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DVD-Besprechung - Urmel voll in Fahrt

Story:
Zu seinem Geburtstag erhält Urmel ein ganz besonderes Geschenk und die Insel Titiwu bekommt Zuwachs: Das Pandamädchen Babu erobert im Sturm die Herzen von Professor Habakuk Tibatong und seinen sprechenden Tieren. Nur Urmel beäugt seine neue kleine Schwester misstrauisch und mag sich so gar nicht mit dem Gedanken anfreunden, plötzlich nicht mehr unumschränkter Star auf der Insel zu sein. Da trifft es sich gut, dass der gerissene Geschäftsmann Barnaby auf Titiwu für seinen neuen Vergnügungspark einen echten Dinosaurier sucht - und so verlässt Urmel auf der Suche nach Anerkennung und Abenteuern heimlich auf dessen Jacht die Insel.

Meinung zum Film:
Lang, lang ist's her, dass das Urmel im Rahmen der "Augsburger Puppenkiste" auf Professor Habakuk Tibatongs Insel aufschlug und dort allerhand Schabernack machte. An der beliebten Produktion aus dem Jahr 1969 erfreuten sich Millionen von Zuschauern, selbst wenn die Figuren aufgrund ihrer angeborenen starr- bzw. holzköpfigkeit (im wahrsten Sinne des Wortes) ziemlich mimiklos waren und das Meer damals noch aus einer Art blauer Müllsäcke bestand. Doch die Marionetten hatten einen unvergleichlichen Charme, den sie auf Generationen von alten und jungen Fans versprühten. Dementsprechend groß war der Aufschrei, als 2006 die bekannten Abenteuer von "Urmel aus dem Eis" innerhalb des gleichnamigen 3D-Animationsfilms neu aufgelegt wurden (dass es in den 1990ern bereits eine mehr oder weniger gelungene Zeichentrickserie gab, schienen die meisten vergessen zu haben). Den jungen Zuschauern - und diese waren schließlich die Hauptzielgruppe des Films - schien der flott inszenierte Streifen aber gefallen zu haben - und so war es nur eine Frage der Zeit, bis es ein Sequel geben würde.

Die Fortsetzung "Urmel voll in Fahrt" knüpft an die Geschehnisse aus dem ersten Film an, ist ansonsten aber eine völlig neue Urmel-Geschichte, diesmal also kein Klassiker-Remake. Das Abenteuer beginnt mit der Feier zum Jubiläum des Urmels, das nun schon ein ganzes Jahr bei Professor Habakuk Tibatong und seinen tierischen Freunden auf der Insel lebt. Die Party ist in vollem Gang und es werden lustige Spiele gespielt, als Wutz ihren eigens zu diesem Anlass gebackenen Kuchen holen will - und dieser auf einmal spurlos verschwunden ist. Wo kann er nur hin sein? Wer ist der gemeine Kuchendieb? Als schuldig im Sinne der Anklage stellt sich das kleine Pandamädchen Babu heraus - das ein Geschenk der Inselbewohner für Urmel sein sollte. Denn Urmel ist schließlich das Letzte seiner Art und - so der Gedanke - fühlt sich mit einer "kleinen Schwester" vielleicht weniger allein. Zugegeben, ein netter Einfall - doch Urmel passt das überhaupt nicht. Nicht nur die Tatsache, dass mit Babu aufgrund ihrer Unbeholfenheit rein gar nichts anzufangen ist, stört den Dinosaurier. Nein, vielmehr befürchtet er auch, dass der neue Knuddel-Wuddel-Bär ab jetzt immer im Mittelpunkt stehen wird. Dabei kann es doch nur einen wahren Star der Insel Titiwu geben! So lässt sich Urmel auf das Angebot des ominösen Geschäftsmanns Barnaby ein, der ihm eine Karriere als Hauptattraktion in einem riesigen Vergnügungspark verspricht ...

