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DVD-Besprechung - Meine schöne Bescherung

Story:
Jan (Heino Ferch) freut sich schon auf einen ruhigen Heiligabend im Kreis der Familie. Was er allerdings noch nicht weiß ist, dass seine Frau Sara (Martina Gedeck) ihre drei Ex-Ehemänner nebst neuen Gattinnen und Nachwuchs für den Abend eingeladen hat. Als wenn das noch nicht schlimm genug für Jan ist, eröffnet Sara ihm am Abend feierlich, dass sie von ihm schwanger ist. Dumm nur, dass Jan sich schon vor Monaten heimlich sterilisieren ließ, weil ihm 4 Kinder im Haus reichen.

Meinung zum Film:
Regisseurin Vanessa Jopp (“Vergiss Amerika”) hat sich mit “Meine schöne Bescherung” den lang gehegten Wunsch erfüllt, eine Komödie zu drehen. Als Thema suchte sie sich wohl eines der sensibelsten Themen in Deutschland aus, den Heiligabend in der Familie. Der Film basiert dabei auf dem schwedischen Film „In Bed with Santa“ und zeigt den Hauptdarsteller in einer Situationen, die wohl kaum ein Mann als besonders angenehm empfinden würde. Als sich Sara den Traum der harmonischen Großfamilie erfüllt, macht sie sich keine Gedanken darüber, was sie Jan damit antut, dass sie ihre drei Ex-Ehemänner zum Heiligabend einlädt, ohne ihn vorher darüber in Kenntnis zu setzen. Während Jan schon große Probleme damit hat sich damit anzufreunden, den Abend nicht im ruhigen Familienkreis zu verbringen, kommt mit der Verkündung der Schwangerschaft die nächste seelische Katastrophe auf ihn zu. Als wäre es nicht schon genug, dass er sich die sexuellen Abenteuer seiner Vorgänger mit Sara anhören muss, rutscht es ihm auch noch raus, dass er sich heimlich sterilisieren ließ. Als Sara dann verkündet, sie sei schwanger von Jan wissen bald alle außer sie selbst, dass das Kind unmöglich von Jan sein kann. Denn aus Angst von Sara nicht mehr als Mann angesehen zu werden bringt er es nicht übers Herz, sie über den Eingriff zu informieren.

Der Film baut eine ähnliche Stimmung auf wie „Silberhochzeit“, indem er eine Gruppe Menschen an den Tisch setzt und unausgesprochene Konflikte an die Oberfläche holt, die für Zündstoff sorgen. Doch während das Hochzeitsjubiläum zu immer ernsteren Konflikten führt, geht der Heiligabend eindeutig in Richtung Komödie. Immer wenn die Stimmung droht zu ernst zu werden, gibt es eine perfekt eingestreute Situationskomik, die die ernste Dramatik wieder deutlich heraus nimmt. Das Kernproblem ist natürlich die Frage von Jan, wer der Vater des Kindes ist, da er es nicht sein kann. Während er nun den ganzen Abend über versucht heraus zu bekommen, wer seine Frau geschwängert hat, gibt es im Umfeld aber durchaus auch genügend Dialoge, die für die Redepartner nicht unbedingt immer bestens verlaufen. Aber trotz der eher unschönen Situationen behält sich der Film immer eine Wärme, weswegen man als Zuschauer problemlos alle Charaktere annehmen kann. Alle haben zwar ihre Ecken und Kanten, aber keiner von ihnen ist richtig böswillig. Am ehesten als Unsympath geeignet ist Andi, der eine recht aufdringliche Art hat und immer wieder versucht, Jan den Status des Hausherren streitig zu machen. Doch durch sein unreifes Verhalten straft er sich immer wieder gleich selbst ab, weswegen man ihm seine Gemeinheiten nie richtig übel nimmt.

