Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

Story:
Bei einem seiner Abenteuer trifft Professor Indiana Jones (Harrison Ford) auf die russische Agentin Dr. Irina Spalko (Cate Blanchett), die über ihn an den sagenumwobenen Kristallschädel kommen möchte. Mittels einer verschlüsselte Botschaft seines alten Kollegen Professor Harold Oxley (John Hurt), der zwischenzeitlich einen höchst verwirrten Eindruck macht, soll er anschließend den Weg an einen verschollenen Ort finden, an dem der Schädel platziert werden muss. Natürlich setzt sich Indy gegen die aufdringlichen Sowjets zur Wehr und zieht auf eigene Faust los. Unterstützt wird er im Wettrennen von seiner alten Liebe Marion Ravenwood (Karen Allen) und ihrem Sohn Mutt Williams (Shia LaBeouf).

Meinung zum Film:
Fast 20 Jahre hat es gedauert, bis Steven Spielberg nach „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ ein neues Abenteuer des Archäologen auf die Leinwand brachte. Hauptdarsteller Harrison Ford („Star Wars“) war zwischenzeitlich natürlich ebenfalls 20 Jahre gealtert und manch einer hegte ernste Zweifel daran, ob er den Mann mit Hut und Peitsche noch einmal artgerecht verkörpern könnte, oder ob er nicht selbst damit beginnt, an dem Kultstatus Indiana Jones zu kratzen. Nachdem die ersten Kritiker den Film gesehen hatten, war es dann aber weniger die Darstellung Fords, die für Missstimmung und Irritierungen sorgte, als vielmehr die vor allem zu Beginn doch deutlich veränderte Atmosphäre. Der Film spielt in den Zeiten des Kalten Krieges Ende der 50er Jahre. Die Umgebung sieht nicht mehr so beschaulich aus wie in früheren Filmen. Spätestens, wenn Jones mitten in einer Stadt landet, die mit quietschbunten Farben und Plastikanstrich als Gelände für einen Atomtest herhalten muss, ist der Abenteurer in einer neuen Ära gelandet, die manch einen Zuschauer allerdings in einen tiefen Kulturschock befördern dürfte. Erst wenn die Action in den Dschungel Perus verlagert wird, ist wieder das alte Indiana-Jones-Feeling zu spüren.

Nachdem seine Widersacher bislang düstere Nazischergen oder blutrünstige Götter waren, müssen diesmal sowjetische Aggressoren für diesen Part herhalten. Cate Blanchett („Der Herr der Ringe“) schlüpft dabei in die Rolle der Dr. Irina Spalko, schafft es allerdings nicht einmal ansatzweise, die Bedrohung ihrer Vorgänger aufzubauen. Sie erscheint vielmehr wie das von der Geschichte besessene Gegenstück Harrison Fords zu sein, das nur einfach darauf verzichtet zu lachen. Igor Jijikine („Velvet Revolution“) in der Rolle ihres Schergen kann zumindest ein wenig für den bösen Touch sorgen, ist aber zu deutlich eine Nebenfigur, um den Makel von Dr. Spalko ausgleichen zu können. Ray Winstone („Ein Schatz zum Verlieben“) spielt mal wieder einen Abenteurer der undurchschaubaren Art, der aber nur gelegentlich zum Einsatz kommt und mehr als Sidekick ohne klar erkennbare Zugehörigkeit agiert. Das Objekt der Begierde musste diesmal natürlich ebenfalls wieder etwas besonderes darstellen, nachdem dieses in den letzten Abenteuern die Bundeslade, göttliche Reliquien und der Heilige Gral waren. Obwohl ein großes Geheimnis darum gemacht wurde ist schon früh klar, worum es sich beim Kristallschädel handeln muss. Die Schädelform an sich ist schon Indiz genug dafür und wer die Kennzeichnung in der Lagerhalle mit den „amerikanischen Geheimnissen“ nicht gerade wegen Blindheit übersieht, muss gar nicht erst an große Verschwörungstheorien denken, um dahinter zu kommen.

Zu Beginn ist einiges an Veränderungen zu überstehen, wenn einem der alten Abenteurer Indiana Jones ans Herz gewachsen ist. Mit Shia LaBeouf („Eagle Eye - Außer Kontrolle“) bekommt Jones gleich zu Beginn eine jüngere Variante von sich selbst an die Seite gestellt, die beim ersten Auftritt an den jungen, rebellischen Marlon Brando erinnert. Vor allem durch seine forsche, aufmüpfige Art stellt der Sohn seiner alten Liebe Marion immer wieder die Geduld von Indy auf die Probe. Es herrscht ein ständiges Gerangel zwischen den Generationen, da Mutt den Gegenpol zum ruhigen Professor darstellt. So sind beiden Figuren auf der einen Seite sehr gegensätzlich und wirken nicht sonderlich harmonisch, aber aus genau dieser Gegensätzlichkeit zieht der Film auch einen Teil seines Humors. Selbst wenn nicht alles richtig passt, die Bösewichtin keine große Gefahr ausstrahlt, das Objekt der Begierde für manch einen gewöhnungsbedürftig klingen mag und die Geschichte nicht unbedingt vor Innovationen und Logiksicherheit strotzt, bietet der Film genau das, was man als Fan von einem Indiana-Jones-Abenteuer erwartet – temporeiche, halsbrecherische Action mit einer großen Portion Humor und dem Lausbubencharme Harrison Fords. Nur diesmal halt ein bisschen moderner, in einer neuren Zeit, mit maßlos übertriebenen Sequenzen, bei denen die Gesetze der Physik und die körperliche Belastbarkeit weit überschritten werden.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck. Die Schärfe ist gut gelungen, doch die offensichtlich als Stilmittel im Wechsel eingesetzten überstrahlenden hellen Töne und tief gesetzten Kontrastwerte sorgen immer wieder dafür, dass der gute Schärfeeindruck deutlich geschmälert wird. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist gut verständlich, füllt immer wieder den Raum, nutzt aber nicht die Möglichkeiten für Effekte, die der Film bietet, vollends aus.

Bei der zum Test vorliegenden Single-Disc-Version des Films gibt es ein interessantes, rund halbstündiges Feature über die Vorgeschichte zum vierten Indy-Abenteuer, bei dem unter anderem erklärt wird, wie die Idee zum Film und zu einzelnen Komponenten entstanden sind. Des Weiteren gib es noch einen rund 17-minütigen Bericht über die Vorproduktionsphase, der ebenfalls einige interessante Informationen bietet.

Fazit:
„Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ wird manchen Fan zu Beginn in einen Kulturschock versetzen, mit der Zeit aber zumindest teilweise das alte Abenteurer Gefühl aufkommen lassen, das man sich von Indiana-Jones-Filmen erhofft. Es ist einiges anders, vor allem moderner geworden, im Kern steckt aber immer noch das alte Schlitzohr Indiana Jones.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,40:1
2,40:1
117:31 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Türkisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • Die Rückkehr einer Legende
  • Vorproduktion
Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels
Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Indy in gewohnt furioser Action, allerdings in einem moderneren Umfeld


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008
Regie:
Steven Spielberg
Drehbuch:
David Koepp, George Lucas, Jeff Nathanson
Darsteller:
Harrison Ford, Karen Allen, Shia LaBeouf, Cate Blanchett, Ray Winstone, John Hurt, Jim Broadbent, Igor Jijikine

Label Deutschland :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
24.10.2008