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Kino-Besprechung - Tintenherz
Story:
Die 12jährige Meggie (Eliza Hope Bennett) weiß nicht so recht, wieso sie seit dem rätselhaften Verschwinden ihrer Mutter (Sienna Guillory) vor 9 Jahren mit ihrem Vater Mo (Brendan Fraser) quer durch Europa ziehen muss. Als ein mysteriöser "alter Bekannter" namens Staubfinger (Paul Bettany) auftaucht, muss Mo mit der Sprache herausrücken: Er verfügt über die Fähigkeit, fiktive Charaktere und Gegenstände aus Büchern "herauszulesen" - allerdings nicht, ohne eine reale Person dafür in das Buch zu schicken. Mutter Resa verschwand damals, als er aus einem Buch namens "Tintenherz" neben Staubfinger auch die Bösewichte Capricorn (Andy Serkis) und Basta (Jamie Foreman) unbeabsichtigt herausholte. Verzweifelt wird nach einer Kopie des seltenen Buches gesucht, um Resa zu retten und Staubfinger in seine Welt zurückzuschicken - doch die Leseratten haben die Rechnung ohne Capricorn gemacht, der ganz andere Pläne mit Mos Talent hat.
Meinung zum Film:
Die Verfilmung von Cornelia Funkes ("Drachenreiter") Bestseller und erstem Teil einer Trilogie macht einiges richtig: Die Geschichte hält sich im Großen und Ganzen sehr nah an der Vorlage, ohne dabei auf eigene Ideen zu verzichten, etwa die optisch pfiffig umgesetzten Makel unvollständig herausgelesener Figuren in Form von Textpassagen-Tätowierungen. Drehorte - Originalschauplätze in Italien - Kulissen und digitale Effekte wurden sehr passend gewählt, so dass Fans des Buches sicherlich ab und an ein kleines "Wow, genauso hab ich mir das beim Lesen vorgestellt" murmeln können. Für Nichtkenner des Buches werden die Eckpfeiler der Geschichte zügig eingeführt, um nach einem etwas verwirrenden Start die wichtigsten Punkte und Figuren für den Rest des Filmes parat zu haben.
An dieser Stelle liegt jedoch schon einer der Gründe begraben, wieso - man möge das Wortspiel verzeihen - der Funke nicht recht überspringen will. Die Kürze des Films, der gerade einmal knapp über 100 Minuten läuft, resultiert in einem ständigen Kommen und Gehen von neuen und alten Figuren, deren Charakterisierung und Relevanz eindeutig zu kurz kommen und man selbst mit den Hauptpersonen nicht richtig "warm" werden kann. Zwanzig Minuten mehr hätten sicherlich wahre Wunder gewirkt. Das im Vergleich zum Buch stark abgemilderte Ende des Films tut sein übriges, das Interesse des Zuschauers an einem weiteren Abenteuer sinken zu lassen.
Auch die Besetzung kann man leider nur als durchwachsen bezeichnen. Während Helen Mirrens ("Gosford Park") Elinor, Paul Bettanys ("Der DaVinci Code") Staubfinger und Andy Serkis' ("Herr der Ringe" Trilogie) Capricorn erstklassige und passende Performances ablegen, kann man Brendan Frasers ("Die Mumie") Auswahl als Mo nur als ungünstig bezeichnen. Auch wenn Cornelia Funke selbst beim Schreiben an Fraser in dieser Rolle gedacht haben soll, so macht es das "Abenteurer-Image" des Schauspielers recht schwer, ihm den besorgten Vater und widerwilligen Helden abzunehmen. Die 16jährige Eliza Hope Bennett ("Der Prinz und ich") wirkt außerdem deutlich zu alt für Meggie, auch wenn sie ansonsten eine solide Leistung abliefert.
Fazit:
"Tintenherz" ist ein etwas zu kurz und dadurch unübersichtlich geratener, aber dennoch empfehlenswerter Fantasy-Film und eine gute Buchumsetzung - aber keine sehr gute. Fans des Buchs könnten etwas enttäuscht werden, Nicht-Kenner werden sich sicherlich weniger an unpassenden Besetzungen stören.
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Tintenherz
Inkheart
Wenn Romanfiguren lebendig werden...
Autor der Besprechung:
Thomas Beckmann
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK, USA, Deutschland, 2008 Regie: Iain Softley Drehbuch: David Lindsay-Abaire Darsteller: Brendan Fraser, Paul Bettany, Helen Mirren, Jim Broadbent, Andy Serkis, Eliza Hope Bennett, Rafi Gavron
Verleiher:
Warner Bros.
Kinostart : 11.12.2008
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