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DVD-Besprechung - Die Gebrüder Weihnachtsmann
Story:
Fast jedes Kind kennt Santa Claus (Paul Giamatti), doch nur wenig haben bislang von seinem Bruder Fred (Vince Vaughn) gehört. Da dieser von frühester Kindheit an ständig im übermächtigen Schatten seines jüngeren Bruders stand, wandte er sich immer mehr von diesem ab und lebte sein eigenes Leben. Als Santa Probleme mit der Spielzeugproduktion in seiner Werkstatt am Nordpol hat, lässt Fred sich jedoch über finanzielle Tatsachen überreden, seinem Bruder auszuhelfen. Allerdings weiß er nicht, dass mit Clyde Northcut (Kevin Spacey) ein Beamter am Nordpol anwesend ist, der den ganzen Laden aus Rationalisierungsgründen am liebsten sofort dicht machen würde.
Meinung zum Film:
„Die Gebrüder Weihnachtsmann“ ist einer der traditionellen, neuen Weihnachtsfilme, die alljährlich zum Weihnachtsfest in den USA im Kino laufen und dort ganz ordentliche Einspielergebnisse erzielen. Große Innovationen sind bei der Gattung Film eher ungewöhnlich. Meist geht es dabei um den Weihnachtsmann, der sich den Tücken der modernen Zeit stellen oder den Angriffen eines bösen, bösen Zeitgenossen erwehren muss. In dieser Hinsicht macht dieser Film von Regisseur David Dobkin („Shanghai Knights“) zu Beginn ein wenig Hoffnung auf ein bisschen Abwechslung, als er nicht den Weihnachtsmann selbst in den Mittelpunkt stellt, sondern dessen Bruder Fred. Natürlich leidet dieser unter dem Strahlemann-Image seines jüngeren Bruders und wächst unter der Last immer nur die Nummer 2 zu sein, zu einem nicht immer ganz einfachen Zeitgenossen heran. Da die ganze Familie von Santa Claus nicht altert, steckt auch Fred seit Jahrhunderten im Leben fest, ohne Aussicht darauf, dass es eines Tages besser für ihn laufen könnte. Mit der Ankunft von Fred am Nordpol geht es dann allerdings doch im gewohnten Weihnachtsfilm-Trott weiter, lediglich der Blickwinkel ist hier ein wenig anders, da das Geschehen aus der Perspektive von Fred gezeigt wird.
Die Geschichte legt zu Beginn richtig gut los. Zusammen mit Fred bekommt man die teils nervigen Seiten der Vorweihnachtszeit gezeigt, wie etwa wenn in der Werkstatt in Dauerbeschallung als Endlosschleife „Here comes Santa Claus“ gespielt wird. Aber auch die netten Seiten der vorweihnachtlichen Zeit werden gezeigt. Zum Beispiel in den Momenten, wo in der Elfenwerkstatt gewuselt wird, damit auch alle Kinder ihre Wunschgeschenke bekommen. Mit fortlaufender Spielzeit beginnt die Klasse des Films aber ein wenig zu schwanken. Drehbuchautor Dan Fogelman („Cars“) hat es leider nicht geschafft, die teils prächtige Stimmung und den guten Witz über die gesamte Laufzeit hoch zu halten. Dies liegt vor allem daran, dass er für eine Handvoll Lacher immer mal wieder aus der Weihnachtsstimmung ausbricht, was dann zu einem Stimmungsbruch führt und dem Film insgesamt deutlich mehr schadet, als dass es ihm hilft. So wäre es sicherlich überhaupt nicht notwendig gewesen zu zeigen, wie Fred bei den „Anonymen Geschwistern“ zwischen Frank Stallone, Stephen Baldwin und Roger Clinton darüber klagt, wie schwer es ist im Schatten seines übermächtigen Bruders zu stehen. Den Weg zurück auf den rechten Pfad hätte er passender und deutlich weniger kitschig beschreiten können.
