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DVD-Besprechung - Die keine Gnade kennen
Story:
Am 27. Juni 1976 wird Flug 139 der Air France auf dem Weg von Athen nach Paris von deutschen und palästinensischen Luftpiraten entführt. An Bord befinden sich mehr als 200 Passagiere, rund 100 davon sind Israelis oder französische Juden. Nach einem Zwischenstop in Libyen erreicht das Flugzeug seinen Zielpunkt, den Flughafen Entebbe in Uganda, wo Präsident Idi Amin (Yaphet Kotto) als Vermittler auftritt, den Terroristen aber offensichtlich Unterschlupf gewährt. Die Entführer fordern die Freilassung von 53 Gesinnungsgenossen aus internationalen Gefängnissen, andernfalls sollen alle Geiseln eliminiert werden. Die Israelis starten schließlich "Operation Thunderbolt", einen militärischen Kommandoeinsatz zur Befreiung der Geiseln auf ugandischem Hoheitsgebiet.
Meinung zum Film:
"...die keine Gnade kennen" basiert auf realen Geschehnissen und entstand parallel mit zwei weiteren Filmen zur gleichen Thematik. An der US-Fernsehproduktion "Unternehmen Entebbe", von Marvin J. Chomsky ("Holocaust - Die Geschichte der Familie Weiss"), waren zahlreiche Stars wie Helmut Berger ("Das Bildnis des Dorian Gray"), Richard Dreyfuss ("Poseidon"), Burt Lancaster ("Urteil von Nürnberg"), Kirk Douglas ("Stadt ohne Mitleid") oder Anthony Hopkins ("Der Bunker") beteiligt. Dagegen setzte die deutlich actionlastigere israelische Produktion "Operation Thunderbolt", aus der Feder von Menahem Golan ("Delta Force"), auf einheimische Darsteller und die Unterstützung des israelischen Militärs. Klaus Kinski ("Todeskommando Panthersprung") durfte hier wieder mal als Bösewicht agieren und verkörperte den deutschen Entführer Wilfried Böse. Für die vorliegende filmische Aufbereitung der Geschehnisse nahm mit Irvin Kershner ("RoboCop 2") ein Amerikaner Platz, der später mit der Star-Wars-Fortsetzung "Das Imperium schlägt zurück" und dem Bond-Film "Sag niemals nie" Filmgeschichte schrieb. Die Besetzungsliste des Films liest sich wie ein Who is Who des internationalen Kinos dieser Zeit. Charles Bronson ("Kalter Schweiss"), John Saxon ("Südwest nach Sonora") und Jack Warden ("Die Unbestechlichen") verkörpern leitende, israelische Militärs. Peter Finch ("Network") und Robert Loggia ("Scarface") geben sich als israelische Politiker die Ehre, während Horst Buchholz ("Die Halbstarken") den deutschen Terroristen verkörpert und Martin Balsam ("Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert") eine seiner Geiseln ist. Abschließend entfaltet Yaphet Kotto ("Running Man") eine surreal anmutende Darstellung des ugandischen Diktators Idi Amin, der junge James Woods ("Salvador") nimmt als Teil der Einsatzkräfte das Gewehr in die Hand und Eddie Constantine ("Die Dritte Generation") gibt sich als Pilot die Ehre.
"... denn sie kennen keine Gnade" ist ein routinierter Entführungsthriller mit immenser Starpower aus Hollywoods Traumfabrik. Der Schwerpunkt des Films liegt ganz klar auf der Planung der gewaltsamen Befreiungsaktion und dem Zeitdruck sowie der großen Verantwortung, die dabei auf allen Beteiligten lasten. Hingegen tritt das Schicksal der Geiseln, bei denen auch kaum emotionale Anknüpfungspunkte geliefert werden, zunehmend in den Hintergrund. Noch schlechter hat es allerdings deren Entführer erwischt. Über ihre Motivation und ihre politischen Hintergründe erfährt man quasi gar nichts, im gesamten Film werden nichtmal ihre Namen genannt und in der Besetzungsliste werden sie lediglich mit Nummerierung ("Terrorist 1", etc.) aufgeführt. Auch über die völkerrechtliche Problematik des Nacht-und-Nebel-Einsatzes auf fremdem, souveränem Staatsgebiet oder ugandische Opfer macht man sich eher keine Gedanken. Die nationalistischen Untertöne des Films sind dann auch unübersehbar, weshalb man das ganze lediglich als wenig neutralen Unterhaltungsfilm werten sollte.
Handwerklich ist der Film aber gut gelungen und baut durch die Parallelität der Ereignisse (Lage der Geiseln, Aktionen von Idi Amin, Planungen des israelischen Generalstabs) über einen langen Zeitraum eine hohe Spannungskurve auf. Leider ist aber ausgerechnet der entscheidende Kommandoeinsatz gegen Ende gründlich in den Sand gesetzt worden. So ist bei den Nachtaufnahmen dieser Aktion kaum etwas zu erkennen und das Verhalten der Einsatzkräfte wirkt außerdem mehr als stümperhaft. Die Stars des Films haben teils kaum bessere Gastauftritte und aufgrund des großen Personenkreises der Beteiligten kann hier eigentlich niemand sonderlich glänzen. Wie so oft bedient sich auch dieser Film eher der versammelten Starriege, als wirklich deren Potential zu realisieren, die Darsteller liefern allerdings alle solide Schauspielkunst ab.
Digitale Aufarbeitung:
Die DVD verfügt lediglich über eine unterdurchschnittliche Schärfe, die Farben wirken ausgewaschen und der Kontrast ist alles andere als optimal. Der Film ist sehr dunkel geraten und gerade bei Nachtszenen sind kaum noch Details auszumachen. Der Film weist außerdem leichte Verschmutzungen auf und wird von einem stärkeren Bildrauschen begleitet. Beschädigungen der Vorlage sind hingegen eher die Ausnahme. Die Kompression macht sich hingegen bei homogenen Flächen unangenehm bemerkbar. Die beiden Tonspuren verfügen über eine gute Verständlichkeit.
Es gibt leider überhaupt kein Bonusmaterial.
Fazit:
"...denn sie kennen keine Gnade" überzeugt vor allem als relativ spannender Entführungsthriller, großartige Tiefgang bei der Aufbereitung der Geschehnisse sollte man aber nicht erwarten. Von Minute zu Minute geben sich die Stars die Klinke in die Hand, der Schwerpunkt des Films liegt aber eindeutig stärker auf der Planung des Befreiungseinsatzes, als auf einer emotionalen Schilderung der unseligen Lage der Geiseln. Technisch läßt die DVD sicherlich einige Wünsche offen, ist aber noch akzeptabel und mangels weltweiter, besserer Alternativen zudem konkurrenzlos.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,66:1
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118:19 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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...die keine Gnade kennen
Raid on Entebbe
Routinierter Entführungsthriller mit wenig Tiefgang, aber einer ansprechenden Spannungskurve
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1977 Regie: Irvin Kershner Drehbuch: Barry Beckerman Darsteller: Peter Finch, Martin Balsam, Horst Buchholz, John Saxon, Jack Warden, Yaphet Kotto, Charles Bronson, Eddie Constantine, Robert Loggia, James Woods
Label :
WGF Verkaufsstart : 13.11.2008
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