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DVD-Besprechung - [REC]
Story:
Angela Vidal (Manuela Velasco) dreht zusammen mit ihrem Kameramann Pablo (Pablo Rosso) eine Reportage über die Feuerwehr in Barcelona. In der Nacht geht ein Notruf ein und Angela und Pablo begleiten das Einsatzteam. Was wie ein Routinejob erscheint, stellt sich allerdings schon bald als lebensbedrohliches Unterfangen dar. Gefangen in einem Wohnhaus, zusammen mit blutsüchtigen Irren entbrennt ein verzweifelter Kampf ums Überleben.
Meinung zum Film:
1999 kam mit dem „Blair Witch Project“ ein Film in die Kinos, der seinen Horror alleine dadurch erzeugte, dass er durch seinen pseudo-dokumentarischen Stil den Zuschauer zum Teil der Handlung machte. Es folgten der ein oder andere Versuch, das Erfolgsrezept des Kultfilmes zu kopieren, doch fast alle scheiterten, da ihnen entweder entscheidende Innovationen fehlten oder weil sie nicht die benötigte Atmosphäre aufbauen konnten, die für derartige Filme lebenswichtig ist. Mit [REC] machten sich die spanischen Gruselspezialisten Jaume Balagueró („Fragile“) und Paco Plaza („The Horror Anthology: Xmas Tale) auf, das Konzept des „Blair Witch Project“ aufzugreifen, dabei aber einen entscheidenden Twist in die Handlung zu bringen. So setzt die Spannung des Filmes da ein, wo bei Blair Witch Schluss war – beim Angriff der Monster. Dem Zuschauer bleibt es nicht überlassen, sich am Ende ein Bild von dem Grauen zu machen, das über die Gruppe einbricht. Er wird direkt mit dem Grauen konfrontiert und der klaustrophischen Atmosphäre und der körperlichen Bedrohung ausgesetzt.
Das Szenario, in dem die Handlung spielt, ist dabei so simpel wie genial. Zu Beginn wohnt man einer routinemäßigen Reportage bei. Geht gelangweilt durch die Gänge der Feuerwehrwache, hört eher langweilige Interviews und geht vollkommen auf den dokumentarischen Stil ein. Auch nachdem der Einsatz begonnen hat und die ersten Schritte in das Mietshaus getan werden, bleibt die Doku-Atmosphäre erhalten. Mit dem ersten Angriff einer infizierten Frau gibt es dann den ersten Schockmoment geboten, der aber immer noch eine gewisse Distanz bietet. Denn mittlerweile ist man als Zuschauer so sehr in die Rolle des Kameramannes geschlüpft, das man dessen Rolle in der Geschichte angenommen hat. Wenn im weiteren Verlauf dann auch sein Leben in Gefahr ist, fühlt man sich selbst den Angriffen der Verrückten ausgesetzt. Der Film gleicht dann einem Horror-Ego-Shooter der Marke „Resident Evil“, bei dem man allerdings zum tatenlosen Zuschauen verdammt ist. Und dies ist dann die ganz große Stärke von [REC]. Als Zuschauer ist man gefangen in einem danteschen Inferno, indem man selbst nicht handeln kann, sich bei den Angriffen aber persönlich in Gefahr wähnt. Man schaut mit der Kamera um die Ecke, sucht nach der Bedrohung im Schatten und beobachtet Spezialisten durch ein Fenster beim Versuch, einen Infizierten unter Kontrolle zu kriegen. Wenn die Monster dann ausbrechen, jagt es auch den Puls beim Zuschauer hoch und die körperliche Bedrohung ist fast schon zum Greifen nah.
Doch trotz der großen Stärken des Films, gibt es auch kleinere Makel. So wird es vor allem mit der Wackelkamera immer wieder übertrieben. Wer schon bei „Blair Witch Project“ Probleme mit der Wackeloptik hatte, wird mit [REC] sicherlich nicht lange Freude habe. Weniger Rumgewackele wäre in diesem Falle deutlich mehr Vergnügen gewesen, ohne dass die Atmosphäre darunter gelitten hätte. Das Finale ist gemessen am sonstigen Verlauf auch eher enttäuschend. Es gibt keinen echten Showdown, die letzten Momente sind linear spannend wie der Rest, wodurch es dem Film am üblichen finalen Höhepunkt fehlt. Die deutsche Synchronisation ist an sich hochwertig gelungen uind mit erstklassigen Sprechern besetzt. Fataler Weise aber mit einem riesigen Problem bei der Hauptdarstellerin. Die gesprochene Sprache ist bei ihr dermaßen unsynchron zur Lippenbewegung, dass man sich bei einer deutsch synchronisierten Dauerwerbesendung wähnt. Die Leistung der Synchronbuchautoren ist in diesem Fall so gruselig und höchst amateurhaft ausgefallen, dass sie vor allem zu Beginn deutlich an der Authentizität des dokumentarischen Rahmens kratzt. Doch letzten Endes kann dies alles nichts daran ändern, dass [REC] den Zuschauer einfach mitreißt und in einen Sog aus Bedrohung und Angstgefühlen zieht, die einen bis zum Ende nicht mehr loslassen. Allerdings sollte man nicht den Fehler machen und den Film bei hellem Tageslicht schauen. Der Film gehört im dunklen Raum ohne weitere Beleuchtung auf den Bildschirm. Denn nur dann kann er seine volle Wirkung erzielen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist nicht mit den üblichen Maßstäben an aktuelle Kinoproduktionen zu vergleichen, da es gewollt mit Unschärfen und dunklen Bildern daherkommt. Unter dieser Prämisse betrachtet kann es aber vollends überzeugen. Auch der deutsche Ton in wahlweise Dolby Digital 5.1 und dts macht einen sehr authentischen Eindruck und nutzt immer wieder die Effektlautsprecher um punktgenau Geräusche und Effekte zu streuen. Es wird dabei aber nicht übertrieben und es wird sehr viel Wert darauf gelegt, alles nicht übertrieben und natürlich erklingen zu lassen. Wenn der Hubschrauber um das Haus kreist, läuft der Bass zur Höchstform auf.
Als Extra gibt es neben einer Bildergalerie, TV-Spots und Trailern noch ein rund 18-minütiges Making Of, das ein wenig hinter die Kulissen blickt und den Dreh des Films begleitet. Die Filmemacher erzählen hierbei vor allem von ihren Intentionen beim Dreh und es gibt die Umsetzung einzelner Effekte erklärt.
Fazit:
[REC] schafft es ohne eine richtige Geschichte, alleine durch seine pseudo-dokumentarische Atmosphäre zu fesseln. Wer sich nicht an der extremen Wackeloptik stört und den Film im dunklen schaut, wird sicherlich ein Gefühl davon bekommen, wie sich die Protagonisten fühlen müssen. Es wird Achterbahn-Horror der besonders bedrohlichen Art geboten.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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75:15 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Spanisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Spots & Trailer
- Bildergalerie
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[REC]
[REC]
Der Horror-Ego-Shooter zum Sehen - Gänsehaut im Dunkeln garantiert
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Spanien, 2007 Regie: Jaume Balagueró, Paco Plaza Drehbuch: Jaume Balagueró, Paco Plaza, Luis Berdejo Darsteller: Manuela Velasco, Pablo Rosso, Ferran Terraza, Jorge Serrano, David Vert, Vicente Gil, Martha Carbonell, Carlos Vicente, María Teresa Ortega, Manuel Bronchud
Label :
3L
Verkaufsstart : 20.11.2008
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