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DVD-Besprechung - Private Practice - Staffel 1
Story:
Dr. Addison Montgomery (Kate Walsh) verlässt nach vielen Jahren aus persönlichen Gründen das Seattle Grace Hospital, um in Santa Monica, Los Angeles einen Neuanfang zu wagen. Hier nimmt sie das Angebot ihrer alten Studienkollegin Naomi Bennett (Audra McDonald) an, in der „Oceanside Wellness Group“ als Ärztin zu arbeiten. Der Einstieg in ihr neues Leben fällt recht steinig aus, da sowohl das berufliche als auch das private Umfeld eine nicht ganz leichte Umstellung für sie darstellt.
Meinung zum Film:
„Private Practice“ ist ein Spin-Off der äußerst beliebten und erfolgreichen TV-Serie „Grey’s Anatomy“. Dort war Addison Montgomery (Kate Walsh / „Unter der Sonne der Toskan“) die langjährige (Ex-)Frau von Oberarzt Dr. Derek Shepherd und einer der beliebtesten Nebencharaktere der Serie. Addison packte dort in der 3. Staffel ihre Koffer, um einen Neuanfang in der Privatpraxis ihrer alten Studienkollegin im sonnigen Kalifornien wagte. Für das Konzept der Serie zeichnet sich wie schon bei „Grey’s Anatomy“ Shonda Rhimes verantwortlich, was aber nicht zur Folge hat, dass beide Serie austauschbar geraten sind. Der Start von „Private Practice“ stand unter keinem allzu guten Stern, da die Produktion der ersten Staffel mitten in den Strudel des Autorenstreits in Hollywood geriet, wodurch diese nur auf insgesamt 9 Folgen kam. Diese liegen nun komplett auf DVD vor, nachdem sie von Februar bis April 2008 auf ProSieben ausgestrahlt wurden.
Die neuen Kollegen von Addison in der „Oceanside Wellness Group“ haben natürlich eine Menge neuer Probleme, mit denen der Klinik Alltag immer wieder belastet wird. Einer der neuen Kollege ist ein alter Bekannter, der ehemalige Studienkollege Sam Bennett (Taye Diggs / „Rent“), der zusammen mit Naomi (Audra McDonald / „Es bleibt in der Familie“) zu Studienzeiten das Traumpaar bildete, was schlussendlich auch zur Heirat führte. Doch die Beiden haben sich zwischenzeitlich scheiden lassen, arbeiten aber weiterhin zusammen in der Privatklinik im Irrglauben, die Probleme einer nicht ganz so glatten Trennung professionell überwinden zu können. Neben den allgemeinen Reibereien zwischen den Zweien sind es vor allem immer wieder äußere Einflüsse, wie etwa ein Geschenk der besonderen Art von Kollege Dr. Cooper Freedman (Paul Adelstein / „Prison Break“) an Sam, um dessen Singledasein in Schwung zu bringen, die zu emotionalen Notfällen führen. Freedman selbst ist Kinderarzt in der „Oceanside Wellness Group“ und hat hinsichtlich der Liebe einen Hang zu jungen Vertretern des anderen Geschlechts, welche er sich immer wieder frisch über das Internet anlacht und mit denen es auch so manch turbulente Erfahrung zu überstehen gibt. Violet Turner (Amy Brenneman / „Für alle Fälle Amy“) ist Psychiaterin in der Privatklinik, im Grunde aber selbst ein Fall für ihre eigene Couch. Sie verfällt von einen neurotischen Anfall in den nächsten, so dass man als Zuschauer schon fast vermuten könnte, es handele sich bei ihr um den altbekannten Witz vom Rollentausch zwischen Patient und Arzt. Natürlich findet Addison in der Klinik auch jemanden, der ihr Liebesinteresse weckt. Dabei handelt es sich um den Heilpraktiker Pete Wilder (Tim Daly / „Stephen Kings Sturm des Jahrhunderts“), der aber nur bedingt überzeugen kann. Ihm fehlt es ein an Ecken und Kanten und vor allem an der Ausstrahlung von männlichem Urinstinkt, um richtig überzeugen zu können. Verzweifelt ist Addison aber weniger wegen dem Konflikt, ob der alternative Heiler wirklich zu ihr passt, als vielmehr ihr Dilemma ihren Wunsch auf eigene Kinder im Grunde zu den Akten legen zu können.
