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DVD-Besprechung - Brain Dead

Story:
Ein aggressiver Parasit hat sich den Planeten Erde als neue Heimat ausgesucht und entert diesen per Meteoritentaxi, was eine Zombieepidemie auslöst. In den umliegenden Wäldern treibt sich zu dieser Zeit eine illustre Schar von Charakteren herum, die schließlich alle zufällig in einer verlassenen Waldhütte aufeinander treffen. Das sind im Einzelnen die beiden Medizinstudentinnen Sherry (Sarah Grant Brendecke) und Claudia (Michelle Tomlinson), die sich verlaufen haben, die beiden Sträflinge Clarence (Joshua Benton) und Bob (David Crane), die sich auf der Flucht befinden, und außerdem noch der notgeile Reverend Farnsworth (Andy Forrest) mit seiner attraktive Assistentin Amy (Cristina Tiberia). Letztendlich müssen sie sich alle zusammenraufen um sich gemeinsam der gnadenlosen Zombieattacken zu erwehren.

Meinung zum Film:
Regisseur Kevin Tenney ist kein Unbekannter im Horrorgenre und drehte bereits in den 80er-Jahren Beiträge wie "Witchboard" oder "Night of the Demons". Sein letzter echter Horrorfilm lag jedoch schon mehr als zehn Jahre zurück, als er sich entschloss, mit "Brain Dead" ein Comeback zu wagen. Mit Peter Jacksons "Braindead" hat dieser Film allerdings nichts gemeinsam, außer dass es sich bei beiden Titeln um Splatterkomödien handelt. Für seinen neuesten Horrorfilm sicherte sich Tenney prominente Unterstützung und verpflichtete den Spezialeffekt-Experten Gabriel Bartalos mit seinem Studio "Atlantic West Effects". Bartalos war in diesem Bereich bereits an bekannten Genrebeiträgen wie "The Texas Chainsaw Massacre 2" oder "Darkman" beteiligt. Vor der Kamera tummeln sich vor allem junge, unverbrauchte Darsteller, von denen jedoch einige bereits eine professionelle, schauspielerische Grundausbildung besaßen, was sich in, für dieses Genre, weit überdurchschnittlichen darstellerischen Leistungen äußert. Einen kleinen Gastauftritt hat zudem noch der sonst eher als Regisseur bekannte, vielbeschäftigte Billigfilmer Jim Wynorski ("Busty Cops").

Das Budget bei "Brain Dead" war offensichtlich nicht das größte. Aber ebenso offenkundig waren hinter der Kamera Veteranen am Werk, die die Mechanismen des Genres verinnerlicht haben und, ebenso wie die Darsteller, in der Lage waren, fehlende Mittel durch Einfallsreichtum und Engagement auszugleichen. Grundsätzlich nimmt sich der Film bewusst nicht ernst, was sich vor allem in schillernden Charakteren, teils urkomischen Dialogen und sehr deftigen, comichaft-überzogenen Splattereffekten äußert. Ein wenig Humor braucht man allerdings auch zu Beginn, wenn der erste Zombie auf den Plan tritt. Die Maske ist nämlich wirklich mehr als bescheiden geraten und erinnert eher an das Wasserfarbenkunstwerk einer untalentierten, farbenblinden Dreijährigen. Die Macher des Films schaffen es dann aber schnell, den Zuschauer auf ihre Seite zu ziehen und bieten ihm das, was Genrefreunde erwarten dürfen. Die Charaktere werden kurz aber knackig eingeführt, bereits in den ersten zwanzig Minuten präsentieren alle weiblichen Hauptdarstellerinnen barbusig ihre Reize und Schädel dienen vor allem dazu, zerteilt oder weggeschossen zu werden. Der Film präsentiert sich dabei stets kurzweilig und überzeugt mit, im wahrsten Sinne des Wortes, fließenden Szenenwechseln. So wird beispielsweise eine rollende Münze genutzt, um direkt auf einen sich drehenden Autoreifen in der nächsten Szene überzublenden.

