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DVD-Besprechung - Die Kreuzritter 4
Story:
Das Grabtuch Jesu ist in den Händen der Ungläubigen. Ein Ritter wird auf den Weg geschickt, um das Tuch wieder zu beschaffen. Auf seiner Reise trifft er auf zwei weitere Ritter und einen Knappen und gemeinsam machen sie sich auf die Suche. Sie müssen dabei vielen Gefahren und vielen Gegnern begegnen, bis sie an das Ziel ihrer Reise gelangen.
Meinung zum Film:
Das muss ein heftiges Gras gewesen sein, das die Autoren dieses Machwerks geraucht haben, als sie das Drehbuch zusammen zimmerten. Anders lässt sich dieser hanebüchene Quark nicht erklären, der dem geschätzten Zuschauer vorgesetzt wird. Eigentlich ist Regisseur Pupi Avati („La Casa dalle finestre che ridono“) dafür bekannt leidlich gute, bisweilen aber auch wirklich gute Filme zu drehen, die aber eher anderen Genres angehören. Was mag ihn bloß geritten haben, sich an einem Ritterfilm zu versuchen? Denn er geht dabei auf schlimmste Art und Weise unter. Da wäre zunächst der Plot zu nennen, der so unglaubhaft ist, wie er nur eben sein kann. Ein paar wenige Ritter, die sich zusammenraufen müssen, werden auf die Jagd nach dem Grabtuch Christi geschickt. Leider wird insgesamt viel zu viel Zeit darauf verwandt, dieses Team zu schmieden. Unnötige Action-Szenen beherrschen den Film, man rettet sich wild durcheinander gegenseitig, ohne dass auch nur einmal klar wird, warum dies alles geschieht. Das eigentliche Ziel des Films wird dann in einer atemberaubenden Geschwindigkeit abgewickelt. Und irgendwie werden sich die Autoren gesagt haben: „Hey, ein Mittelalter-Film muss auch einen Exorzismus haben!“ Dazu muss es freilich jemanden geben, der nicht an Gott glaubt und er muss freilich Teil der Gruppe sein, sonst macht das Ganze doch keinen Spaß. Macht es Sinn, ist es notwendig, um die Geschichte voran zu bringen? Wohl kaum, aber man will ja authentisch sein.
Authentizität ist sicher ein hohes Gut bei einem historischen Film, aber man sollte sich vielleicht auch einmal ein paar Darstellungen aus dieser Zeit anschauen, wenn man als Ausstatter bei einem solchen Film arbeitet. „Kreuzritter 4“ ist weit davon entfernt, authentisch zu sein. Einzig die Schwerter können als gesichert erscheinen, der Rest erscheint wie aus dem großen Fundus anderer Filmen zusammen gesucht. Nichts, aber auch gar nichts passt bei den Kostümen richtig zusammen. Und den größten Vogel hatte man mit dem Turiner Grabtuch geschossen. Das eigentlich negative Bild, das man nur bei bestimmten Belichtungsmethoden erkennen kann, wurde in diesem Film einfach auf das Tuch mit roter Farbe aufgebracht. Selbst, wenn es visuell ganz interessant ist, aber man kann doch Fakten nicht dermaßen verleugnen.
Die Schauspieler müssen es gemerkt haben, dass sie nicht gerade an einer Sternstunde des italienischen Kinos mitwirkten. Edward Furlong („Terminator 2“) agiert lustlos und F. Murray Abraham wäre sicher lieber wieder zu „Star Trek: Der Aufstand“ zurück gekehrt, da er dort wenigstens noch durch eine übertriebene Darstellung glänzen konnte. Hier gelingt ihm noch nicht einmal mehr eine Darstellung, die im Gedächtnis bleibt. Das Gleiche gilt für Thomas Kretschmann („Der Seewolf“). Jeder für sich wird sich wohl gedacht haben: Nimm das Geld mit, aber versuch den Job einfach nur hinter Dich zu bringen. Vielleicht waren sie aber auch einfach nur die Unmengen an künstlichem Blut leid, das direkt schon goremäßig während des Films floss. Sicher war das Mittelalter blutrünstig, aber wenn als einzige Szene nur die im Gedächtnis hängen bleibt, bei der einem Kämpfer die Nase abgetrennt wird (und das mit einem mittelalterlichen Schwert), dann spricht das wohl für sich. Chirurgische Präzisions-Arbeit mit einem grobschlächtigen Schwert – das muss aber wirklich heftig gewesen sein, das Gras, das die Autoren zu sich genommen haben.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wirkt grobkörnig und detailarm. Auf einfarbigen Flächen ist immer wieder ein Rauschen feststellbar. Der Sound ist trotz Dolby Digital 5.1 eher detailarm zu nennen, die hinteren und seitlichen Lautsprecher werden selten bedient. Da kann man sich genauso gut die Dolby-Digital-2.0-Tonspur anhören.
Der (italienische) Trailer ist in der Trailershow enthalten, weiteres Spezial-Material ist nicht zu finden.
Fazit:
"Die Kreuzritter 4" ist ein kreuzlahmer und gorelastiger Streifen, den man besser in der Versenkung verschwinden lassen sollte. Nichts macht richtig Sinn, die Authentizität wird komplett vernachlässigt und die Schauspieler fügen sich in ein unvermeidbares Schicksal.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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113:54 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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Die Kreuzritter 4 - Das Gewand Jesu
I Cavalieri che fecero l'impresa
Kreuzlahme Kreuzritter
Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 2001 Regie: Pupi Avati Drehbuch: Pupi Avati Darsteller: Edward Furlong, F. Murray Abraham, Stanislas Merhar, Marco Leonardi, Raoul Bova, Thomas Kretschmann
Label :
MiG Film
Verkaufsstart : 28.11.2008
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