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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - Die Insel der 30 Tode

Story:
Véronique d'Hergemont (Claude Jade) ist während des Ersten Weltkriegs Krankenschwester in einem Militärhospital, wo sie sich lange Zeit vor ihrem Ehemann (Jean-Paul Zehnacker) versteckte. In jungen Jahren hat sie sich mit ihrem Vater (Georges Marchal) überworfen, weil dieser sich schon vor der Hochzeit von dem zwielichtigen Vorski distanzierte. Als Véronique eines Tages Zeichen sieht, die sie an ihren mittlerweile verstorbenen Ehemann erinnern, beginnt sie diesen zu folgen und landet auf der kleinen Insel Sarek, die auch unter dem Namen „Die Insel der 30 Särge“ bekannt ist. Mit ihrem Eintreffen beginnt eine alte Weissagung ihren Lauf zu nehmen, die vom Tode von 30 Menschen erzählt, aber nur den Beginn eines gefährlichen Abenteuers darstellt.

Meinung zum Film:
„Die Insel der 30 Tode“ ist ein französisches Abenteuerdrama aus dem Jahre 1979, das auf einem Roman von Maurice Leblanc, dem Schöpfer des Meisterdiebes „Arsène Lupin“, basiert. Regie bei der Verfilmung führte der erfahrene TV-Regisseur Marcel Cravenne, der bei der ein oder anderen Literaturverfilmung für das französische Fernsehen bereits auf dem Regiestuhl Platz nahm, welche es aber selten über die Landesgrenzen hinaus schafften. Bei „L’ Île aux trente cercueils“, wie der Originaltitel lautet, sah es lange Zeit auch so aus, doch 17 Jahre nach dem Dreh lief die Serie bei arte im deutschsprachigen TV und erscheint nun auch auf DVD. Von Anbieter e-m-s wird die Serie durch den Klappentext in den Bereich Mystery-Thriller eingeordnet, was aber durchaus zu einer völlig falschen Erwartungshaltung führen kann. Es gibt zwar den ein oder anderen anfangs nicht ganz erklärbaren Umstand, doch zum Ende hin löst sich alles mehr oder weniger irdisch auf. Im Vordergrund der Serie steht ohne jeden Zweifel eine Mischung aus Abenteuerfilm und Drama, weswegen Mystery-Anhänger sicherlich enttäuscht sein werden.

In der sehr langen und auch etwas zähen Einleitung, die sich rund über die erste Stunde erstreckt, wird ausführlich auf die Vergangenheit Véroniques eingegangen. Es wird gezeigt, wie sie sich mit ihrem Vater zerstritt, da dieser mit Vorski als Schwiegersohn alles andere als zufrieden war und ihn sogar als eine Schande für die ganze Familie bezeichnet. Als seine Tochter sich von ihrem Vorhaben, Vorski zu heiraten, nicht abbringen lässt, kommt es so weit, dass Véronique ihren Erbanteil ausgezahlt bekommt und aus der Familie verstoßen wird. Als ihr dann mit den Jahren selbst klar wird, dass Vorski kein geeigneter Ehemann ist, ist es zu spät für eine Umkehr. Einen weiteren Schicksalsschlag in ihrem Leben muss sie hinnehmen, als ihr Sohn aus dem Kinderwagen von ihrem eigenen Vater entführt wird und beide bei der anschließenden Flucht ums Leben kommen. Anschließend verlässt Véronique ihren Gatten und versteckt sich in einem Militärkrankenhaus. Wer das versprochene Mystery erwartet, wird einiges an Geduld aufbringen müssen, um die Schilderungen über das Familiendrama zu überstehen.

