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DVD-Besprechung - Death Race Box
Story:
Die "Death Race Box" beinhaltet die Filme "Death Race 2000", "Death Race 2050" (aka "Deathsport") und "Death Race 3000" (aka "Death Racers").
Meinung zum Film:
Da vor Kurzem die Neuverfilmung "Death Race" mit Jason Statham in der Hauptrolle in die
Kinos kam, war es eigentlich klar, dass man auch das Original passend dazu wieder aus der
Mottenkiste kramen würde. Movie Power veröffentlichte Ende November gleich drei "Death
Race"-Teile, die man jeweils einzeln oder als Gesamtbox kaufen kann. Dazu muss man
allerdings anmerken, dass die hier als "Death Race 2050" und "Death Race 3000" betitelten
"Fortsetzungen" nichts mit "Death Race 2000" zu tun haben und eigentlich anders heißen.
Doch dazu später mehr. "Death Race 2000" ist ein Trashklassiker aus dem Jahr 1975, der in Deutschland früher auch
unter den Titeln "Frankensteins Todesrennen" und "Herrscher der Straße" lief. David
Carradine ("Kung Fu") und Sylvester Stallone ("Rocky") spielen darin zwei kontrahierende
Fahrer, die am "transkontinentalen Straßenrennen" des Jahres 2000 teilnehmen. Dabei handelt
es sich aber nicht etwa um eine gemütliche Tour durch die "Vereinigten Provinzen von
Amerika", sondern um einen tödlichen Volkssport, bei dem es darum geht, möglichst viele
Passanten zu überfahren. Hört sich brutaler an, als es ist, da sich der Film zu keiner Zeit
selbst ernst, sondern Gewalt vielmehr auf die Schippe nimmt. Das leuchtend knallrote Blut,
das gelegentlich zu sehen ist, erweckt nie den Anschein, echt zu sein - oder echt sein zu
wollen. Zudem meint man sich ständig in einer Realverfilmung der Hanna-Barbera-
Zeichentrickserie "Wacky Races" zu befinden, da die unterschiedlichen Rennwagen überaus
belustigend anzusehen sind. Beispielsweise ist Frankensteins fahrbarer Untersatz wie ein
riesiges Reptil oder ein Dinosaurier gestaltet. Die Story ist ziemlich platt - natürlich
gibt es die obligatorischen Rebellen gegen das Regime und natürlich wird am Ende alles gut
- doch der Film macht nach einer gewissen Eingewöhnungsphase durchaus Spaß und erreichte im
Laufe der Jahre Kultstatus als "bester B-Movie aller Zeiten".
Beim hier "Death Race 2050" genannten Film handelt es sich um den drei Jahre nach "Death
Race 2000" entstandenen "Deathsport", bei dem ebenfalls David Carradine in der Hauptrolle
zu sehen ist. Zwar wird der Streifen gerne im Paket mit "Death Race 2000" angeboten, hat
aber inhaltlich nichts mit ihm zu tun (stammt allerdings vom gleichen Produzenten). Warum das
Ganze dann hier auch noch "2050" heißt, bleibt in Anbetracht der Tatsache, dass der Film im
Jahr 3000 spielt, ebenfalls unklar ... "Deathsport" versuchte die Erfolgswelle von
"Death Race 2000" auszunutzen und mischt Elemente aus diesem mit welchen aus "Star Wars"
und "Rollerball". Doch wo "Death Race 2000" noch gute Trashunterhaltung bot, scheitert
"Deathsport" kläglich. Der Film wirkt nur billig, dumm und langweilig. Mit minimalem
Budget, dem Star aus "Death Race 2000" und einer Handvoll Playboy-Hasen sollte hier ein
Zuschauermagnet geschaffen werden, was gehörig misslang. Die Story ist wirr und albern: Im
Jahr 3000, nach dem Ende der großen Nuklearkriege, ist die Welt in Wüstenland und isolierte
Stadtstaaten unterteilt. Es gibt die guten Ranger, die mit großen Schwertern auf Pferden
durchs Land reiten und ein nomadenhaftes Leben führen. Dann wären da noch kannibalistische
Mutanten, die sich in der Gegend herumtreiben - und ein böser Stadtstaat (Helix City), in
dem gladiatorenähnliche Kämpfe veranstaltet werden, bei denen man gefangene Ranger auf
Kämpfer mit gemeingefährlichen Todesmotorrädern treffen lässt. Ja, hört sich selten dämlich
an, ist es auch ...
Als dritten Film enthält die Box dann noch "Death Race 3000", wobei es sich um die Direct-
to-Video-Produktion "Death Racers" aus dem Jahr 2008 handelt. Auch hier hat die
"Jahreszahl" des deutschen Titels nichts mit dem Filminhalt zu tun. Wir befinden uns im Jahr
2033 und - sehr kreativ - die Gesellschäft fällt langsam in sich zusammen. Die gemeinsten
Verbrecher wurden in ein Gebiet verbannt, das sich die "rote Zone" nennt. Ein
hinterhältiges Genie, als "Reaper" (Scott Levy) bekannt, zwingt einen Wissenschaftler dazu,
ein Gasgemisch in die zentrale Wasserversorgung des Landes zu leiten, die natürlich
zufälligerweise unter der roten Zone entlangläuft. Daraufhin initiiert die Regierung (die
wohl nur noch aus vier Leutchen in einem Büroraum besteht) ein Todesrennen, bei dem diverse
Fiesling-Zweierteams mit Autos losgeschickt werden, um den Reaper aus dem Weg zu räumen.
