhintergünde geschaffen. Gerade die Außenansicht des Schlosses, sowie der Thronsaal sind kleine Kunstwerke, die vor Detailreichtum (Wappen, Wandteppiche, usw.) nur so strotzen. Für die Animationen einiger Szenen (Dornröschens Tanz, der finale Kampf Prinz Phillips mit dem Drachen) wurden Fotos von Modellen, die diese Sequenzen vorgespielt haben, als Vorlage verwendet, was zur Folge hat, dass die Bewegungen der Figuren einen erstaunlichen Realismus bekommen. Ein Realismus, wie er für keinen zweiten Zeichentrickfilm aus dem Hause Disney mehr erreicht wurde.

Musikalisch hingegen ging Disney den klassischen Weg. Das berühmte „Dornröschen – Ballet“ von Komponist Peter Tschaikowsky bildet den Hauptbestandteil der oscar-nominierten Filmmusik, die neu arrangiert und durch die Disney-typischen Songs ergänzt wurde, welche sowohl von einem Chor, als auch von Solisten dargeboten werden. Für heutige Verhältnise hat der Film einen etwas langatmigen Mittelteil, der in der Waldhütte der drei Feen spiel. Erst gegen Ende bekommt der Film etwas mehr Pep, Humor, Action und Spannung. Generell wird „Dornröschen“ durch eine sehr ruhige Erzählweise geprägt, an die sich der Zuschauer unserer Tage erst einmal gewöhnen muss. Modern dafür ist Prinzessin Aurora, die als Hauptidentifikationsfigur sich trotz ihrer adligen Abstammung gegen den für sie „vorgesehenen“ Prinz Phillip und für den geheimnisvollen Fremden, den sie im Wald trifft entscheidet. Ironie des Schicksals ist es, dass es sich dabei um ein und die selbe Person handelt.

Walt Disneys letzter Zeichentrickfilm hätte eigentlich sein Werk krönen sollen, doch die Kritiker verschmähten das Werk. Dabei taten sie dem Film unrecht. Es ist unbestritten, dass dem Studio nie zuvor eine bessere Umsetzung menschlicher Figuren in einem Zeichentrickfilm gelungen ist. Diese Animationen können selbst 60 Jahre später noch überzeugen und sind von herausragender Qualität. Außerdem sorgen Tschajkowskis Musik und der visuelle Stil des Hintergrund-Malers Eywind Earl für zusätzliche Abwechslung gegenüber seinen Vorgängern. Nicht ohne Grund ist das „Dörnröschen-Schloss“ Mittelpunkt und Herz sämtlicher Disneyparks in aller Welt. Während „Cinderella“ und „Schneewittchen“ noch geprägt waren von runden und sanften Formen, kommt „Dornröschen“ kantig und eckig daher. Ausserdem wurde mit Malefiz wohl einer der finstersten Disney-Figuren erschaffen, die nichts von ihrer Bösartigkeit verloren hat.

Digitale Aufarbeitung:
Bereits 2004 wurde „Dornröschen“ von Buena Vista Home Entertainment innerhalb der Special Collection als 2-Disk-DVD veröffentlicht. Schon damals wurde das Bild restauriert und dem Stereoton ein digitaler Neumix in Dolby 5.1 verpasst. Wer diese DVD besitzt, der weiß, was für ein gutes Produkt er im Regal stehen hat. Nur, wer denkt, dass es sich Disney einfach gemacht hat und den Film zum 50. Jubiläum einfach noch einmal dito auflegt, der liegt komplett falsch! Das Bild dieser Platinum Edition begeistert durch seine beeindruckende Schärfe und die kräftigen Farben. Hier wurde wirklich noch einmal Hand angelegt und das Endprodukt braucht sich zu keinem Zeitpunkt hinter einer aktuellen Zeichentrickfilm-Produktion zu verstecken. Wüsste man es nicht haargenau, käme man nicht auf die Idee, dass das Ausgangsmaterial bereits fünfzig Jahre alt ist. Auch beim Ton wurde der Dolby-Digital-5.1-Mix aufgemotzt und das bestmöglich als „Enhanced Home Theater Mix“ zusammengestellt. Die Dialoge kommen zwar weiterhin primär aus dem Center und besonders die deutsche Fassung klingt etwas blechern, aber die Musik und der Gesang erzeugen ein wundervolles Klangbild in den eigenen vier Wänden. Der Endkampf zwischen Malefiz und Prinz Philip lässt es dann auch wirklich krachen. Zeitweise kommt man als Zuschauer nicht aus dem Staunen heraus.

