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DVD-Besprechung - Jules Verne Box

Story:
Die Teufel der Meere:
Ein Schoner wird von Piraten überfallen und der größte Teil der Mannschaft getötet. Eine Hand voll junger Männer, die auf dem Schiff reisten, kann sich in ein Beiboot retten und wird von einem Walfänger aufgenommen. Alles scheint wieder ins Lot zu kommen, doch bei der Jagd auf einen Pottwal kommen Teile der Besatzung und auch der Kapitän ums Leben. Sein Ziehsohn übernimmt das Kommando, doch auch er kann bei einem verheerenden Sturm nicht verhindern, dass das Schiff aufgegeben werden muss. Die Überlebenden schaffen es tatsächlich bis an unbekannte Gestade und geraten dort in die Hände von Sklavenhändlern.

Das Geheimnis der Monsterinsel:
William T. Kolderup (Peter Cushing) wünscht, dass sein Neffe Jeff Morgan (Ian Sera) die Welt bereist, um Erfahrungen für das Leben zu sammeln. Doch kaum hat die Schiffsreise begonnen, entdeckt Jeff in tiefster Nacht, dass die Mannschaft getötet wurde und sich zu allem Unglück auch noch Monster auf dem Schiff befinden. Zusammen mit seinem skurrilen Lehrer Professor Tartelet (David Hatton) erreicht er eine unbekannte Insel, die nicht nur von Kannibalen bewohnt wird.

Phantastische Reise zum Mittelpunkt der Erde:
Professor Lindenbrock (Kenneth More) kauft von einem merkwürdigen alten Mann ein Buch mit einer phantastischen Geschichte von einer Reise zum Mittelpunkt der Erde. Der Gelehrte findet aber einen Hinweis, dass dieses Buch die Wahrheit beschreibt und er macht sich mit seiner Nichte Glauben (Ivonne Sentis) und weiteren Gefährten auf, um diese Reise ebenfalls zu machen. Ihr Weg führt sie zu einem riesigen unterirdischen Ozean, den sie überqueren und auf allerhand wunderliche Kreaturen treffen, zu denen auch Dinosaurier gehören.

Tauchfahrt des Grauens:
Die sagenumwobene Stadt Atlantis hat die Menschen schon immer fasziniert und viele kluge Menschen haben bereits nach ihr gesucht. Nun machen sich auch Professor Aitken (Donald Bisset) und sein Sohn Charles (Peter Gilmore) auf, um Atlantis zu finden. Ein Zwischenfall mit einem Riesenkraken führt sie in das versunkene Reich, das tatsächlich noch existiert. Die Atlantiden sind allerdings nicht sonderlich aufgeschlossen und Monster gibt es zudem auch noch.

Meinung zum Film:
Wer kennt sie nicht, die Geschichten des Begründers des Genre des Science Fiction, Jules Verne der von 1828 bis 1905 lebte? Seine Visionen von der Reise zum Mond, von der Erforschung der Tiefsee und anderen tollen Abenteuern vermochte er so passend zu Papier zu bringen, dass er die Fantasien der Menschen bediente. Er lernte Alexandre Dumas den Älteren und Alexandre Dumas den Jüngeren kennen und beide rieten ihm, seine Leidenschaft, phantastische Geschichten zu schreiben, weiter zu verfolgen. Durch sein Fernweh unternahm er Reisen in fremde Länder, wodurch er sich scheinbar das passende Rüstzeug für seine späteren Werke erlangte. Jules Verne traf mit seinen Romanen den Kern und seine Leser machten ihn zu einem wohlhabenden Mann. Seine wohl bekanntesten Romane sind wahrscheinlich „20.000 Meilen unter dem Meer“ und „In 80 Tagen um die Welt“.

„Die Teufel der Meere“ ist eine Art moderner Piratenfilm, in dem sich nicht die Schiffe gegenseitig die Kugeln in die Schiffsrümpfe ballern. Vielmehr gibt es eine Handlung, die sich jenseits des Wassers abspielt und die Schrecken der Sklavenjäger in den Vordergrund hebt. Es ist ein solider Abenteuerfilm, allerdings ohne den bekannten phantastischen Einschlag. „Das Geheimnis der Monsterinsel“ hingegen gibt richtig Gas und neben Monstern gibt es auch hungrige Kannibalen. Der Film lebt vorrangig von der Figur des Professors Tartelet, denn dieser ist mit seinen verbalen Verrenkungen der klare Star des Geschehens. Die Monster sind in ihrer Einfachheit nicht sonderlich ernst zu nehmen, vor allem diese unsäglichen Seetangmonster. Da hat man einfach einer handvoll Statisten Algen in Mengen über den Kopf geworfen und sie angewiesen, wie Zombies schwankend auf die Hauptdarsteller zuzuwanken.