Bei "Urmel voll in Fahrt" ist der Name (leider) Programm: Statt einer durchgängigen oder schlüssigen Handlung steht in erster Linie Action im Vordergrund. Irgendetwas passiert immer - sei es ein Beachvolleyball-Match mit lustigen Slow-Motion-Effekten, eine rasante Fahrt auf einer sich noch im Bau befindlichen Achterbahn oder einfach, dass das Urmel-Rettungsteam mal eben auf hoher See nebenbei vom einem Wal verschluckt wird. Der Film bietet also hauptsächlich was fürs Auge. Mitdenken muss man nicht wirklich, die eigentliche "Story" lässt sich in drei Sätzen zusammenfassen. Dazu passt auch, dass als Synchronsprecher mal wieder fast durchwegs auf aktuelle Comedy-"Stars" wie Oliver Kalkofe (Barnaby), Anke Engelke (Wutz) und Oliver Pocher (Schusch) zurückgegriffen wurde. Die Animation des Films ist prinzipiell gelungen, bewegt sich aber auf dem typischen deutschen CGI-Niveau. Im Gegensatz zu den beliebten Pixar-Filmen wirkt daher alles etwas statisch und detailarm, eher wie aus einem Computerspiel als aus einer Kino-Produktion. Die kleinen Fans, für die "Urmel voll in Fahrt" entstanden ist, wird das alles allerdings nicht stören, denn für kurzweilige Unterhaltung ist auf jeden Fall gesorgt.

Digitale Aufarbeitung:
Aufgrund der digitalen Produktionstechnik des Films macht das Bild der DVD natürlich einen hervorragenden Eindruck. Weder Rauschen noch Kompressionsprobleme sind zu bemerken. Der Zuschauer bekommt einen scharfen, klaren Transfer mit leuchtenden Farben geboten. Auch die Tonspuren wissen zu überzeugen. Hier hat man zwischen Dolby Digital 5.1 sowie dts 5.1 die Wahl. Beide klingen sehr ähnlich und bieten guten Raumklang. Die dts-Fassung hat allerdings, da sie etwas vulominöser ist, die Nase leicht vorn.

Als Bonusmaterial gibt es eines der typischen Werbe-Making-Ofs, die immer im Nachmittags- oder Nachtprogramm diverser Privatsender zu sehen sind. Vollgestopft mit Filmszenen, bietet es leider keinen großen Informationsgehalt. Ferner bekommt man einen siebenminütigen Clip geboten, der zeigt, wie Urmel und die anderen Figuren vom Zeichenbrett in den Computer wandern. Es gibt einen kurzen Besuch im Synchronstudio und kurze Interviews mit den Sprechern sowie "Urmel"-Schöpfer Max Kruse. Wenn man ein Fehlersuchspiel absolviert, kann man sich dann noch ein exklusives Interview mit Urmel selbst anschauen - und mittels eines PCs lassen sich auf Wunsch Ausmalbilder ausdrucken.

Fazit:
"Urmel voll in Fahrt" gibt im wahrsten Sinne des Wortes durchwegs Vollgas. Eine Slapstick-Einlage reiht sich an die nächste, für irgendwelche Action ist immer gesorgt. Den klassischen Urmel-Geschichten kann die kaum vorhandene Story zwar nicht das Wasser reichen, den kleinen Zuschauern dürfte der rasante Streifen aber trotzdem viel Spaß machen. Die DVD bietet technisch hervorragende Qualität und einiges an Bonusmaterial, das allerdings leider nicht wirklich sehr tiefgründig ist.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
2,35:1
2,35:1
80:25 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making of
  • So entsteht Urmel
  • Fehlersuchspiel
  • Besuch im Synchronstudio
  • Interviews
  • Ausmalbilder
Urmel voll in Fahrt - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Urmel voll in Fahrt
Urmel voll in Fahrt

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Rasante Urmel-Action ohne viel Tiefgang


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2008
Regie:
Reinhard Klooss, Holger Tappe
Drehbuch:
Sven Severin
Darsteller:
Stimmen: Anke Engelke, Oliver Kalkofe, Wigald Boning, Hannes Maurer u.a.

Label Deutschland :
Constantin Film
Verkaufsstart Deutschland :
06.11.2008