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DVD-Besprechung - Siyama - Krieger aus einer anderen Zeit

Story:
Die drei thailändischen Teenager Ana (Thitima Maliwan), Gift (Nattanun Jantarawetch) und Boat (Bawriboon Chanreuang) landen, dank eines buddhistischen Mönches, plötzlich per Zeitreise mit ihrem Geländewagen im Siam des Jahres 1766. Dort müssen sie fortan Seite an Seite mit ihren Vorfahren das Siyama-Tal vor den Invasoren, den sogenannten Kämpfern von Hongsa, verteidigen.

Meinung zum Film:
Zeitreisefilme waren im Filmgeschäft schon immer ein beliebtes Thema, man denke nur an Klassiker wie "Die Zeitmaschine" oder die Trilogie von "Zurück in die Zukunft". Und gerade aus dem asiatischen Raum schafften es erst kürzlich zwei Beiträge zu diesem Thema nach Deutschland. Dabei handelte sich zum einen "Heaven`s Soldiers - Armee der Welten" aus Südkorea und zum anderen um "Samurai Commando - Mission 1549" aus Japan. Mit "Siyama - Krieger aus einer anderen Zeit" folgt nun der entsprechende Beitrag aus Thailand, mit dem Preecha Songsakul gleichzeitig sein Debüt als Regisseur und Drehbuchautor gab. Die Darsteller sind weitgehend unbekannt, Than Thanakorn und Nattanun Jantarawetch kennen deutsche Zuschauer aber eventuell bereits aus dem ebenfalls kürzlich von Sunfilm veröffentlichten Kampfsportstreifen "Fighting Beat". Auch wenn sich "Siyama" mit dem patriotischem Kampf der historischen Vorfahren des heutigen Thailands beschäftigt, sind die dargestellten Ereignisse wohl alles andere als historisch akkurat. In diesem Film sind nicht nur die Gewänder und Rüstungen völlig fiktiv, da der Regisseur laut eigener Aussage schlichtweg eine notwendige, zeitaufwendige Recherche scheute.

"Siyama" ignoriert eigentlich konsequent alle Elemente, die einen Zeitreisefilm normalerweise ausmachen. Die Rückkehr in die eigene Zeit ist von Anfang an sichergestellt, die Problematik des Gestrandetseins in einer anderen Zeit fällt also schonmal unter den Tisch. Auch die ethische Frage nach der Konsequenz eigener Handlungen für den Verlauf der Geschichte ist hier absolut kein Thema. Und obwohl beide Seiten rund 250 Jahre trennen, gibt es auch keinerlei Anzeichen eines "Kulturschocks". Der Geländewagen der Teenager ist für die Dorfbewohner nichts besonderes, ebensowenig deren Kleidung oder Sprache. Die Teenager hingegen passen sich gleich perfekt ins Geschehen ein und beherrschen die altertümlichen Waffen sogar besser als die damit geschulten Krieger. Auch für die eigentliche Bewerkstelligung der Zeitreise macht man sich gar nicht erst die Mühe einer plausiblen Erklärung. Ein buddhistischer Mönch hat eben so seine Talente und befördert Personen durch die Zeit, wie andere Menschen Pizza ausliefern. Und natürlich ist alles durch die heiligen Schriften vorherbestimmt. Auch die Frage nach dem Wissensvorsprung der Zeitreisenden, der ja gerade im Hinblick auf den Ausgang der Schlacht eine nicht ganz unwichtige Rolle spielen könnte, wird vernachlässigt.