Wenn Véronique dann endlich auf Sarek ankommt, gibt es zumindest ein wenig Spannung und auch ein bisschen Mystery zu erleben. So sieht sie einen Toten, der plötzlich wieder verschwunden ist, um an anderer Stelle wieder aufzutauchen. Sie muss sehen, dass ihr Vater und ihr Sohn noch leben, einer anschließend jedoch vom anderen ermordet wird. Es gibt eine Prophezeiung, die von 30 Toten, einem Stein, der tötet oder Leben spendet und 4 gekreuzigten Frauen spricht. Und nicht zuletzt treten kurzzeitig 3 verrückte und als Hexen verschrieene alte Frauen auf die Bildfläche, von denen vor allem die älteste mit ihrem schrillen Lachen für Gruselschauer sorgen kann. Im Mittelteil geht die Serie durchaus mit ihrer Stimmung als Mystery-Thriller durch, der zudem durch seine wunderschönen Landschaftsaufnahmen klar punkten kann. Wenn der Mittelteil dann allerdings erledigt ist, nachdem Véronique als vermeintlich letzte Überlebende der Prophezeiung übrig bleibt, geht es in einen Verschwörungsplot über, der stellenweise einfach nur noch konstruiert und albern wirkt. Vor allem der Drahtzieher wirkt wie ein Jürgen Prochnow für C-Movies und seine aufgerissenen Augen bei seinen blöden Monologen sind feinstes Beispiel für krasses Overacting, das nur noch von seinen beiden Schergen und ihrem Verhalten getoppt werden kann. Von der stimmungsvollen Atmosphäre des Mittelteils ist hier dann nur noch wenig übrig geblieben. So kann man „Die Insel der 30 Toten“ letzten Endes in 3 Abschnitte unterteilen. Einem ersten, der ein Familiendrama präsentiert, gefolgt von einem melancholisch erzählten, mysteriösen Mittelpart, abgeschlossen durch eine weitestgehend alberne Auflösung, die zudem durch schauspielerische Fehlleistungen gekrönt werden.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht auf sich aufmerksam. Positiv ist die gute Schärfe, in der das 4:3-Bild daherkommt. Nur am Rande störend fallen regelmäßig auftretende, deutliche Verschmutzungen in Form von z.B. Fusseln auf. In dieser Hinsicht deutlich problematischer sind das unterschiedlich starke Rauschen und die Grobkörnigkeit des Bildes. Diese sind durchweg zumindest erkennbare Begleiter des Bildes, teils auch so stark, dass der Eindruck entsteht, als würde ein Videobeamer das Bild direkt auf eine Raufasertapete projizieren. Der deutsche Ton ist klar zu verstehen, der Lautsstärkepegel ist allerdings nicht immer auf einem gleichmäßigen Niveau, weswegen gelegentliches Nachregeln der Lautstärke notwendig ist.

Als Extra gibt es neben Texttafeln mit einer Biografie zu Autor Maurice Leblanc und Hauptdarstellerin Claude Jade noch jeweils die Einleitungen mit der Zusammenfassung des bisherigen Geschehens aus der TV-Ausstrahlung, sowie eine Bildergalerie.

Fazit:
„Die Insel der 30 Tode“ wird als Mystery-Serie vermarktet, entspricht mit seinem gemächlichen Tempo und den Geschehnissen aber deutlich mehr einer Mischung aus Drama und Abenteuerfilm für Heranwachsende. Wer mysteriöse Vorgängen und spannende Gruselmomente erwartet, wird eher gelangweilt werden.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,33:1
1,33:1
288:44 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Französisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Biografie von Claude Jade
  • Biografie von Maurice Leblanc
  • Bildergalerie
  • Einleitungen der TV Version
Die Insel der 30 Tode - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die Insel der 30 Tode
L'Île aux trente cercueils

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Als Mystery-Serie ein Flop, als Abenteuer-Drama zumindest ganz ordentlich


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich, 1979
Regie:
Marcel Cravenne
Drehbuch:
Robert Scipion (nach dem Roman von Maurice Leblanc)
Darsteller:
Claude Jade, Georges Marchal, Jean-Paul Zehnacker, Yves Beneyton, Pascal Sellier, Julie Philippe, Marie Mergey, Pierre Semmler, Jean-René Gossart, Edith Perret, Pierrette Thévenon, Dominique Marcas

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
16.10.2008