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DVD-Besprechung - Wild Boyz
Story:
Leon (Stephen Dorff) ist im Brooklyn der fünfziger Jahre der Anführer der Deuces. In ihrem Viertel achten sie darauf, dass nur sie das Sagen haben. Doch bald kommt der schmutzige Dealer Marco (Norman Reedus) aus dem Knast, dessen unsauberes Dope Leons Bruder tötete, Marco glaubt, dass Leon ihn verpfiffen hat und sinnt nun auf Rache für seinen Knastaufenthalt. Er will die Deuces mit aller Macht vertreiben, damit er sein Geschäft mit dem Heroin erneut und größer aufziehen kann. Alles läuft darauf hinaus, dass sich die beiden Rivalen zum einem entscheidenden Kampf aufstellen müssen.
Meinung zum Film:
„Wild Boyz“ spielt in Brooklyn in den 50er Jahren. Es gibt verschiedene Gangs und die haben untereinander eine gewisse Rivalität, aber auch unterschiedliche Gründe, sich zu organisieren. So sind die „Vipers“ eher eine kriminelle Organisation, die im krassen Gegensatz zu den „Deuces“ stehen. Diese wiederum sind zwar keine Waisenknaben, aber sie versuchen Drogen aus ihrem Bezirk herauszuhalten. So ergibt sich eine logische Basis für die verschiedenen Konflikte, die das Drehbuch bereit hält. Schritt für Schritt steigert sich die Dramaturgie der Geschehnisse und steuert zielgerecht seinem Höhepunkt hinzu. Es ist kaum zu merken, dass der Film aus dem Jahr 2002 stammt, er könnte auch wirklich in dieser Zeit gedreht worden sein. Es erinnert ein wenig an „West Side Story“ und "..denn sie wissen nicht, was sie tun mit" einer Spur von „The Wanderers“.
Diverse Elemente dieser Filme können problemlos erkannt werden, doch in der Gesamtbetrachtung kommt „Wild Boyz“ nicht an die genannten Klassiker heran. Es will sich leider so recht kein Funke bilden, der auf den Zuschauer überspringt. Vielleicht liegt es daran, dass vieles eben schon in anderen Filmen gesehen wurde und keine echten Überraschungen anstehen. Der Reiz des Neuen ist nicht vorhanden und wer den Covertext gelesen hat, kennt eigentlich schon die ganze Handlung. Letztlich bleibt nach dem Cover eigentlich nur noch die Frage übrig, wer denn sterben wird und wie rührig dies vom Drehbuch und den Akteuren umgesetzt wird. Schlecht ist der Film dann aber auch nicht, da er die notwendige Härte besitzt, die nun einmal da ist, wenn sich Gangs in die Wolle bekommen.
Stephen Dorff („Blade“) hat die Hauptrolle des Gangführers der „Deuces“ und in der Figur des Leon fühlt er sich sichtlich wohl. Kein Wunder, spielt er doch einen Mann, der ganz allein eine ganze Gang in den Boden prügelt. Diese Übertreibung stößt dem Zuschauer allerdings ein wenig auf, da sie unrealistisch wirkt. Fairuza Balk („Waterboy“) ist als emanzipierte Annie eine richtig gute Besetzung, denn wie sie Bobby, gespielt von Brad Renfro („Der Musterschüler“), um den kleinen Finger wickelt, ist einfach überzeugend dargestellt. Die Waffen der Frauen eben. Den Part des bösen Buben bekam Norman Reedus („Der blutige Pfad Gottes“) der beweisen kann, dass er ein recht wandlungsfähiger Schauspieler ist. Die Besetzung ist durchweg gut geworden, doch leider kann dies die vorhandenen Probleme ausgleichen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gut gelungen und es ist kaum ein Bildrauschen zu erkennen. Auch der Kontrast kann sich sehen lassen, was sich positiv auf die dunkleren Szenen auswirkt. Die Farben sind realistisch und ausgewogen. Der Ton ist gut, jedoch beim räumlichen Klang ein wenig zu spärlich.
Zwei Extras befinden sich im Kapitel Bonusmaterial. Ein Blick hinter die Kulissen von etwas über zwölf Minuten und die Erkenntnis, dass selbst eine einfache Fahrt mit dem Motorrad mehrmals mit der Kamera eingefangen werden muss. Hinzu kommt die Erkenntnis, dass das im Film gezeigte Brooklyn eine überzeugend nachgebaute Kulisse ist. Hinzu kommen mehrere Interviews mit den wichtigsten handelnden Personen, welche mit deutschen Untertiteln versehen wurden.
Fazit:
„Wild Boyz“ ist kompromisslos, direkt und wirkt authentisch. Leider gab es die Dramaturgie und einiges andere bereits in anderen Filmen zu sehen, so dass der Zuschauer das Gefühl hat, etwas Aufgewärmtes zu sehen. Technisch kann sich die DVD auf jeden Fall sehen lassen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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92:48 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch |
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Bonusmaterial:
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- Behind The Scenes
- Interviews
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Wild Boyz
Deuces Wild
Gangdrama aus Brooklyn
Autor der Besprechung:
Jörg Hesse
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2002 Regie: Scott Kalvert Drehbuch: Christopher Gambale, Paul Kimatian Darsteller: Stephen Dorff, Brad Renfro, Fairuza Balk, Norman Reedus, Max Perlich
Label :
VCL
Verkaufsstart : 17.10.2008
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