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DVD-Besprechung - Dan - Mitten im Leben

Story:
Dan Burns (Steve Carell), seit vier Jahren verwitwet, konzentriert sich auf seine Töchter uns seinen Job als Ratgeber-Kolumnist. Während des jährlichen Familientreffens in Rhode Island lernt er im örtlichen Buchladen seine Traumfrau Marie (Juliette Binoche) kennen. Dan fällt aus allen Wolken, als sein Bruder (Dane Cook) Marie als dessen neue Freundin vorstellt. Zunächst bemühen sich beide, sich nichts anmerken zu lassen, was zu peinlichen und unfreiwillig komischen Situationen führt - bis sich Dan und Marie nicht mehr gegen ihre Gefühle wehren können. 

Meinung zum Film:
Dan Burns (Steve Carell) ist ein beliebter Ratgeber-Kolumnist und seit vier Jahren Witwer. Er kommt mit dem Tod seiner Frau zwar immer noch nicht ganz zurecht, doch viel Zeit zum Trauern bleibt ihm nicht. Schließlich muss er sich um seine drei jungen Töchter kümmern, von denen zwei auch noch im schlimmen Teenager-Alter sind. Immer wieder kommt es mal zu Knatsch wegen der üblichen Kleinigkeiten - so auch, als das jährliche Familientreffen in Rhode Island ansteht. Da es aber natürlich absolut keine Chance gibt, der lieben Verwandtschaft zu entgehen, macht man sich murrend auf den Weg. Wie könnte es anders sein, ist der Rest der Burns-Familie in bester Feier-Stimmung. Dans Mutter (Dianne Wiest) fällt dann auch direkt die wenig gute Laune ihres Sohnes auf, weshalb sie ihn kurzerhand auf einen Spaziergang ins Dorf schickt, der ihn auf andere Gedanken bringen soll.

Die lassen nicht lange auf sich warten, denn sehr hübsche Ablenkung folgt schon bald in Person der entzückenden Marie (Juliette Binoche). Diese lernt Dan im kleinen Buchladen des Dorfes kennen und verguckt sich sofort in die sympathische Dame. Einen Kaffee später ist klar, dass die Anziehungskraft durchaus auf beiden Seiten besteht. Dennoch trennen sich die Wege der beiden nach diesem kurzen Treffen wieder - was aber nicht von Dauer sein soll. Denn als Dan mit deutlich besserer Stimmung zum Familientreffen zurückkehrt, stellt ihm sein Bruder seine neueste Errungenschaft vor. Und die ist natürlich niemand Geringeres als - genau, Marie aus dem Bücherladen. Dan und Marie versuchen zwar, so zu tun, als wären sie sich noch nie im Leben begegnet, doch in einem relativ kleinen Haus, das mit relativ vielen neugierigen Verwandten vollgestopft ist, kann das natürlich auf Dauer nicht gut gehen. So kommt es zu allerlei unfreiwillig komischen Situationen - und einem von Dans Bruder arrangiertem (wenig erfolgreichen) Blind Date ...

Mit "Dan - Mitten im Leben" präsentiert Regisseur Peter Hedges ("Pieces of April") mal wieder einen Film, bei dem eine herrlich schräge Familie im Mittelpunkt steht. Steve Carell ("Little Miss Sunshine") gefällt als debiler, in Selbstmitleid versinkender Dan und Juliette Binoche ("Chocolat") gibt eine ebenso charmante wie kluge Marie ab. Interessant ist vor allem die Darstellung der Großfamilie, die hier auf augenzwinkernde Weise als alle Probleme lösende Instanz gezeigt wird. Man trällert gemeinsame Liedchen, macht lustige Pantomime-Spiele - und auch Frühsport oder kollektives Kreuzworträtseln dürfen nicht fehlen. Diese (bewusst überzogene) Friede-Freude-Eierkuchen-Welt mag für eine leichte romantische Komödie angemessen sein, doch leider geraten durch die überbordende Glückseligkeit die Geschichten der einzelnen Figuren in den Hintergrund. Was wird aus Dans Verhältnis zu seinen Töchtern? Was aus dem zu seinem Bruder? Und warum scheint sich niemand dafür zu interessieren, dass sich Dans jüngste Tochter Lilly (Marlene Lawston) zwar nicht allzu offensichtlich, aber doch deutlich spürbar, immer noch nach der verstorbenen Mutter sehnt und hier dringend mal ein Gespräch nötig wäre? Nur weil Dan seine neue Frau fürs Leben trifft, sind nicht alle Probleme auf einen Schlag aus der Welt geschafft. Und wenn der Film diese Probleme schon anspricht, hätte er sie nicht direkt wieder durch die übertrieben albernen Familienrituale überspielen sollen. So bleibt letztlich eine durchaus unterhaltsame Komödie, der aber leider der potenziell vorhandene Tiefgang fehlt, um sich aus der Masse wirklich hervorzuheben und dem Zuschauer im Gedächtnis zu bleiben.

Digitale Aufarbeitung:
"Dan - Mitten im Leben" liegt auf DVD anamorph im Format 1,85:1 vor. Die leichte Körnung fällt beim laufenden Film kaum auf, allerdings wirken die Farben leider nicht sehr natürlich. Das Bild hat einen deutlichen Gelbstich und die Farben wirken öfters übersättigt. Außerdem überstrahlt der Kontrast gelegentlich. Die Schärfe ist in Ordnung, könnte aber noch einen Tick besser sein. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in Dolby Digital 5.1 vor, Deutsch gibt es zudem als dts-Track. Letzterer belegt leider nur unnötig Speicherplatz, da er bei dieser relativ stillen Komödie keine hörbaren Vorteile gegenüber Dolby bietet.

Als Extras gibt es einen Audiokommentar des Regisseurs, den Trailer zum Film, knapp 21 Minuten an Deleted Scenes und rund dreieinhalb Minuten (plus eine Minute versteckte) Outtakes. Zusätzlich gibt es für Interessierte eine zehnminütige Featurette zum Einsatz der Songs und ein 15-minütiges Making Of.

Fazit:
"Dan - Mitten im Leben" ist eine unterhaltsame romantische Familienkomödie mit netten Darstellern, doch leider fehlt es der Story etwas an Tiefgang. Die eingeführten Spannungspunkte (Dans Verhältnis zu seinen Töchtern, die gestorbene Frau etc.) werden durch die überbordende Familienidylle geradezu erschlagen und nicht wirklich gelöst. Schade, denn dadurch bekommt man hier zwar einen ganz netten Film zu sehen, aber nichts Außergewöhnliches. Die deutsche DVD gefällt durch das ziemlich umfangreiche Bonusmaterial und bietet gute, jedoch nicht optimale technische Qualität. 

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
1,85:1
1,85:1
94:13 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Making Of
  • Deleted Scenes
  • Outtakes
  • Featurette zum Soundtrack
Dan - Mitten im Leben - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Dan - Mitten im Leben
Dan in Real Life

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Heiteres Familientreffen, das leider nicht sein ganzes Potenzial ausschöpft


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007
Regie:
Peter Hedges
Drehbuch:
Peter Hedges, Pierce Gardner
Darsteller:
Steve Carell, Juliette Binoche, Dane Cook, Alison Pill

Label Deutschland :
Concorde Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
17.09.2008