Die Figur der Addison hat sich analog zum Umzug ins deutlich sonnigere Kalifornien aber ein wenig gewandelt. Sie passt sich den deutlich klischeehafteren Charakteren in ihrem neuen Umfeld an und überträgt das Bild der kalifornischen Sonnyboys und –girls auf sich selbst. Die gesamte Stimmung der Serie ist ausgelegt auf die ewig jungen, oberflächlichen Menschen, die man beim Gedanken an die sonnigen Strände Kaliforniens im Hinterkopf hat. Es entsteht das Bild von zum Feierabend mit dem Surfboard an den Strand gehenden oder sich in der Bar bei Cocktails mit sonnengebräunten Freunden treffenden Menschen. Die gesamte Tonlage von „Private Practices“ ist in deutlich freundlicheren Tönen angelegt als in „Grey’s Anatomy“, wodurch Freunde vom Original nicht unbedingt auch gleich das Spin Off mögen werden. Die ganze Serie wirkt wie der Schritt von Addison in eine post-pubertäre Stimmung, in der es zwar immer noch Probleme gibt, der gesamte Grundton aber deutlich leichter ausgelegt wurde und eindeutig in die Sparte leichter Unterhaltungskost fällt. Wem das gefällt, könnte auch an diesen privaten Praktiken gefallen finden. Wer allerdings weniger Freude an leicht neurotischen, oberflächlichen Protagonisten finden kann, die oft mit überzogenen Liebesproblemen zu kämpfen haben, wird wohl eher enttäuscht, bzw. gelangweilt.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist einer aktuellen Serie gemäß gut ausgefallen und kommt ohne nennenswerte Höhen oder Tiefen daher. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist gut zu verstehen, ist als Surroundtest allerdings weniger geeignet.
Als Extras gibt es in erster Linie unterhaltsame Audiokommentare zu 3 Folgen, die in ihrer Art an einen lockeren Abend mit guten Freunden erinnert. Fans der Serie werden hier sicherlich Gefallen dran finden. "Kate Welch: Ihr Weg zur eigenen Show" ist ein halbstündiges, interessantes Portrait der Addison Darstellerin, bei der viele ihrer Wegbegleiter zu Wort kommen. Es folgen knapp 14 Minuten hinter den Kulissen von "Private Practice", bei dem vor allem über das Konzept der Show geredet wird. Abgerundet werden die sehenswerten Extras durch sechs zusätzliche Szenen und rund 3 Minuten Pannen aus der Praxis. Der DVD-Box liegt zusätzlich noch ein Miniposter mit einer Karte bei, auf der die wichtigsten Orte und Personen von "Private Practice" verzeichnet sind.
Fazit:
„Private Practice“ ist als Spin-Off von „Grey’s Anatomy“ so etwas wie die unbekümmerte kleine Schwester, die zwar immer wieder mit dem Ernst des Lebens konfrontiert wird, die meiste Zeit über aber lieber unbekümmert und heiter durchs Leben läuft. Wem das gefällt, wird mit dem neuen Leben Addison Montgomerys bestens unterhalten. Wem das nicht gefällt, sieht in der Serie wahrscheinlich nicht mehr als die doofe kleine Schwester.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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9 Episoden a ca. 42 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 | Französisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar zu der Episode "Addison fängt neu an" mit Schauspielerin Kate Walsh, Serien-SChöpferin Shonda Rhimes und ausführender Produzentin Betsy Beers
- Audiokommentar zu der Episode "Sam gerät in Gefahr" mit Schauspielerin Amy Brennemann und Darsteller Paul Adelstein
- Audiokommentar zu der Episode "Dell lernt zu kämpfen" mit den Darstellern Taye Diggs und Chris Lowell
- Kate Welch: Ihr Weg zur eigenen Show
- Hinter den Kulissen von "Private Practice"
- Zusätzliche Szenen
- Pannen aus der Praxis
- Miniposter mit Karte
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Private Practice - Staffel 1
Private Practice - Season 1
Die locker-flockig überdrehte Variante von "Grey's Anatomy"
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007 Regie: diverse Drehbuch: diverse (nach einem Konzept von Shonda Rhimes) Darsteller: Kate Walsh, Tim Daly, Audra McDonald, Taye Diggs, Paul Adelstein, Amy Brenneman, KaDee Strickland, Chris Lowell
Label :
Buena Vista Home Entertainment
Verleihstart : 16.10.2008 Verkaufsstart : 16.10.2008
Vertrieb :
Walt Disney Studios Home Entertainment Switzerland
Verleihstart : 16.10.2008 Verkaufsstart : 16.10.2008
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