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DVD-Besprechung - Arabische Nächte

Story:
Der verschlagene Kamar (Leif Erickson) ist zwar in der Thronreihenfolge nicht der erste Anwärter, doch dies hält ihn nicht davon ab, sich gegen seinen Bruder, den guten Kalifen Harun (Jon Hall), aufzulehnen. Mit seinen Schergen will er Harun das Leben nehmen, doch dieser kann sich, wenn auch verletzt, in einen Wanderzirkus retten. Hier pflegt ihn die bezaubernde Tänzerin Scheherazade (Maria Montez), bis sie vor den Häschern Kamars fliehen müssen. Immer enger zieht sich das Netz um sie zusammen und bald kündigt sich eine letzte große Konfrontation an.

Meinung zum Film:
Wer sich „Arabische Nächte“ ansehen möchte, der sollte sich nicht den Covertext durchlesen, denn dieser gibt auch nicht einmal ansatzweise wieder, was den Zuschauer tatsächlich erwartet. Darüber hinaus hat der Redakteur auch zwei Charaktere miteinander verwechselt. Die Produktion aus dem Jahr 1942 kostete damals zwei Millionen Dollar und die diese damals hohe Summe sieht man dem schönen Ergebnis auch an. Die Kostüme sind farbenprächtig geschneidert und wirken so richtig schön kitschig. Die Kulissen wirken überzeugend, da sie offenbar mit viel Auge für das Detail erstellt wurden. Es entsteht nicht der Eindruck, dass der Film in einer reinen Studiokulisse gedreht wurde. Der Zuschauer bekommt die quietschbunte Variante, wie sich der Westen so ein orientalisches Idyll vorstellt.

Die Geschichte erzählt von der klassischen Konstellation, dass zwei Männer die selbe Frau begehren, nur, dass sie in diesem Falle Brüder sind. Die Tragik liegt darin, dass Kamar die schöne Scheherazade tanzen sieht und ihr verfällt. Diese wiederum will ihn aber nicht und erfindet eine Vision, nach der er sie nur dann zur Frau haben kann, wenn er Kalif von Bagdad wird. Ein erster Putsch gegen seinen Bruder Harun kostet ihn fast das Leben, doch der zweite Versuch ist ungleich erfolgreicher. Harun wird auf der Flucht schwer verletzt und kommt in einem kleinen Zirkus unter, dessen Hauptattraktion ausgerechnet Scheherazade ist. Diese verliebt sich in nun in Harun, was die Dramatik der Handlung natürlich ungemein steigert. Es ist absehbar, dass sich alles auf ein entscheidendes und tödliches Duell der beiden so ungleichen Brüder zuspitzt. Die Kerngeschichte ist vielleicht nicht unbedingt etwas Neues, doch die kleineren Drehungen und Wendungen geben der Handlung die entsprechende Würze.

Doch dies ist der eine Aspekt des Film, ein anderer sind die verschiedenen Figuren, die sich im Film und vor allem im Zirkus herum tummeln. Diese wurden zwar aus den echten Märchen grob herausgeschnitten, aber für die lustige Unterhaltung des Publikums gut verändert. So arbeiten neben der schönen Scheherazade auch noch Ali Baba und Sindbad als Kraftmenschen in dem fahrenden Unternehmen. Und Sindbad geht allen permanent auf den Wecker, indem er immer wieder auf seine Abenteuer verweist und von dem Geist der Lampe vorschwärmt. Hier sind einige wiederkehrende Witzeleien untergebracht, die das Geschehen auflockern. „Arabische Nächte“ ist zwar kein echtes Märchen aus 1001er Nacht, doch die Geschichte gleicht dies mit Spannung und Humor bestens wieder aus. Übrigens entstammt der Kalif Harun keiner Fiktion, sondern den Geschichtsbüchern. 23 Jahre lang regierte über Bagdad, war aber nicht so ein Sympathieträger wie im Film.

Digitale Aufarbeitung:
Wieder einmal bringt KochMedia eine erstklassig restaurierte Fassung eines Klassikers auf den Markt. Das Bild kann sich in jeder Hinsicht sehen lassen und zeichnet sich durch schöne, kräftige Farben aus. Bildfehler sind kaum zu sehen und die Bildschärfe ist gut.

Die Extras beginnen mit einigen deutsch untertitelten Worten des Filmhistorikers Robert Osborne. Er gibt ein paar nette Hintergrundinformationen, ohne jedoch auszuschweifen, was bei 2,5 Minuten dann auch schwer gewesen wäre. Hinzu kommt noch der englische Trailer und eine Bildergalerie mit Werbematerial.

Fazit:
„Arabische Nächte“ gehört zu den Top-Produktionen und bietet echte Hollywoodunterhaltung. Wie immer besticht die qualitative Umsetzung des alten Materials. Die Kombination aus gutem Film und guter DVD-Umsetzung erfreut jeden Filmfreund.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,33:1
1,33:1
83:02 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Einführung von Filmhistoriker Robert Osborne
  • Bildergalerie
  • Trailer englisch
Arabische Nächte - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Arabische Nächte
Arabian Nights

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Verrat im Kalifat


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1942
Regie:
John Rawlins
Drehbuch:
Michael Hogan
Darsteller:
Jon Hall, Leif Erickson, Maria Montez, Billy Gilbert, Sabu

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
14.11.2008