Ein Highlight des Films sind vor allem die locker-flockigen Dialoge. Bei der Inspizierung der Hütte meint Bob beispielsweise, "Sieben Betten", was Clarence knochentrocken mit einem "Zwerge?" erwidert. Claudia hingegen sorgt sich beim Betreten der Hütte, ob die Farmer aus der Gegend nicht vielleicht ihre Tiere und Schwestern zum Gangbang dorthin bringen würden. Diese lockere, humorvolle Stimmung des Films, gewürzt mit stetigen knackigen Handmade-Effekten wie zerteilten Körpern und durchlöcherten Schädeln, sorgt in Verbindung mit der Spielfreude der überzeugenden Darsteller für ein äußerst kurzweiliges Sehvergnügen ohne echte Längen. Leider folgt das Drehbuch allerdings dem relativ ausgetretenen Zehn-Kleine-Negerlein-Prinzip und gerade der Showdown hätte durchaus etwas spektakulärer ausfallen dürfen, auch wenn immerhin nach dem Finale noch eine kleine Pointe folgt.

Digitale Aufarbeitung:
Die DVD bietet eine gute Schärfe und kräftige, natürliche Farben. Bei schnelleren Bewegungen kommt es allerdings zu deutlichen Unschärfen und auch die Kompression macht sich hin und wieder bemerkbar. Die Kontrastwerte sind zwar nicht optimal, aber insgesamt zufriedenstellend. Bildrauschen ist so gut wie gar nicht vorhanden. Beide Tonspuren bieten eine gute Verständlichkeit und sind ausgewogen abgemischt. Die deutsche Synchronisation ist ebenfalls gelungen und bietet einen guten Ausgleich zwischen Professionalität und Trash-Appeal.

Das ausführliche, deutsch untertitelte "Behind the Screams"-Feature (45:49) gewährt chronologische Einblicke in die wichtigsten Stationen der Produktion des Films. Das beinhaltet die Location-Suche, das Casting, die Herstellung der Masken und Spezialeffekte, erste Proben und den Beginn der Dreharbeiten mit zahlreichen Szenen vom Dreh. Den Abschluss bilden Interviews mit den Hauptdarstellern und Aufnahmen von der Fangoria Convention, wo erstmals ein exklusiver Trailer des Films gezeigt wurde. Die lockere Atmosphäre und gute Stimmung bei den Dreharbeiten fallen sofort ins Auge und sorgen für ein humorvolles und kurzweiliges Feature. Außerdem befindet sich auf der DVD noch der deutsch untertitelte Originaltrailer.

Fazit:
"Brain Dead" ist eine kurzweilige Splatter-Komödie mit gelungenen derb-comichaften Effekten, schillernden Charakteren, überzeugenden Darstellern, einer Prise T&A und viel trockenem Humor. Den Verantwortlichen ist es gelungen, trotz kleinerer Schwächen wie den billigen Zombiemasken oder dem etwas zu uninspirierten Drehbuch, mit geringen Mitteln einen äußerst spaßig-blutigen Genrevertreter auf die Beine zu stellen. Die technische Präsentation der DVD ist in Anbetracht der kostengünstigen Produktionsbedingungen sehr gelungen und die DVD enthält zudem auch noch ansprechendes Bonusmaterial.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,85:1
1,85:1
91:36 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Behind the Screams
  • Trailer
Brain Dead - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Brain Dead
Brain Dead

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Sympathischer Fun-Splatter mit gewollt trockenem Humor, deftigen Effekten und spielfreudigen Darstellern


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007
Regie:
Kevin Tenney
Drehbuch:
Dale Gelineau
Darsteller:
Joshua Benton, Sarah Grant Brendecke, David Crane, Andy Forrest, Elizabeth Lambert, Cristina Tiberia, Michelle Tomlinson, Jim Wynorski

Label Deutschland :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
14.11.2008