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DVD-Besprechung - The Mother of Tears
Story:
Als Kunststudentin Sarah Mandy (Asia Argento) eine in der Nähe von Rom bei einer Ausgrabung gefundene Urne öffnet, ebnet sie dadurch dem Bösen die Tore in unsere Welt. Auf einmal bricht eine große Welle der Gewalt über Rom herein, bei der geraubt, vandaliert, vergewaltigt und getötet wird, während Hexen aus aller Welt Einzug in die Ewige Stadt halten. Sarah beginnt sich gegen die Mächte des Bösen zu stellen und findet heraus, was die Wurzel der ausufernden Gewalttaten ist – die mächtige Hexe Mater Lacrimarum (Moran Atias) bereitet ihre Rückkehr vor.
Meinung zum Film:
1977 schuf der italienische Kultregisseur Darrio Argento mit „Suspira“ ein bildgewaltiges Horrorepos, das vor allem durch seine fantasievollen Farbspielereien und die ideenreiche Kameraarbeit zu begeistern wusste. Der Film stellte der Grundstein zur 3-Mütter-Trilogie dar, die Idee dazu entsprang dem Roman „Suspiria De Profundis“ von Thomas De Quincey. In „Suspiria“ kam "Mater Suspiriorum“, die Mutter der Seufzer zum Einsatz und 3 Jahre später "Mater Tenebrarum“, die Mutter der Dunkelheit, in dem ebenfalls mit ausgeklügelten, aber nicht mehr ganz so fesselnden Farbspielereien versehenen „Inferno“. Lange Zeit warteten Fans in aller Welt darauf, dass Argento seine 3-Mütter-Trilogie beenden und somit „Mater Lacrimarum“, die Mutter der Tränen endlich ihren Auftritt hat. Doch persönliche Probleme und der immer weiter voranschreitende Einbruch bei den Produktionsgeldern für italienische Filme verhinderten immer wieder, dass dieser Wunsch erfüllt wurde. Erst rund 30 Jahre, nachdem der erste Teil der Trilogie veröffentlichte wurde, war mit „La terza madre“ auch der Abschluss der Reihe im Kasten. Wenn man sich allerdings vor Augen führt, dass laut Angabe in der IMDB eine geschätzte Produktionssumme von 3,5 Mio. Euro zur Verfügung stand, ist die Hoffnung auf ein passendes Ende verschwindend gering.
Optisch kann der Film mit den beiden ersten Beiträgen dann auch nicht mithalten. Es fehlen ihm die prägnanten Momente, es gibt keine sonderlich nennenswerten Farbspielereien und auch die Einstellungen lassen keine große Innovation erkennen. Doch auch wenn es nichts herausragendes gibt, so hat Argento es zumindest verstanden, eine gute, solide Arbeit hinsichtlich der Optik abzuliefern. Hinsichtlich der Story ist man von Dario Argento ohnehin keine großartigen Epen gewohnt. So gibt es in dieser Tradition auch diesmal einen Plot geboten, der alles andere als logiksicher ist. Zu Beginn wird zwar ein atmosphärisch dichter, interessanter Mystik-Horror aufgebaut, der mit fortlaufender Spielzeit aber immer mehr den ernsten Ton verliert und zudem auch immer deutlich groteskere Züge annimmt. Die gute Stimmung des Anfangs geht immer mehr verloren und die unpassenden Einfälle überwiegen irgendwann die immer wieder vorkommenden, unheimlichen Momente. Eine dieser völlig albernen Ideen sind die Hexen, die über Rom herein fallen. Aufgebrezelt wie schrille 80er-Jahre Tussen springen sie durch die Straßen der Ewigen Stadt wie einst Cindy Lauper mit ihren Freundinnen im Musikclip zu „Girls just wanna have fun“. Aber zumindest wird die Handlung durchweg temporeich vorangetrieben, wodurch es leicht fällt, über die zahlreichen Fallstricke auf dem Weg hinwegzusehen. Hauptdarstellerin Asia Argento („xXx“), ihre Zeichens Tochter des Regisseurs, legt auch nur eine lediglich durchschnittliche Leistung hin. Parallel zur Story geht auch ihre Darbietung abwärts. Erscheint sie zu Beginn noch als gute Besetzung, glänzt sie gegen Ende immer wieder durch völlig überzogene Mimik und Gestik.
