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DVD-Besprechung - Secretary
Story:
Lee Holloway (Maggie Gyllenhaal) ist ein echtes Landei. Vollkommen verschüchtert, altmodisch und unattraktiv gekleidet stolpert sie durch ihr unzufriedenes Leben und nur, indem sie sich selbst Wunden zufügt, erkennt sie über den Schmerz, dass sie überhaupt noch lebt. Als sie sich jedoch eines Tages aus einer Laune heraus dazu entschließt, einen Job in der Stadt zu suchen, ändert sich ihr Leben grundlegend. Die dominante Art ihres neuen Chefs E. Edward Grey (James Spader) ergänzt sich wunderbar mit ihrem devoten Leben. So wird die Arbeit bald für beide zu einem Verhältnis mit sexuellem Unterton, die beider Leben schon bald grundlegend verändert.
Meinung zum Film:
Beherrschen, ohne zu erniedrigen, züchtigen, ohne zu verletzen. Was für den größten Teil der Bevölkerung nicht nachvollziehbar ist, ist für andere wiederum das Allergrößte. Zu letzt genannter Gruppe Menschen gehören auch Lee Holloway und E. Edward Grey. Ihre Neigungen passen sich ideal in einander ein, so dass man sich als Zuschauer mit der Zeit immer weniger versucht ist zu fragem, ob das Geschehen auf dem Bildschirm nun nach konventionellen Gesichtspunkten noch spießbürgerisch normal ist. Überhaupt wird das Wort normal im Film komplett in Frage gestellt, da die Karten für die Bedeutung dieses Wort von Regisseur Shainberg neu gemischt werden. Er schildert eine Romanze, die, rein bildlich betrachtet, überhaupt nichts liebevolles an sich hat, im gesamten Kontext aber Liebe und Romantik pur bedeutet.
Der Regisseur schafft es in seinem Film ein Thema, das sonst nur hinter verschlossenen Türen, auf Schmuddelseiten im World Wide Web oder in den hintersten Ecken der Videotheken behandelt wird, mit einem solch feinen Fingerspitzengefühl zu behandeln, dass das Ergebnis nicht nach billigem Schmuddelfilm aussieht. Vor allem verzichtet er komplett darauf, die Thematik ins Lächerliche zu ziehen. "Secretary" ist eine herrlich schlüpfrige Liebeskomödie, die durch viele Spitzfindigkeiten im Drehbuch und der sympathischen Darstellung seiner Charaktere eine grundlegende Ernsthaftigkeit behält. Es kann und soll aber nicht verschwiegen werden, dass der Film das Thema Fetisch-Sex behandelt und von daher auch entsprechende Szenen zu sehen sind, allerdings ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen. Wer sich durch seine Prägung oder Einstellung nicht in der Lage sieht derartige Eindrücke zu verarbeiten, sollte von daher besser Abstand nehmen vom Film.
Bemerkenswert ist die darstellerische Leistung von Maggie Gyllenhaal, die mit "Donnie Darko" den Durchbruch schaffte und später an der Seite von Julia Roberts in "Mona Lisas Lächeln" zu sehen war. Ihrem charmanten Spiel ist es vor allem zu verdanken, dass der Film stets seine Seriosität und seinen liebevollen Charme behält. Sie verkauft das schüchterne Landei genauso perfekt wie den späteren Wechsel zum kontrollierenden, devoten Part in der Beziehung zu ihrem Chef. James Spader spielt letzteren routiniert, schafft es aber kaum, gegen die Präsenz von Maggie Gyllenhaal anzuspielen. Mit ihr sympathiesiert man als Zuschauer den ganzen Film über, jeder Schlag, der sie trifft, hinterlässt auch Spuren im Gemüt des Publikums. Und doch wünscht man sich nicht mehr, als dass Lee ihren Herzenswunsch erfüllt bekommt - noch mehr Züchtigungen, am besten bis ans Ende ihrer Tage!
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gut, aber nicht perfekt. Es gibt teilweise leichtes Bildrauschen zu erkennen und die Farben wirken etwas ausgeblichen. Aber dieses sind lediglich kleinere Makel. Der Ton liegt in der für Sunfilm üblichen Mannigfaltigkeit vor. Die erste Wahl sollte die Dolby Digital 5.1 Spur sein, da diese mit den klarsten Höhen daherkommt.
Nach dem Film gibt es noch die Möglichkeit, sich mittels Interviews mit den beiden Hauptdarstellern und dem Regisseur über deren Meinungen zum Film zu informieren, wahlweise mit deutschen Untertiteln. Wer mehr über die drei erfahren möchte, kann dies über die als Texttafeln vorliegenden Biografien tun. Abschließend gibt es noch einen umkommentierten Blick hinter die Kulissen während des Drehs, der allerdings nicht besonders viel Unterhaltungswert besitzt. Abgerundet wird die Bonussektion durch den Trailer zum Film.
Fazit:
"Secretary" missbraucht die Sado-Maso-Leidenschaft nicht für brachialen, zotischen Slapstick-Humor mit Leder und Peitsche, sondern macht eine intelligente und niveauvolle Liebeskomödie daraus, bei der die Protagonisten nicht fleischgewordenen, peinlichen Klischees entsprechen, sondern charmante Sympathieträger sind. Wer Schlüpfrigkeiten und alternative Liebesweisen im Film akzeptieren kann, wird mit dieser Sekräterin sicherlich sein Vergnügen haben.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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106:31 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Deutsch Dolby Surround |
Englisch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Surround |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Interviews
- Biografien
- Behind the Scenes
- Trailer
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Secretary
Secretary
Eine Sex-Komödie mit Niveau und einer äußerst charmanten Hauptdarstellerin
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2002 Regie: Steven Shainberg Drehbuch: Erin Cressida Wilson Darsteller: James Spader, Maggie Gyllenhaal, Jeremy Davies, Patrick Bauchau, Stephen McHattie, Lesley Ann Warren
Label :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart : 07.04.2008
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