Sehr zum Gelingen des Films trägt eindeutig das Ensemble mit bei. Heino Ferch („Vom Suchen und Finden der Liebe“) spielt den bedauernswerten Jan, für den der Abend immer mehr zum Albtraum wird, herrlich souverän und liebenswert. Er spielt die Rolle so gut, dass es kein Problem ist zu erahnen, wie er sich mit der Vergangenheit Saras arrangiert hatte, dabei aber nie gedacht hätte, dass er derartig frontal und brutal mit dieser konfrontiert werden würden. Als Psychologe ist er ja immerhin ein Mann vom Fach in solchen Dingen. Er kommt einem in seiner Tragik immer mehr vor wie Goethes Faust und es fehlt eigentlich nur noch der Ausspruch „Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor.“ Martina Gedeck („Der Baader Meinhof Komplex“) spielt herrlich naiv die Sara, die nicht verstehen kann welches Problem Jan mit seinen Vorgängern hat, denn immerhin versichert sie ihm ja, dass sie nur ihn liebt. Diese Naivität präsentiert sie in einer solchen Selbstverständlichkeit, dass man als Zuschauer keine Sekunde daran zweifelt, dass sie nicht verstehen kann, Jan einem großen Druck auszusetzen. Die Besetzung ist bis in die kleinste Nebenrolle perfekt ausgewählt und zusammen mit einem auf den Punkt gebrachten Drehbuch und einem durchweg überzeugenden Witz, gepaart mit einer großen Portion Charma, versteht das Gesamtwerk zu überzeugen. Das letzte Tüpfelchen auf dem i ist der Soundtrack von Loy Wesselburg („Komm näher“), der perfekt das Tempo und die Stimmung des Film unterstützt. Weihachten war selten zuvor so unterhaltsam.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gut auf die DVD gebracht worden. Die Farben sind kräftig, die Schärfe ist gut und auch ansonsten gibt es keinen Grund zum Klagen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist durchweg verständlich und auch im hinteren Bereich gibt es immer wieder was zu hören.

Als erstes Extra gibt es einen Audiokommentar mit Regisseurin Vanessa Jopp und Kameramann Hans Fromm, der sich sehr stark auf die Produktion des Filmes bezieht, teilweise aber auch längere Passagen ohne Worte beinhaltet. Das ausführliche Making Of mit einer Laufzeit von rund 40 Minuten ist sehr informativ ausgefallen und bietet einen sehr guten Einblick in die Produktion. Es folgen ein Reihe nicht verwendeter Szenen, bei denen einige Dinge erklären, die im Film nur bedingt verständlich sind. Die Outtakes sind weniger lustig als vielleicht erwartet und zeigen teilweise nur kleine Randnotizen und nicht verwendete Szenen. Es folgen noch der Trailer zum Film und eine Fotogalerie.

Fazit:
„Meine schöne Bescherung“ ist eine durchweg unterhaltsame Weihnachtskomödie, die auf einer eher ernsten Basis eine bestens gelungene Mischung aus Wortwitz, Situationskomik und Beziehungskomödie präsentiert. Eine durchweg gelungene deutsche Komödie, die man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
89:24 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseurin Vanessa Jopp und Kameramann Hans Fromm
  • Making Of
  • Entfernte Szenen
  • Outtakes
  • Trailer
  • Fotogalerie
Meine schöne Bescherung - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Meine schöne Bescherung
Meine schöne Bescherung

Dieser Film wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet


Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Jans Horror-Weihnacht ist Vergnügen pur fürs Publikum


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2007
Regie:
Vanessa Jopp
Drehbuch:
Monika Rolfner, Marc Terjung, Richard Reitinger (basierend auf dem Film "In Bed with Santa")
Darsteller:
Heino Ferch, Martina Gedeck, Roeland Wiesnekker, Rainer Sellien, Andreas Windhuis, Jasmin Tabatabai, Meret Becker, Petra Kelling, Meret Becker, Rosa Enskat, Alexandra Neldel, Ursula Doll, Bjarne Mädel, Eva Löbau

Label Deutschland :
X Edition
Verkaufsstart Deutschland :
07.11.2008

Vertrieb Schweiz :
Warner Home Video Switzerland
Verkaufsstart Schweiz :
07.11.2008