In der italienischen Originalfassung des Films waren noch derbe Splatter-Effekte zu sehen, die an die Splatter-Welle der 80er-Jahre erinnerten, in der zahlreiche Zombie-Filmen aus Italien herüber schwappten und für die vor allem Lucio Fulci einige Beiträge lieferte. Diese waren teils allerdings so überzogen und zusätzlich auch noch schlecht gemacht, dass kaum jemand gefallen daran finden konnte und der Tenor sich weitestgehend einig war, dass diese Szenen vollkommen überflüssig und störend waren. In der deutschen Version wurden diese Effekte nun für die FSK-KJ-Freigabe weitestgehend entfernt und obwohl Kürzungen in Filmen generell keine schöne Sache sind, wurde in diesem speziellen Fall aber einer der Hauptkritikpunkte entfernt. Die Schnitte wurden zusätzlich so gut umgesetzt, dass kaum auffällt, dass etwas fehlt. Und kleinere Effekte gibt es auch weiterhin noch zu sehen. Wer nicht gerade auf derbe Splatter-Effekte aus ist, wird mit diesen Schnitten somit wahrscheinlich sogar gut leben können. Unterm Strich ist „The Mother of Tears“ ganz sicher nicht das geworden, was Fans der ersten beiden Mütter-Filme sich erhofft hatten. Im Grunde ist es nur der Name der Hexe, der ihn mit den anderen Filmen verbindet. Doch so schlecht, wie er oftmals in den Kritiken gemacht wird, ist der Film sicherlich nicht. Als durchschnittlicher Mystik-Horror mit inhaltlichen Problemen kann er aber durchaus überzeugen. Es dürften einzig die Erwartungen an den Namen Dario Argento sein, die für Enttäuschung beim Publikum sorgt.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gut gelungen. Die Schärfe ist durchschnittlich gut und lediglich ein feines Rauschen ist zu erkennen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr gut verständlich und macht auch regelmäßig Gebrauch von den Surroundlautsprechern. Die deutsche Synchronisation ist sehr gut gelungen. Da der Film in englisch mit italienischen Darstellern gedreht wurde, ist die Synchronfassung dem Original in diesem Fall sogar überlegen. Einige der italienischen Darsteller hatten deutliche Probleme mit der Sprache, was der Stimmung des Films nicht immer entgegen kommt.
Als Extra gibt es neben dem Trailer noch ein rund 34-minütiges Making Of, in dem Asia Argento u.a. erzählt, dass sie mit der Mütter-Trilogie ihres Vaters aufgewachsen ist und ihren Vater darum bat, die Hauptrolle im abschließenden Teil übernehmen zu dürfen. Es wird auch gezeigt, wie sehr sich Dario Argento beim Dreh in die Protagonisten versetzt und hinter der Kamera mitagiert. Insgesamt eine sehr interessanter Blick hinter die Kulissen, bei dem auch einige der Effekte zu sehen sind, die für die FSK-Freigabe geschnitten wurden.
Fazit:
„The Mother of Tears“ ist ein Horrorfilm mit Höhen und Tiefen, der als Abschluss der 3-Mütter-Trilogie sicherlich nicht sonderlich gelungen und vor allem nicht gerade passend ist. Doch davon losgelöst betrachtet bietet er durchschnittlich gute Horrorunterhaltung mit paar Problemen in der Logik, was aber gerade bei italienischen Produktionen nicht ganz unbekannt ist.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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96:24 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch |
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Bonusmaterial:
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The Mother of Tears
La terza madre
Kein guter Mütter-Film, aber ein ordentlicher Mystik-Horror
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien / USA, 2007 Regie: Dario Argento Drehbuch: Dario Argento, Adam Gierasch, Simona Simonetti, Jace Anderson, Walter Fasano Darsteller: Asia Argento, Cristian Solimeno, Adam James, Moran Atias, Valeria Cavalli, Udo Kier, Philippe Leroy, Daria Nicolodi, Robert Madison, Tommaso Banfi
Label :
VCL
Verkaufsstart : 24.10.2008
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