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DVD-Besprechung - Mamma Mia!
Story:
Für ihre bevorstehende Hochzeit mit Sky (Dominic Cooper) hat sich Sophie (Amanda Seyfried) etwas ganz besonderes einfallen lassen. Mit Sam Carmichael (Pierce Brosnan), Bill Anderson (Stellan Skarsgård) und Harry Bright (Colin Firth) hat sie die drei Männer hinter dem Rücken ihrer Mutter Donna (Meryl Streep) eingeladen, die als ihr Vater in Frage kommen. Als Donna ihre ehemaligen Liebhaber sieht, ist das ein kleiner Schock für sie, den sie zusammen mit ihren Freundinnen Rosie (Julie Walters) und Tanya (Christine Baranski) erst einmal verarbeiten muss. Doch bis die Trauung endlich stattfindet, gibt es noch so manche heikle Situation zu bestehen.
Meinung zum Film:
Das ABBA-Musical „Mamma Mia!“ feierte am 6. April 1999 im Prince Edward Theatre in London seine Premiere und ist seitdem zu einem der größten Musicalhits aller Zeit aufgestiegen. Seine Kinopremiere erlebte der auf dem Musical basierende Film am 30. Juni 2008 in London. Mit Phyllida Lloyd als Regisseurin und Catherine Johnson als Drehbuchautorin waren die beiden Frauen bei der Umsetzung für die große Leinwand in Schlüsselpositionen, die auch maßgeblich für die Umsetzung der ABBA-Songs zum Musical verantwortlich waren. Die Umsetzung der cinematographischen Seite ist ihnen bestens gelungen. Außerhalb der Musikeinlagen erzählt Phyllida Lloyd die Geschichte in ruhigen, landschaftlich geprägten Aufnahmen, während sie bei den Songs einen Sprung in die Videoclip-Ästhetik macht. Hier setzt sie Stilmittel wie schnelle Schnitte, atmosphärische Lichtspielereien und stimmungsvolle Aufnahmen ein, wodurch sie der Ausdruckskraft der Lieder einen sehr passenden und stimmungsvollen optischen Grund bietet. Aber nicht alle Songs haben ihren Weg von der Bühne auf die Leinwand gefunden. Unter anderem fielen „Under Attack“ und „One of us“ der Dramatisierung und Straffung für den Film zum Opfer, während „Our last summer“ anstelle von "Thank you for the music" zum Einsatz kommt und „Take a chance on me“ erst nach der Trauung gefordert wird. Worüber sich viele Fans im Vorfeld Sorgen machten war die Auswahl der Darsteller, bei denen es sich durchweg um Künstler handelte, die bislang keine Erfahrung mit dem Singen im Film hatten. Vereinzelt kann man sicherlich darüber streiten, ob das Ergebnis nun dem entspricht, was man sich davon erhoffte. Größtenteils waren die Sorgen jedoch unbegründet.
Die Rolle der Donna übernahm Meryl Streep („Silkwood“) und vor allem bei ihr gab es große Bedenken, dass sie der stimmliche Herausforderung an der Rolle nicht gewachsen sei. Während in der Bühnenfassung die Kraft des Gesanges im Vordergrund steht, bringt sie jedoch das Schauspiel in die Gesangsstimme. Dies wird vor allem bei ihrer Darbietung von „The Winner takes it all“ deutlich, wo sie bislang nicht gekannte Facetten in das Lied bringt. Kannte man den Song bislang meist als ein bedrückendes Eingeständnis einer Niederlage, bringt Meryl Streep nun eine ohnmächtige Wut in das Lied, die bemerkenswert dargestellt und harmonisch gesungen ist. Übertroffen wird sie im Gesang nur noch von Amanda Seyfried („Girls Club – Vorsicht bissig!“) die in der Rolle der Sophie eine bemerkenswerte Sangesdarbietung zeigt. So ist es sicherlich auch kein Zufall, dass „Slipping through my fingers“ zu den stärksten Momenten des Films gehört. Hier bieten Filmmutter Streep und Tochter Seyfried eine gänsehaut-taugliche, zutiefst rührende Mischung aus gesungenen Emotionen und dargestellter Melancholie. Leider kann die dritte zentrale Figur im Film gesanglich da nicht einmal annähernd mithalten. Pierce Brosnan („James Bond 007 - Die Welt ist nicht genug“) hat seine Stärken eindeutig in den Momenten, wo es ausreicht zu schauspielern. Wenn er aber die Stimme zum Gesang erheben muss, gibt er einen Eindruck davon ab, wie es klingen würde, wenn Tom Waits die Lieder von ABBA zum Besten gibt. Dieser Gedanke alleine ist schon etwas gewöhnungsbedürftig, allerdings kommt in diesem Fall noch erschwerend hinzu, dass Pierce Brosnan leicht erkennbar kein guter Sänger ist. Da seine Rolle aber gerade bei den Songs seine ganz starken Momente hat, fällt er teils doch eher negativ auf. Im Grunde kann man da nur froh sein, dass die Musicalnummer „Knowing me, knowing you“ es nicht von der Bühne auf die Leinwand schaffte, denn bereits bei „S. O. S.“ werden seine gesanglichen Grenzen mehr als deutlich aufgezeigt. Doch da der Rest des Films durchweg positiv auftritt, fällt der teilweise Ausfall von Pierce Brosnan nicht weiter negativ ins Gewicht, er selbst kann auch einiges wieder selbst durch sein Schauspiel kompensieren.