Etwas besonderes ist aber sicherlich die Besetzung des Films. Vince Vaughn („Trennung mit Hindernissen“) genießt es zu Beginn sichtlich, den Antihelden zu spielen, dem es in seiner Selbstgefälligkeit ganz egal ist, was seine Mitmenschen von ihm denken. Paul Giamatti („Sideways“) spielt einen durchweg überzeugenden Weihnachtsmann, dem aber leider viel zu wenig Spielzeit und vor allem viel zu wenig Text ins Drehbuch geschrieben wurde. John Michael Higgins („Trennung mit Hindernissen“) schlüpfte in die Rolle von Willie, dem ersten Elf am Nordpol, der bis über beide Ohren in die durch Elizabeth Banks („Scrubs – Die Anfänger“) gespielte Charlene verknallt ist und als menschliches Rechengenie am Nordpol dafür sorgt, dass alles rechtzeitig ausgeliefert werden kann. In der Rolle des bürokratischen Bösewichtes kann Kevin Spacey („21“) herrlich auftrumpfen und dem Weihnachtsmann gleich zu Beginn verkünden, dass nicht nur seine Werkstatt auf der Liste steht, sondern auch die Zahnfee nur noch beim ersten verlorenen Zahn in Aktion treten soll und der Osterhase ganz auf der Streichliste steht, weil er einfach nicht mehr zeitgemäß sei. In weiteren Rollen spielen Kathy Bates („Grüne Tomaten“) als Mutter Claus, Rachel Weisz („Die Mumie“) als Freds Freundin, Miranda Richardson („Harry Potter und der Feuerkelch“) als Santas Frau und Ludacris („Hustle & Flow“) als Nordpol-DJ. Im Gegensatz zur Story wissen die Akteure durchweg zu überzeugen und ohne Abstriche sorgen sie für den passend Rahmen für festliche Komödienstimmung.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist leider alles andere als festlich geraten. Sehr deutlich zu erkennendes (Farb-)Rauschen sorgt immer wieder für Unruhe im Bild, während Details teilweise verschwimmen. So sind zum Beispiel beim ersten Rundblick in die Werkstatt am Nordpol kaum ein Einzelheiten zu erkennen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr gut verständlich und macht auch gelegentlich Gebrauch von den Surroundkanälen, ohne dabei jedoch ein durchgehendes Räumlichkeitsgefühl zu erzeugen.
Als Extras gibt es zunächst einen Audiokommentar mit Regisseur David Dobkin - allerdings ohne deutsche Untertitel. Des Weiteren stehen rund 25 Minuten nicht verwendeter Szenen bereit, bei denen es sich überwiegend um erweiterte Szenen handelt.
Fazit:
Am Ende sind es einige vereinzelte Szenen, die mit der ansonsten vorherrschenden, festlich-komischen Stimmung nicht so recht harmonisieren wollen und „Die Gebrüder Weihnachtsmann“ davon abhalten, durchweg als klasse Festtagsunterhaltung zu gelten. Aber zum oberen Durchschnitt des Genres reicht es allemal, vor allem Paul Giamatti ist es Wert in seiner Rolle als Santa Claus gesehen zu werden. Für die Vorweihnachtszeit sollte man sich den Film auf die „Zu sehen“-Liste setzen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,40:1
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110:52 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Arabisch, Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Griechisch, Hebräisch, Isländisch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mit Regisseur David Dobkin
- Deleted Scenes
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Die Gebrüder Weihnachtsmann
Fred Claus
Paul Giamatti als überzeugender Santa Claus, leider mit leichten Schwächen im Drehbuch
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007 Regie: David Dobkin Drehbuch: Dan Fogelman, Jessie Nelson Darsteller: Vince Vaughn, Paul Giamatti, John Michael Higgins, Miranda Richardson, Kevin Spacey, Kathy Bates, Elizabeth Banks, Ludacris, Rachel Weisz
Label :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart : 07.11.2008
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