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DVD-Besprechung - Drei Mädels von der Tankstelle

Story:
Geld ist nicht alles, aber es beruhigt ungemein. Wenn man allerdings entsprechend vermögend ist, dann weiß man nie wer es ehrlich mit einem meint, oder wer nur auf das Geld scharf ist. So geht es auch Wigald (Wigald Boning), der es von klein auf nur mit Frauen zu tun hatte, die nur das Geld seiner Familie vor Augen hatten. Dies machte ihn zum Frauenhasser, der sogar eine Allergie gegen das weibliche Geschlecht entwickelt hat. Sein Freund und Psychiater Volker (Axel Milberg) versucht ihm zu helfen, doch solange Wigald zudem noch von seiner Mutter dominiert wird, scheint die Lage aussichtslos. Bis eines Tages drei Mädels eine Tankstelle vom Familienkonzern pachten und durch eine Laune des Schicksals muss ausgerechnet Wigald die Spritzapfstelle in schwarze Zahlen führen und sich so zwangsläufig in die Gesellschaft der Frauen begeben.

Meinung zum Film:
Mit dem deutschen Klassiker „Die Drei von der Tankstelle“ hat „Die drei Mädels von der Tankstelle“ eigentlich nichts zu tun. Gut, die Grundidee von drei Menschen die eine Tankstelle managen wurde übernommen, das war es dann aber auch. Die Komödie ist der Beweis, dass Produzent Bernd Eichinger sich auch mal für so richtige Flops verantwortlich zeigen muss. Die Produktion wurde 1997 zur Premiere gebracht und zeichnet sich durch dümmlichen Humor aus, der oft genug auf die Kosten von Frauen geht. Wenn die Scherze wenigstens hintergründig und intelligent wären, dann könnte der Zuschauer dem Treiben auf dem Bildschirm ja noch etwas abgewinnen, doch hier erwartet das Publikum ein Rohrkrepierer.

Augenscheinlich wurde voll auf die Zugkraft von Wigald Boning gesetzt, der zu diesem Zeitpunkt mit „RTL Samstag Nacht“ auf dem damaligen Höhepunkt seiner Karriere war. Für die Macher von RTL und Constantin Film ein echtes Argument, ihm eine Hauptrolle zu verpassen. Leider waren sie für eine gewisse Tatsache blind, denn Wigald Boning ist sicherlich ein guter Komiker, doch sein schauspielerisches Talent war damals einfach noch nicht vorhanden. Auf die Spitze haben sie es allerdings getrieben, ihm auch noch Gesang aufs Auge zu drücken. Gut ein Jahr zuvor feierte Boning mit seinem Kollegen Olli Dittrich als „Die Doofen“ einen bundesweiten Erfolg mit Klamaukgesang. Mit der gnädigen Unterstützung der Tontechnik konnte dem Zuhörer noch eine akustische Folter erspart bleiben, doch der Gesang im Film kommt ungefiltert, direkt und brutal auf das Trommelfell. Nein, mit Boning und dem fragwürdigen Humor haben die Produzenten ihrem Publikum keinen Gefallen getan.

Echte Schauspieler kommen aber auch zum Einsatz, allerdings können sie kaum gegen die faden Albernheiten anspielen. Da ist z.B. Axel Milberg („Der Campus“), der den Psychiater Volker spielt, einen Freund von Hauptfigur Wigald. Leider ist die Geschichte so sehr auf Boning zugeschnitten dass Milberg zwar durchaus viele Dialoge hat, doch insgesamt mit seiner Figur eindimensional bleibt. Ja auch die damals aufstrebende Franka Potente („Anatomie“) spielt als Lena mit. Zwei Jahre vor ihrem Filmhit „Lola rennt“ muss sie sich geringschätzige Sprüche von Frauenhasser Wigald anhören und gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Ein kleiner Silberstreif am Horizont ist Gisela Trowe („Didi Hallervorden – Alles im Eimer“) als Wigalds exzentrische Mutter. Sie spielt so herrlich überzogen die Übermutter, die sich sogar nicht davor scheut, eine Frau zu engagieren, die ihren Sohnemann auf Linientreue überprüfen soll.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist gut und zeichnet sich durch einen ordentlichen Kontrast aus. Es gibt zwar ein paar Außenszenen mit leichten Überblendungen, insgesamt sind die Farben allerdings ausgewogen. Der aufgepeppte Ton ist ordentlich.

Als Extras steht zunächst ein Making Of von rund 22 Minuten zur Verfügung. Zunächst wird der komplette Filminhalt dargestellt, was etwas überflüssig ist. Im weiteren Verlauf wird es aber besser und informativer. Weiter gibt es noch insgesamt sieben Minuten an Interviews mit den Hauptdarstellern und dem Regisseur. Den Abschluss bilden auf Texttafeln noch die kurzen Darstellerinfos mit Geburtsdaten und einer Auswahl an Filmen.

Fazit:
„Die drei Mädels von der Tankstelle“ ist leider keine gute deutsche Komödie geworden, sondern nur eine Art Werbefilm für Wigald Boning. Ein eindeutiger Beweis dafür, dass nicht jeder der vor einer Kamera stehen kann auch gleich schauspielern muss. Technisch gibt es keine Einwände.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
1,78:1
1,78:1
81:38 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Interviews
  • Darstellerinfos
Drei Mädels von der Tankstelle - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die drei Mädels von der Tankstelle
Die drei Mädels von der Tankstelle

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Flache Komödie ohne Anspruch


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 1997
Regie:
Peter F. Bringmann
Drehbuch:
Ernst Kahl
Darsteller:
Wigald Boning, Franka Potente, Axel Milberg, Carol Campbell, Anya Hoffmann

Label Deutschland :
Constantin Film
Verkaufsstart Deutschland :
04.12.2008