Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Flucht vor der Mafia
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Flucht vor der Mafia

Story:
Der Buchmacher Turi Leofonte (Giancarlo Giannini) wird von den Behörden überzeugt, gegen hochrangige Mafiosi in einem Prozess in Mailand auszusagen. Ein Polizistenteam unter der Leitung von Nino Di Venanzio (Raoul Bova) soll die Familie Leofontes außer Landes bringen und Turi selbst zum Prozess erkostieren. Doch der Transport wird schon früh gestoppt, als eine Gruppe Mafia-Killer diesen überfällt. Nino erkennt, dass er niemanden trauen kann und er entscheidet, dass man sich alleine und ohne Hilfe von außen bis zum Ziel durchschlagen muss. Doch die Mafia lässt nichts unversucht, um den unliebsamen Zeugen aus dem Weg zu schaffen.

Meinung zum Film:
„Flucht vor der Mafia“-Regisseur Claudio Fragasso hat seine erste Erfahrung auf dem Regiestuhl an der Seite von Bruno Mattei gemacht, als er diesem bei dem italienischen Zombie-Schocker „Die Hölle der lebenden Toten“ unterstützte. 4 Jahre später half er erneut Mattei aus bei dessen „Riffs III - Die Ratten von Manhatten“ und später auch bei „Heroin Force“. Über die Jahre entstanden auch einige eigene Beiträge, wie die nur wenig erfolgreichen „Zombie 4: After Death“ oder „Troll 2“. Mit „Flucht vor der Mafia“ versuchte sich der Regisseur dann einmal jenseits des italienischen Horrorkinos und konnte gleich positive Kritiken mit diesem einheimsen. Der Film kam so gut an, dass Fragasso 2007 noch die Fortsetzung „Milano-Palermo: il ritorno“ drehte.

Der Ausgangspunkt der Geschichte ist zwar der Prozess gegen eine Mafia-Familie, doch das Organisierte Verbrechen kommt nur zum Teil zum Tragen und ist im Grunde leicht austauschbar. Die Mafia dient nur zur Erklärung, warum Leofonte zum Gejagten wurde, jede andere verbrecherische Organisation würde den Zweck gleichermaßen erfüllen. Von Korruption oder geschmierten Staatsdienern ist nichts zu sehen und auch nicht entscheidend zu hören. Die Kamera ist die ganze Zeit nur bei den Beamten und zeigt deren Weg vom südlichen Palermo ins nördliche Mailand. Auf dem Weg gibt es dabei dann die ein oder andere nicht ganz nachvollziehbare Aktion, wie etwa Nino, der an einer geschlossenen Bahnschranke zum Pläuschchen mit zwei Bauern mal eben aus dem Wagen aussteigt, wodurch Leofonte die Möglichkeit erhält, ein Telefonat zu führen. Doch die meiste Zeit über ist die Geschichte weitestgehend plausibel und einigermaßen nachvollziehbar, ohne dabei jedoch zu groß auszuholen und eine tiefgründige Hintergrundgeschichte aufzubauen. Der Film beschränkt sich darauf, die Reise in den Mittelpunkt zu stellen und eine temporeiche und mit einzelnen Höhepunkte versehene Verfolgungsjagd quer durch Italien zu zeigen.

Die Charaktere sind zwar nicht mit sonderlicher Tiefe versehen, kommen aber mit ausreichend Sympathiewert daher, um mit ihnen in den Kämpfen mitzufiebern. Es lässt einen als Zuschauer nicht kalt, wenn einer der Beamten bei einer Schießerei ums Leben kommt. Die teils etwas platten Charakterzeichnungen, wie etwa der Beamte, der nebenbei ein Studium macht, um sich für den höheren Dienst zu qualifizieren oder sein Kollege, der für Chiara, die Tochter Leofontes schwärmt, erscheinen zwar nicht gerade wie aus dem Leben gegriffen, kommen dafür in ihrer Art aber sehr sympathisch und liebenswert herüber, was zum wichtigen Baustein für das Gelingen des Films wird. „Flucht vor der Mafia“ mag sicherlich nicht der große Mafia-Thriller sein, aber als ein neuerer Vertreter des Poliziesco, des italienischen Polizei-Action-Thrillers hinterlässt er einen guten Eindruck, der ohne Bedenken auch Freunden amerikanischer Action-Thriller-Kost ans Herz gelegt werden kann. Langweilig wird es in dem Film sicherlich nicht, lediglich die Story hat an der ein oder anderen Stelle ein bisschen Probleme. Aber das haben viele andere, namhafte Action-Thriller auch.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild liegt in Sachen Schärfe ein wenig unter dem Durchschnitt, macht einen leicht verrauschten Eindruck und wirkt in den Farben ein wenig kraftlos. Sonderlich störend fällt dies aber nicht ins Gewicht. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 ist gut verständlich.

Als Extras gibt es 2 Interview-Bereiche, in denen die Darsteller und die Verantwortlichen hinter der Kamera über ihre Erfahrungen beim Dreh und ihre Meinung zum Film berichten. Es folgt noch ein Gespräch zwischen den Darstellern Ricky Memphis und Valerio Mastandem. Abschließend gibt es noch einen Blick auf 3 Drehorte, zu denen der Regisseur ein paar Worte verliert. Alle Beiträge sind in italienischer Sprache mit deutschen Untertiteln.

Fazit:
„Flucht vor der Mafia“ ist weniger ein Mafia-Thriller, als vielmehr ein neuzeitlicher Poliziesco, der es durchaus mit durchschnittlicher Action-Thriller-Kost aus den USA aufnehmen kann. Es wird eine temporeich vorangetriebene Verfolgungsjagd quer durch Italien gezeigt, die es ohne große Längen zu unterhalten versteht. Das ganze wird zwar schlicht erzählt, wurde dafür aber überzeugend in Szene gesetzt.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
98:53 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Italienisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Film Special - Interviews
  • Drehorte zum Film mit Audiokommentar
  • Spezial Interviews
  • Der Regisseur trifft Ricky Memphis und Valerio Mastandem
Flucht vor der Mafia - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Flucht vor der Mafia
Palermo Milano - Solo andata

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein temporeicher Action-Thriller mit austauschbarem Mafia-Plot


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 1995
Regie:
Claudio Fragasso
Drehbuch:
Claudio Fragasso, Rossella Drudi
Darsteller:
Giancarlo Giannini, Raoul Bova, Ricky Memphis, Francesco Benigno, Romina Mondello, Valerio Mastandrea, Rosalinda Celentano

Label Deutschland :
Ascot Elite
Verkaufsstart Deutschland :
23.10.2008