Wo soll man bei dem sehr umfangreichen Bonusmaterial anfangen? Die meisten Extras aus der „Special Collection“ haben es ebenfalls auf diese DVDs geschafft. Die waren schon sehr umfangreich, aber nun hat man noch einige sehr spannende Boni mit dazu gepackt. Zu den Highlights gehören das 45minütige Making of zu „Sleeping Beauty“. Alle wichtigen Leute kommen zu Wort und blicken zurück. Dann ist da noch das Extra mit dem seltsamen Titel „Sequenz 8“. Dabei handelt es sich um die lange Szene im Wald, bei der Aurora auf Prinz Phillip trifft. An dieser Sequenz wurde so lange gearbeitet, dass sich das Studio seinerzeit beinahe finanziell ruiniert hatte. Eyvind Earle ist der Künstler, dem „Dornröschen“ den Stil und die Hintergründe verdankt. So ist es das entsprechende Extra zu seiner Person eine Hommage an seine Arbeit und sein Talent. Es lohnt sich durch die hübsch animierten Menüs zu klicken und neue Extras zu entdecken. Selbstverständlich fehlen Extras wie zwei neu interpretierte Songs zum Film, Spiele oder „Spielend Englisch lernen mit Dornröschen“ nicht. Diese Extras sind inzwischen fast schon Standard einer Disney DVD und sind an das ganz junge Zielpublikum dieses Film gerichtet. Die Platinum Editon bietet noch rund zwei Stunden zusätzliches Filmmaterial über den Hauptfilm hinaus. Eine Jubiläums-Edition, die den Namen verdient hat und kaum Wünsche offen lässt.

Fazit:
„Dornröschen“ ist ein zeitlos schöner Zeichentrickfilm, der durch seine künstlerisch ansprechenden Zeichnungen und perfekte Animationen begeistern kann. Auf technischer Ebene wird ein erstklassig restauriertes Bild geboten und der Ton kann ebenfalls in allen Belangen überzeugen. Im Bereich der Extras bietet Disney, wie es sich für eine Platinum Edition gehört, das volle Programm. Hier bleiben kaum keine Wünsche offen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
2,35:1
2,35:1
75:58 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Französisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar
  • Ausführlicher Bonus zum kunstvollen Gesamt-Design des Films
  • Einfach perfekt: Das "Making Of" von Dornröschen
  • Die Original Disneyland Dornröschen-Schloss-Attraktion
  • Musikvideo mit Sandy: "Eines Nachts im Traum"
  • Alternativer Anfang
  • Disneys Liederauswahl
  • Spiel: "Die böse Malefiz fordert heraus"
  • Röschens bezauberndes Tanzspiel
  • Musikvideo mit Emily Osment: "Once Upon A Dream"
  • Zusätzliche Songs
  • Spielend Englisch lernen mit Dornröschen Sequenz 8
  • Eyvind Earle: Ein Mann und seine Kunst
Dornröschen - Platinum Edition - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Dornröschen
Sleeping Beauty

Bild unseres Mitarbeiters Marcel Lanthemann
Ein Meisterwerk in einer nahezu perfekten DVD-Veröffentlichung!


Autor der Besprechung:
Marcel Lanthemann

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1959
Regie:
Clyde Geronimi
Drehbuch:
Winston Hibler, Milt Banta, Erdman Penner

Label Deutschland :
Buena Vista Home Entertainment
Verleihstart Deutschland :
16.10.2008
Verkaufsstart Deutschland :
16.10.2008

Vertrieb Schweiz :
Walt Disney Studios Home Entertainment Switzerland
Verleihstart Schweiz :
16.10.2008
Verkaufsstart Schweiz :
16.10.2008