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DVD-Besprechung - Der Große Japaner
Story:
Masaru Daisatou (Hitoshi Matusmoto) ist "Der Große Japaner", seines Zeichens ein gigantischer Superheld, der Japan vor fiesen Monstern bewahrt. Allerdings ist das alltägliche Leben von Daisatou mehr als trist. Er ist der letzte seiner Art und seine Populariät geht, gemeinsam mit den TV-Quoten seiner Einsätze, immer weiter in den Keller. Und eine deshalb vom Fernsehen in Gang gesetzte Dokumentarfilmarbeit über sein Leben enthüllt ihn dann auch noch als depressiven Verlierertypen, der sich finanziell kaum über Wasser halten kann und dem Alkohol zugeneigt ist.
Meinung zum Film:
Hitoshi Matsumoto ist einer der populärsten Komiker Japans und bildet gemeinsam mit Masatoshi Hamata das erfolgreiche Comedy-Duo "Downtown". Mit "Der Große Japaner - Dainipponjin" gab er sein Drehbuch- sowie Regiedebüt und übernahm zudem auch noch die Hauptrolle.
"Der Große Japaner" ist ein Experimentalfilm im Gewand einer Tragikomödie, der das alltägliche Leben eines Superhelden im Mockumentary-Stil nebst zugehöriger wackliger Handkamera, also in Gestalt einer fiktiven, satirischen Dokumentation über sein Leben, darstellt. Der Erzählstil des Films ist dabei mehr als gemächlich geraten. In den ersten 20 Minuten des Films bekommt man die Hauptzutaten des Films vorgesetzt, banale Äußerungen des depressiven Superhelden, die in monotoner Litanei vorgetragen werden. Der Humor des Films speist sich nämlich vor allem daraus, wie trostlos das Privateben dieses berühmten Superhelden eigentlich verläuft. Gleichzeitig will der Film aber auch Mitgefühl für diesen armen Tropf erwecken, der sozial isoliert und materiell verarmt, den alten Zeiten hinterherweint. Das ist natürlich auch eine Metapher auf das moderne Japan, das mit althergebrachten Traditionen bricht. Die einzige wirkliche Auflockerung des eher tristen, ereignisarmen Geschehens sind die regelmäßigen Einsätze gegen groteske Riesenmonster.
Bevor es dazu kommen kann, muss sich Normalbürger Daisatou allerdings erst per gigantischer Stromzufuhr über die Brustwarzen in den "Großen Japaner" verwandeln. Entgegen der Tradition des japanischen Monsterfilms, als Manifestierung der feuchten Träume von Modellbaufreaks, präsentieren sich diese Kämpfe aber in astreiner, ansprechender Computergrafik. Allerdings sollte man hier kein Monstercatchen im Stile eines Godzilla erwarten, nicht die Auseinandersetzung steht im Vordergrund, sondern die Präsentation der Monster. Und bei deren Design haben die Macher wirklich Phantasie bewiesen und humorvoll-absurde Monstrositäten erschaffen. Das "Schlingenmonster" reißt Hochhäuser aus ihrem Fundament und legt seine Eier in die entstandenen Löcher, das "Springmonster" ist ein gigantisches Bein mit Kopf, die Monty Pythons lassen schön grüßen, und das "Böse-Blick-Monster" benutzt seinen Augapfel als ausrollbare Waffe! Leider ist die Zugänglichkeit des Films aufgrund seines Experimentalcharakters ein echtes Problem. Das Alltagsleben des Superhelden ist banal, trist und ereignislos, bildet aber eben den Hauptteil des Films. Die auflockernden Superheldeneinsätze gegen die obskuren Monstertypen sind dagegen recht kurz geraten und dürften Fans von "Godzilla" und Konsorten nicht so wirklich ansprechen.
Digitale Aufarbeitung:
Die DVD bietet eine wirklich gute Schärfe, ausgewogene Kontrastwerte und kräftige, natürliche Farben. Das leichte Hintergrundrauschen und kleinere kompressionsbedingte Unruhen bei homogenen Flächen fallen dagegen kaum ins Gewicht. Beide Tonspuren bieten eine gute Verständlichkeit und sind, im Hinblick auf Soundeffekte und Musikuntermalung, auch ausgewogen abgemischt. Die deutsche Synchronisation wirkt professionell und klingt natürlich. Aufgrund der Dialoglastigkeit und Actionarmut ist der Film insgesamt ziemlich frontlastig ausgefallen. Im Verlauf der Kämpfe werden aber auch Raumklangeffekte eingesetzt und dort wird mit Bass ebenfalls nicht gespart.
Im Bonusbereich der DVD findet sich zunächst ein gemeinsamer, deutscher Audiokommentar des deutschen Regisseurs, Autors und Filmkritikers Jörg Buttgereit ("Nekromantik") sowie des Filmwissenschaftlers Alexander Zahlten von der Universität Mainz, dessen Schwerpunkt im Bereich des asiatischen Films liegt. Er ist außerdem Mitveranstalter der "Nippon Connection", dem größten japanischen Filmfestival außerhalb Japans, das jährlich in Frankfurt stattfindet. Der Audiokommentar ist sehr launig und unterhaltsam ausgefallen. Beide Mitwirkenden bringen ihr jeweiliges Fachwissen ein. Das sind bei Buttgereit vor allem Hintergründe zum Kaijū-Genre, mit Vertretern wie "Godzilla", oder zu japanischen Superheldenserien wie "Ultraman", während Zahlten sich auf kulturelle Hintergründe und filmgeschichtliche Aspekte konzentriert. Neben dem gelungenen Audiokommentar gibt es auch noch den originalen, deutsch untertitelten Kinotrailer, fünf Deleted Scenes (2:13) und ein sehr ausführliches Making Of (65:22). Dieses Feature bietet zahlreiche Einblicke in die Planung des Films, die Durchführung der Dreharbeiten oder auch die Entstehung der Spezialeffekte. Es wurde offensichtlich nachträglich mit einem erläuternden Kommentar der Verantwortlichen versehen.
Fazit:
"Der Große Japaner" ist sicher kein Film, den die Masse lieben wird, denn dafür wirkt er einfach zu abgedreht und experimentell. Allerdings wird die eher banale, gemächlich präsentierte Geschichte des mitleiderregenden Superhelden auch aufgeschlossenere Gemüter mit der Zeit etwas ermüden. Die Anzahl der durchgeknallten Einfälle in den Realsequenzen hält sich nämlich stark zurück und die Absurdität des Films speist sich hier vor allem aus der dargestellten Normalität. Technisch ist die DVD sehr gelungen und bietet reichhaltiges und ansprechendes Bonusmaterial.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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104:13 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Japanisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar von Jörg Buttgereit und Alexander Zahlten
- Japanischer Kinotrailer
- Deleted Scenes
- Making Of
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Der Grosse Japaner - Dainipponjin
Dai-Nipponjin
Ein humoristisches Understatement der besonderen Art, das aber auch viele Zuschauer eher langweilen dürfte
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Japan, 2007 Regie: Hitoshi Matsumoto Drehbuch: Hitoshi Matsumoto, Mitsuyoshi Takasu Darsteller: Hitoshi Matsumoto, Riki Takeuchi, Ua, Ryunosuke Kamiki, Haruka Unabara, Tomoji Hasegawa
Label :
Rapid Eye Movies
Verkaufsstart : 28.11.2008
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