Für auf dem Weg überfahrene Kriminelle gibt es Punkte und das Siegerteam soll in die
Freiheit entlassen werden. Das Beste an dem faden C-Streifen, der noch billiger aussieht,
als er gewesen sein dürfte, ist ... hm, ja, was eigentlich? Wrestlingfans freuen sich
vielleicht, "Raven" Scott Levy als den Reaper zu sehen und für die männliche
Zuschauerschaft macht zumindest das Team "Vaginamyte" optisch noch ein bisschen was her,
aber das war es dann auch schon. Alles sieht extrem billig und überstilisiert aus und die
darstellerischen Leistungen verlassen nie das Niveau von Zwischensequenzen eines Wrestling-Matches. So stellt "Death Racers" - wie es die Story schon erahnen lässt - nur ein
billiges Direct-to-DVD-Rip-off des Plots von Paul W.S. Andersons aktuellem Streifen "Death
Race" mit Jason Statham dar.
Digitale Aufarbeitung:
Death Race 2000: Die neue deutsche Veröffentlichung ähnelt inhaltlich der alten
"Special Edition" von CarolMedia. Diese hatte allerdings extreme Probleme mit einem sehr
starken normwandlungsbedingten Bildruckeln, die nun zum Glück nicht mehr auftauchen. Der gute anamorphe Transfer (1,85:1) bietet ein scharfes Bild mit natürlichen Farben. Rauschen oder
Kompressionsartefakte fallen nicht zu stark auf. Zwar sind immer wieder kleinere
Verschmutzungen und weiße Blitzer zu erkennen, insgesamt bekommt man aber durchaus
überzeugende Qualität geboten. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in Mono vor und kann
natürlich nicht durch ein breites Klangspektrum punkten, liefert dafür jedoch jederzeit gut
verständliche Dialoge.
Als Bonusmaterial gibt es den Trailer zum Film, einen Audiokommentar des Regisseurs sowie
ein kurzes Interview mit Roger Corman (fünf Minuten) und ein Making Of (zehn Minuten).
Überraschenderweise liegt sowohl das Interview als auch das Making Of wahlweise deutsch
synchronisiert vor. Überzeugende Arbeit! Hier bekommt man definitiv die bisher beste deutsche Veröffentlichung des Films präsentiert.
Deathsport: Kann der Film bereits inhaltlich nicht überzeugen, sieht es auch bei der
technischen Qualität mau aus. "Deathsport" liegt im Vollbild-Format 1,33:1 vor und wirkt
auf DVD wie eine alte, nicht remasterte TV-Serie. Das Bild ist stark weichgezeichnet und
hat Probleme mit Doppelkonturen. Auch Verschmutzungen und Dropouts tauchen immer wieder
auf. Der Mono-Ton auf Deutsch und Englisch macht aber auch hier keine Probleme, die Dialoge
bleiben klar verständlich.
An Bonusmaterial hält "Deathsport" lediglich den Trailer zum Film bereit.
Death Racers: Zwar ist der Film grauenhaft schlecht, macht aber zumindest technisch
noch ein bisschen was her. Der anamorphe Transfer ist sehr klar und sauber. Rauschen fällt
nicht auf, dafür könnte die Schärfe aber etwas besser sein. Der Film verwendet stark
verfremdete Farben und einen überhöhten Kontrast als Stilmittel. Als Tonspuren gibt es
Deutsch und Englisch in Dolby Digital 5.1, die deutsche Fassung ist auch noch in Stereo
vorhanden.
Für "Death Racers" liegt ein Regiekommentar vor, zudem gibt es ein vierminütiges "Behind
the Scenes", zweieinhalb Minuten an (sehr unlustigen) Bloopers sowie den Trailer zum Film.
Fazit:
Die "Death Race Box" lohnt sich in Anbetracht der Tatsache, dass es alle drei Filme parallel auch einzeln zu kaufen gibt, nicht wirklich. Inhaltlich überzeugen kann nämlich nur der Kultklassiker "Death Race 2000". Wer sich die beiden als "Fortsetzungen" betitelten Streifen tatsächlich antun möchte, kann bei der Box bedenkenlos zugreifen, ansonsten reicht allemal die günstigere Einzel-DVD von "Death Race 2000", die mit der Scheibe in dieser Box identisch ist. Technisch gibt es kaum etwas zu bemängeln, lediglich "Death Race 2050" alias "Deathsport" macht hier eine sehr schwache Figur.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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76:30 Minuten, 79:23 Minuten, 88:39 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 | Englisch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
Englisch Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Trailer, Making Of, Interview und Audiokommentar zu "Death Race 2000"
- Trailer zu "Death Race 2050"
- Trailer, Behind the Scenes und Bloopers zu "Death Race 3000"
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Frankensteins Todesrennen, Deathsport, Death Race 3000
Death Race 2000, Deathsport, Death Racers
Box mit dem Kultklassiker und zwei unnötigen Zusatzfilmen
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1975, 1978, 2008 Regie: Paul Bartel, Allan Arkush & Nicholas Niciphor, Roy Knyrim Drehbuch: Robert Thom, Nicolas Niciphor, Andrew Helm Darsteller: David Carradine, Sylvester Stallone, Simone Griffeth, Claudia Jennings, Richard Lynch, Scott Levy, Violent J, Shaggy 2 Dope u.a.
Label :
Movie Power Verkaufsstart : 12.02.2009
Vertrieb :
SchroederMedia
Verkaufsstart : 12.02.2009
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