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DVD-Besprechung - Der Ruf des Herzens

Story:
Kate (Linda Evans) führt ein einfaches Leben in den USA und versucht sich und ihre beiden Kinder über die Runden zu bringen, als sie Tom Hannon (Tony Bonner) kennen lernt. Der gut aussehende Australier verliebt sich Hals über Kopf in die Kellnerin. Die beiden heiraten schon nach wenigen Tagen. Sie wollen gerade alle nach Australien fliegen, als Kates Tochter auszureißen versucht. Kate entschließt sich eine Woche später mit ihren Kindern nachzukommen. Doch wie sie im Outback ankommt, ereilt sie eine schlimme Nachricht: Tom ist bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Die Farm ist gleichzeitig hoch verschuldet, die letzten Brunnen sind am Versiegen und Kate findet sich mitten in einem alten Familienduell wieder. Wird sie wieder in die USA zurück kehren oder den Kampf aufnehmen?

Meinung zum Film:
Linda Evans war fünf Jahre vor dieser TV Miniserie vor allem durch ihre Rolle der Krystle Carrington in der Serie „Denver Clan“ bekannt geworden. Sie spielte dort die immer liebe, immer etwas zu sanftmütige Frau des Milliardärs Carrington und musste sich vor allem gegen Angriffe der fiesen Alexis wehren. Man konnte mit Fug und Recht behaupten, dass sie in einem Klischee gefangen war, ein Albtraum für eine Schauspielerin. Das war vielleicht der Grund, warum sie sich auf die Suche nach weniger stereotypen Rollen machte, um ihre eigenes Repertoire zu verändern. Immerhin: „Der Ruf des Herzens“ war ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn Teile des Drehbuchs eine endgültige Entwicklung hin zu einer starken Frauenrolle verhindert haben. Linda Evans kann vor allem im ersten Teil der TV Miniserie brillieren und sich von ihrer starken Seite zeigen. Sie hat dabei wundervolle Szenen, eine davon, als sie Nick Stenning (Jack Thompson) mächtig rund macht, als dieser sie nicht nach einem langen Flug per Helikopter zu ihrer Ranch fliegen will.

Doch die Drehbuchautoren machten den Fehler, dass sie eben diesen Nick Stenning zu früh als Love Interest installierten. Fortan konnte oder musste Linda Evans sich wieder zum Teil als schwache Frau präsentieren. Das ist eigentlich sehr schade, denn hier wird Potential vergeben. Aber vielleicht war damals die Zeit noch nicht reif für eine komplett selbstständige Frau, so dass der Film freilich auch im Zeichen der Achtziger Jahre zu sehen sein muss. Insgesamt gesehen ist „Der Ruf des Herzens“ eine herz zerreißende Geschichte einer Familie, die im Outback auf schwerste Proben gestellt wird. Man hat hier alle Elemente, die eine gute Story ausmachen. Da ist die Spannung zwischen den beiden verfeindeten Familien, da ist die glaubwürdige Darstellung des Outbacks, das wirklich sehr viel von den dort lebenden Menschen abverlangt. Es gibt Liebe, Hass, Verzweiflung und Sturheit und alles zusammen ergeben eine glaubhafte und spannende Geschichte, die einen mitreißt, egal ob man nun ein Fan von Linda Evans ist oder nicht. In einem Internetkommentar hat eine im Outback lebende Frau geschrieben: „So viel in dieser Geschichte ist sehr glaubhaft dargestellt, wir haben ein hartes Leben im Outback und wir müssen stur und stark sein, um zu überleben.“ Wenn also der Film selbst den Einwohnern Respekt abverlangt, dann hat man einfach gute Arbeit geleistet.

Neben Linda Evans ist es auch und vor allem Jack Thompson („Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger“), der die Glaubhaftigkeit des Films herüber bringt. Vielleicht lag es daran, dass er als Australier sich mit dem Land sowieso schon gut auskannte. Jedenfalls macht er eine glaubhafte Entwicklung von einem sturen Eigenbrödler zum vermutlich bald liebenden Familienvater durch. Daneben ist es aber auch noch Jason Robards („Philadelphia“), der mit seiner schieren Präsenz schon ganze Szenen ausfüllt und somit den Film vorantreibt. Und freilich Judy Morris („Der Letzte der Mohikaner“), bei der der Zuschauer gar nicht anders kann, als sie aus ganzem Herzen zu hassen. Alles in Allem hat man für einen Fernsehfilm einen wirklich ausgezeichneten Cast versammelt, der das so schon gute Drehbuch zu einem einzigartigen Ganzen verbindet.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist leider nicht gerade das allerbeste, hat es doch auch schon weit über 20 Jahre auf dem Buckel und dieses Alter sieht man dem Bild deutlich an. Ein starkes Rauschen ist sichtbar, der Kontrast sitzt nicht richtig und die Farben wirken unwirklich, weil viel zu kräftig. Der Ton ist akzeptabel für die damalige Zeit, wirkt aber in der deutschen Synchonisation etwas dynamischer. Allerdings sollte man sich besser die englische Version anhören, denn besonders die Stimme von Linda Evans passt so gar nicht zu dem Charakter, den sie hier spielt.

Special Features sind trotz Ankündigung auf dem Cover nicht enthalten.

Fazit:
„Der Ruf des Herzens“ ist ein glaubwürdiger Film über das australische Outback mit herausragenden Darstellern und einer atemberaubenden Kulisse. Schade, dass das Bild schwächelt und man sollte sich in jedem Fall die englische Tonspur anhören, denn die Synchronstimmen passen nicht immer ganz.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,33:1
1,33:1
2 Folgen à ca. 90 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • -
Der Ruf des Herzens - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Verbranntes Land
The Last Frontier

Bild unseres Mitarbeiters Bernd Glasstetter
Outback pur


Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Australia, USA, New Zealand, 1986
Regie:
Simon Wincer
Drehbuch:
Michael Laurence
Darsteller:
Jason Robards, Peter Billingsley, John Ewart, Linda Evans, Micole Mercurio, Elizabeth Coulter, Judy Morris, Asher Keddie, Les Foxcroft, Meredith Salenger, Tony Bonner, Beth Buchanan, Jack Thompson, Toni Lamond

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
04.12.2008