Die „Phantastische Reise zum Mittelpunkt der Erde“ hat alles, was Fans des Genres mögen. Ein bisschen Witz, viel Abenteuer und eine Fülle an unglaublichen Kreaturen, die den Charakteren mächtig zusetzen. Die Darsteller haben teilweise merkliche Probleme, den Szenen Überzeugungskraft zu geben. Während sie im Bereich der Dialoge sehr sattelfest sind, sind u.a. die Szenen, in denen sie in Island durch den eisigen Wind tapsen, nur wenig überzeugend. Es wirkt laien- bis lachhaft. Die Monster und deren Animationen können aus heutiger Sicht ebenfalls ein Schmunzeln auslösen. Insgesamt aber hat die Inszenierung Charme und bietet gute Unterhaltung. Der wohl beste Film dieser Jules Verne-Box ist aber eindeutig „Tauchfahrt des Grauens“. B-Movie-Ikone Doug McClure („Die Leute von der Shiloh Ranch“) hat einen perfekten Auftritt in seiner Spielfilmkarriere. Der Film ist hierzulande eher unter dem Namen „Tauchfahrt des Schreckens" bekannt und erzählt eine spannende Geschichte von einer Gruppe von Forschern, die Atlantis suchen und tatsächlich entdecken. Ein prima Film für einen verregneten Sonntagnachmittag.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist durchaus unterschiedlich. Während „Die Teufel der Meere“ mehr an eine mäßige VHS-Kopie erinnert, ist das Abenteuer auf der Monsterinsel ganz in Ordnung und zeigt nur wenige Bildfehler, aber gute und realistische Farben. Der Ton ist bei beiden Filmen der ersten DVD in Ordnung. Die „Phantastische Reise zum Mittelpunkt der Erde“ ist recht grobkörnig und es zeigen sich permanent kleine Dropouts und diverse Schwankungen in der Helligkeit. Der Ton ist gut und die Dialoge kommen sauber herüber. „Tauchfart des Grauens“ zeigt ein deutliches Rauschen, ist aber ansonsten weitgehend in Ordnung. Selbiges gilt auch für den Ton.

Als Extra gibt es für den Film „Die Teufel der Meere“ und „Das Geheimnis der Monsterinsel“ eine kurze Bildergalerie, sowie bei letzterem auch den Originaltrailer. Den gibt es auch zu „Tauchfahrt des Grauens. Insgesamt ist das für vier Filme allerdings ein wenig mager und angesichts des lediglich transferierten Bildes ohne merkliche Korrekturen an der Qualität hätte man hier für die Fans etwas mehr bieten können.

Fazit:
Die „Jules Verne Box“ bietet vier Abenteuerfilme auf zwei DVDs an, von denen drei den Zuschauer mit Monstren und anderen Gefahren konfrontieren. Die technische Umsetzung lässt sicherlich Wünsche offen, doch insgesamt können Fans dieser Filme froh sein, diese überhaupt auf einer DVD zu bekommen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
Die Teufel der Meere:
83:30 Minuten

Das Geheimnis der Monsterinsel:
100:26 Minuten

Phantastische Reise zum Mittelpunkt der Erde:
85:44 Minuten

Tauchfahrt des Grauens:
87:28 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Bildergalerie
  • Originaltrailer
Jules Verne Box - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die Teufel der Meere / Das Geheimnis der Monsterinsel / Phantastische Reise zum Mittelpunkt der Erde / Tauchfahrt des Schreckens
Los Diablos del Mar / Misterio en la isla de los monstruos / Viaje al centro de la Tierra / Warlords of Atlantis

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Abenteuer pur


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Spanien / USA / GB, 1981 - 1982 - 1976 - 1978
Regie:
Juan Piquer Simon, Kevin Connor
Drehbuch:
Jules Verne, Joaquin Grau, Juan Piquer Simon, Ron Gantman, John Melson, Brian Hayles
Darsteller:
Peter Cushing, Terence Stamp, Ian Serra, Ana Obregon, Blanca Estrada, Jaime Johnson, Gabriel Jimenez, Ramon C. Franco, Patty Shepard, Francisca Bamishe, George Rigaud, Pep Munne, Jack Taylor, Ivonne Sentis, Kenneth More, Doug McLure, Peter Gilmore, Daniel Massey, Cyd Charisse, Frank Brana

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
04.12.2008