Bei all dem geballten Unfug der papierdünnen Story verbleibt leider auch der sonstige Unterhaltungsfaktor auf einem äußerst geringen Niveau. Bei den Schlachtsequenzen handelt es sich um keine Massenszenen und von einer Choreographie kann man häufig überhaupt nicht reden. Obwohl hier ständig mit messerscharfen Klingen hantiert wird, verirrt sich, von einem Pfeilstreifschuss zu Beginn abgesehen, kein einziger Tropfen Blut in den Film. Wer also blutige Gefechte erwartet, der ist hier völlig an der falschen Adresse. Ein Ärgernis sind auch die immer wieder eingestreuten Computereffekte, die zwischen den Kategorien grottenschlecht und peinlich hin- und herpendeln. Die Actionsequenzen sind aber ohnehin gar nicht so zahlreich wie man denken könnte. Deshalb wird der Film durch unfreiwillig komische Dialoge, eine Schmalspur-Love Story und nerviges Gesülze über Patriotismus oder Pazifismus weiter in die Länge gezogen.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildschärfe der DVD ist gut, läßt aber gerade bei Nahaufnahmen Details vermissen. Der Kontrast kann leider gar nicht überzeugen, sämtliche Aufnahmen bei Tageslicht sind zu hell ausgefallen. Die Farbgebung wirkt kräftig, weist aber in vielen Szenen einen unnatürlich wirkenden Gelbstich auf. Bildrauschen fällt lediglich bei Nachtszenen leicht negativ ins Gewicht. Beide Tonspuren bieten eine gute Verständlichkeit. Die deutsche Synchronisation ist allerdings, bezüglich der Sprecherqualität, ziemlich durchschnittlich ausgefallen. Außerdem werden die Dialoge teilweise extrem gestelzt vorgetragen und wirken im Satzbau stark verbesserungswürdig. Bezüglich der Effekte kann sich die DVD allerdings "hören" lassen. Die akustische Untermalung der Schlachten wirkt weit eindrucksvoller als deren Optik, während der Film in ruhigeren Szenen auf atmosphärische Umgebungsgeräusche oder emotionale Musik setzt. Im direkten Vergleich wirkt die thailändische Tonspur allerdings etwas lebendiger.

Im Bonusbereich der DVD befinden sich zunächst ein unspektakuläres Musikvideo zum Film (3:01) und ein lächerlich kurzes, unkommentiertes Behind the Scenes-Feature (2:15). Weiterhin gibt es deutsch untertitelte Interviews mit dem Regisseur Preecha Songsakul (9:59), der Kostümbildnerin Umakorn Kanking (6:55) und den Darstellern Than Thanakorn (5:40), Hassapon Kongsib (2:09), Thitima Maliwan (3:26) und Nattanun Jantarawetch (3:14). Leider sind diese Interviews alle sehr oberflächlich ausgefallen und besitzen zudem einen stark werbenden Charakter, der Informationsgewinn hält sich daher stark in Grenzen. Der deutsche Trailer zum Film beschließt den Bonusbereich der DVD.

Fazit:
"Siyama" ist reinste Zeitverschwendung und verärgert potentielle Zuschauer mit einer dämlichen Story, untalentierten Hau(p)tdarstellern aus dem Modelkatalog sowie miserablen Spezialeffekten und schwach choreographierten Kämpfen. Alle Stärken der Zeitreisethematik werden von dieser Fließbandarbeit konsequent ignoriert. Technisch geht die DVD in Ordnung, die Extras sind allerdings verzichtbar.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
100:45 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Thailändisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Musikvideo
  • Behind the Scenes
  • Interviews mit dem Regisseur Preecha Songsakul, der Kostümbildnerin Umakorn Kanking und den Darstellern Than Thanakorn, Hassapon Kongsib, Thitima Maliwan und Nattanun Jantarawetch
  • Deutscher Trailer
Siyama - Krieger aus einer anderen Zeit - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Siyama - Krieger aus einer anderen Zeit
Siyama

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Diese Zeitverschwendung führt zum Verlust von Lebenszeit, den nur Zeitreisende wieder ausgleichen können


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Thailand, 2008
Regie:
Preecha Songsakul
Drehbuch:
Preecha Songsakul
Darsteller:
Than Thanakorn, Thitima Maliwan, Nattanun Jantarawetch, Bawriboon Chanreuang, Hassapon Kongsib, Sompob Benjathikul

Label Deutschland :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
05.12.2008