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DVD-Besprechung - Ruinen
Story:
Jeff (Jonathan Tucker), Amy (Jena Malone), Stacy (Laura Ramsey) und Eric (Shawn Ashmore) lassen sich als Abschluss ihres Mexiko-Urlaubes dazu überreden, zusammen mit dem deutschen Touristen Matthias (Joe Anderson) und dem Griechen Dimitri (Dimitri Baveas) eine vergessene Maya-Ruine zu besuchen, die in keinem Touristenführer genannt wird und auch auf keiner Karte mehr verzeichnet ist. Doch kaum ist die Gruppe an der Ruine angekommen, gibt es schon die ersten Probleme, als eine Gruppe Mayas sie mit Waffengewalt davon abhält, die Zone um das Bauwerk wieder zu verlassen. Die junge Leute ziehen sich auf die Spitze des Maya-Tempels zurück und bekommen recht bald eine Idee davon, was die Mayas zu ihrem Verhalten bewegt.
Meinung zum Film:
„Ruinen“ ist das Spielfilmdebüt von Regisseur Carter Smith und beruht auf dem Roman von Scott B. Smith, der auch selbst die Umsetzung seines Werkes zum Drehbuch vornahm. Der Grundplot der Geschichte ist recht vielversprechend, was die Spannung anbetrifft, hinsichtlich Neuerungen für das Horrorkino lässt er allerdings wenig Raum für große Erwartungen. Eine Gruppe jugendlicher Urlauber, die bei einem Abstecher ins Inland mit einer tödlichen Gefahr konfrontiert wird, gibt es in regelmäßigen Abständen immer wieder auf der Leinwand und den Bildschirmen in Neuerscheinungen zu sehen. Genrefans werden dies aber sicherlich gerne verzeihen, wenn zumindest die Spannung und der Horrorfaktor stimmen und in ihren Bann zu ziehen verstehen.
Was die Spannung anbetrifft, hat „Ruinen“ dann auch einige stimmungsvolle Momente zu bieten. Nachdem zu Beginn ein Spannungsteaser geboten wird, geht es anschließend erst einmal für ein paar Minuten mit einer knappen Einführung der einzelnen Charaktere weiter. Mit dem anschließenden Eintreffen an der Maya-Ruine und dem Tod des Ersten der Gruppen, wird die Story zunehmend temporeich vorangetrieben. Die Urlauber suchen nach Möglichkeiten, um aus ihrem Gefängnis auf dem Maya-Tempel zu entkommen, während die Mayas am Fuß des Tempels immer deutlicher machen, dass sie keinesfalls vorhaben, irgendjemanden aus der Gruppe von dem Ort entkommen zu lassen. Blut und Goreeffekte gibt es dabei auch hinreichend geboten und bei manch einer Szene ist es schon erstaunlich, dass die FSK diese mit dem „Freigegeben ab 16 Jahren“ durchgingen ließ, da in vergangener Zeit doch eher eine strengere Haltung gegenüber Gore-Effekten zu erkennen war. Natürlich ergibt sich aus dem ganzen Szenario auch recht bald die Frage, was genau die Motivation für das Verhalten der Mayas ist. Mit dem Abstieg in das Innere des Bauwerks gibt es dann nach und nach in kleinen Häppchen eine Erklärung geliefert, die durchaus stimmig ist, aber auch nicht vollends überzeugen kann. Und das ist dann auch die große Crux des Filmes – es gibt viel zu viele Ungereimtheiten, nicht nachvollziehbare Verhaltensweisen und dadurch reichlich verschenktes Potential.
Die Charaktere selbst sind profillose Abziehbilder, wie man sie aus zahlreichen anderen Horrorproduktionen kennt, weswegen man dieses Problem noch am ehesten verziehen kann. Etwas anders ist es dann aber mit den Verhaltensweisen. So geraten die beiden Frauen zum Beispiel ständig wegen jeder Kleinigkeit in Panik, als bei Stacy dann aber eine Ranke aus einer Schnittwunde wächst, scheint das kein allzu großes Problem zu sein. Die Gefahr, die auf die Gruppe wartet, ist von der Idee gesehen erfrischend unverbraucht. Doch in seiner Umsetzung kann man als Horrorfreund am Ende nur bedauern, dass hier nicht das Potential hinreichend genutzt wurde, um den Plot packender zu inszenieren. Es bleiben am Ende nicht nur unzählige Fragen über den Hintergrund der Bedrohung offen, sondern zudem gibt es auch zahlreiche Momente, die einfach nur platt erscheinen. Das beginnt mit der Frage, wieso die Maya-Ruine als großes, vergessenes Geheimnis gilt, obwohl sie so leicht zu erreichen ist, dass Amy zu Fuß in FlipFlops dort ankommt, und endet noch lange nicht mit der Frage, warum die Mayas nicht einfach kurzen Prozess machen und die Eindringlinge an Ort und Stelle töten. Für den kleinen Horror zwischendurch reicht „Ruinen“ sicherlich aus. Ohne groß nachdenken zu müssen kann man sich als Genrefreund von den Bildern berieseln lassen und einen recht spannend Filmabend genießen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht hinsichtlich der Schärfe einen guten Eindruck. Vor allem hinsichtlich der Farbgebung und des Kontrastes kann es gut überzeugen, selbst in den dunklen Momenten kommt nicht das Gefühl auf, dass etwas Wesentliches verpasst wird. Auch in Sachen Schärfe bietet es leicht überdurchschnittliche Werte. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist gut gelungen. Wenn zum Beispiel in der Maya-Ruine aus allen Ecken Stimmen zu vernehmen sind, ist dies gut auf die Effektlautsprecher umgesetzt worden.
Neben einem interessanten Audiokommentar mit Regisseur Carter Smith und Editor Jeff Betancourt gibt es noch ein in drei Themenpunkte aufgeteiltes, insgesamt rund 35-minütiges Making Of, das zwischen Statements, ein wenig Lobhudelei, Effekt- und Produktionsdesign und Szenen vom Dreh hin und her pendelt. Des Weiteren gibt es noch drei zu Recht nicht verwendete Szenen, ein verlängertes Ende, das Genrekenner in dieser Form schon im Film erwartet hatten und den Trailer zum Film.
Fazit:
„Ruinen“ ist ein recht spannender Horrorfilm mit einigen netten, grafischen Effekten, der allerdings mit seinem löchrigen Plot und dem dummen, unglaubwürdigen Verhalten seiner profillosen Protagonisten alles andere als richtig gelungen erscheint. Für den schnellen Horrorgenuss zwischendurch sicherlich bestens geeignet, für einen bleibenden Eindruck dürfte es dann aber sicherlich nicht reichen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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86:48 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 | Türkisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch, Türkisch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mit Regisseur Carter Smith und Editor Jeff Betancourt
- Die Erschaffung der Ruinen
- Der kriechende Tod
- Erschaffung von Ruinen
- Entfernte Szenen
- Original Kinotrailer
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Ruinen
The Ruins
Düster und spannend, aber auch inhaltlich dünn und platt
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Australien / USA, 2008 Regie: Carter Smith Drehbuch: Scott B. Smith (basierend auf seinem eigenem Roman) Darsteller: Jonathan Tucker, Jena Malone, Laura Ramsey, Shawn Ashmore, Joe Anderson, Dimitri Baveas, Sergio Calderón
Label :
Paramount Home Entertainment
Verleihstart : 04.12.2008 Verkaufsstart : 18.12.2008
Vertrieb :
Rainbow Home Entertainment AG Verleihstart : 04.12.2008 Verkaufsstart : 18.12.2008
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