Stellan Skarsgård („Fluch der Karibik 2“) und Colin Firth („Bridget Jones“) sind zwar ebenfalls nicht unbedingt die großen Gesangstalente, allerdings sind ihre Rollen weitaus weniger ernst angelegt und für lockere Stimmung reichen ihre Leistungen allemal aus. Wenn Skarsgård am Ende im Duett „Take a chance on me“ singt, gerät seine Stimme durch die witzigen Aktionen drum herum komplett in den Hintergrund und bei Firths Darbietung von „Our Last Summer“ sind es sein akzentuierter britischer Akzent und die stimmungsvollen Aufnahmen, die davon ablenken, dass er eine stimmlich recht überschaubare Leistung abliefert. Donnas Freundinnen Rosie und Tanya werden hinsichtlich der Anforderungen an Gesang und Tanz zwar deutlich mehr gefordert, doch können beide Darstellerinnen hier auch ganz klar punkten. Julie Walters („Harry Potter und der Stein der Weisen“) übernimmt bei „Take a chance on me“ nicht nur darstellerisch die Führung und Christine Baranski („Der Grinch“) versteht es bei „Does your mother know?“ durch Gesang, Mimik und Tanz mit ihrem jugendlichen Partner zu spielen und dadurch das Publikum zu gewinnen. Wenn Meryl Streep, Julie Walters und Christine Baranski ihre Auftritte als „Donna and the Dynamos“ haben, kann man als Zuschauer dann gar nicht anders, als sich von der gute Laune mitreißen zu lassen. Zuviel vergleichen sollte man Musical und Film aber nicht, da beides eigenständige Produktionen sind, die jede für sich bestens unterhalten kann. Das Bühnenstück hat seine Stärken dabei eindeutig im Gesang, während der Film eine große Portion Schauspielkunst einbringt. Wer ABBA mag kommt im Grunde an beiden Unterhaltungsformen nicht vorbei. Aber auch wer nur bedingt was mit der Musik anfangen kann, wird sicherlich Vergnügen am lockeren Treiben auf Donnas kleiner griechischen Insel haben.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht liegt auf einem oberen Durchschnittslevel und versteht es vor allem durch seine kräftigen Farben, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr gut verständlich und nutzt vor allem bei der Musik auch die hinteren Lautsprecher. Während der in englisch belassenen Musicaleinlagen werden automatisch deutsche Untertitel eingeblendet.
Neben einem Audiokommentar mit Regisseurin Phyllida Lloyd und einer Sing-A-Long-Version des Films gibt es auch ein ausführliches Making Of geboten, welches über zusätzliche Features außerhalb des Menüpunktes „Das Making Of Mamma Mia!" noch weiter ergänzt wird. Neben dem gewohnten gegenseitigen Verteilen von Komplimenten gibt es dabei einiges über die Entstehung des Films zu erfahren. Es wird erklärt, auf welchen Nuancen beim Gesang geachtet, wie die Choreographie erarbeitet und die Kulisse gebaut wurde. Zudem gibt es einen sehr guten Eindruck davon, wie unterschiedlich die Künstler an die für sie ungewohnten Gesangseinlagen heran gingen. Des Weiteren gibt es noch rund 8 Minuten nicht verwendeter Szenen, die nicht verwendete, aber für den Film bereits komplett erstellte Musicaleinlage„The name of the game“, knapp 1,5 Minuten Späße am Set, einen Eindruck von Björn Ulvaeus’ Gastauftritt und das Musikvideo „Gimme! Gimme! Gimme!“. Insgesamt sehr gute Extras, die nur wenig Wünsche offen lassen und gut zu unterhalten und informieren verstehen.
Fazit:
„Mamma Mia!“ ist eine äußerst gelungene Umsetzung des Musical-Hits, bei der vor allem Meryl Streep in ihrer Rolle als Donna und Amanda Seyfried als Sophie gesanglich zu überzeugen wissen. Hinsichtlich des Gesangs hat der Film sicherlich weniger zu bieten als die Bühnenversion, dafür bringt er aber eine gehörige Portion Schauspielkunst in die Musik. Zusammen mit den träumerischen Kulissen und der mitreißend fröhlichen Art, bietet der Musical-Film bestes „Feel Good“-Kino, das die Sonne in die Herzen, ein Lächeln ins Gesicht und den Rhythmus in die Füße bringt.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,40:1
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104:12 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Dänisch, Deutsch, Englisch, Finnisch, Norwegisch, Schwedisch |
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Bonusmaterial:
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- Sing-A-Long-Modus
- Audiokommentar mit Regisseurin Phyllida Lloyd
- Unveröffentlichte Szenen
- Verpatzte Szenen
- Das Making Of "Mamma Mia!"
- Nicht verwendete Musicalnummer „The name of the game“
- Anatomie der Musicalnummer „Lay all your love on me“
- Wie man Sängerin wird
- Ein Einblick in "Mamma Mia!"
- Musikvideo „Gimme! Gimme! Gimme!“
- Björn Ulvaeus´ Gastauftritt
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Mamma Mia!
Mamma Mia!
Eine mitreißend bezaubernde Adaption des Hit-Musicals für die Leinwand
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / UK / Deutschland, 2008 Regie: Phyllida Lloyd Drehbuch: Catherine Johnson Darsteller: Meryl Streep, Amanda Seyfried, Pierce Brosnan, Julie Walters, Christine Baranski, Stellan Skarsgård, Colin Firth, Dominic Cooper, Rachel McDowall, Ashley Lilley, Ricardo Montez
Label :
Universal Pictures Germany
Verkaufsstart : 27.11.2008
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