Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Haus des Grauens
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Haus des Grauens

Story:
3 Jahre nach dem Unfalltod seiner Eltern, hat sich Tony Ashby (Alexander Davion) von den Klippen in den Tod gestürzt, worüber seine Schwester Eleanor (Janette Scott) nie drüber hinweg kam. Ihr Bruder Simon (Oliver Reed) zeigt sich davon jedoch nur wenig beeindruckt und macht sich vielmehr Sorgen darum, wie er das Vermögen seiner Eltern in seine Finger bekommen kann, das derzeit noch von einem Treuhänder verwaltet wird. Doch 8 Jahre nach seinem vermeintlichen Freitod, steht Tony auf einmal in der Tür und es stellt sich die Frage, ob er es wirklich ist, oder ob es sich bei ihm um einen Betrüger handelt, der auf der Jagd nach dem Millionenerbe ist.

Meinung zum Film:
Die Hammer-Studios wagten sich mit „Haus der Grauens“ weg vom gewohnten Horror-Genre, hin zu einer Mischung aus Drama und Thriller, bei dem man nicht unbedingt erkennen kann, dass er aus der bekannten Hammer-Studios stammt. Hinter der Kamera agierten mit Regisseur Freddie Francis („Die Todeskarten des Dr. Schreck“) und Drehbuchautor Jimmy Sangster („Dracula und seine Bräute“) zwei bekannte Größen im Hammer-Universum, die den Sprung möglichst glatt vollziehen sollten. Mit Oliver Reed („Gladiator“) stand ihnen dabei ein Hauptdarsteller zur Verfügung, der zwei Jahre zuvor bereits in der Hammer-Produktion „Der Fluch von Siniestro“ eine beeindruckende Leistung hinlegte und nun in „Haus des Grauens“ mit dem Part des Simon erneut einen bemitleidenswerten Charakter spielen konnte.

Simon ist der überdrehte Millionenerbe in spe, der am liebsten das ganze Vermögen mit Luxusgütern, Frauen und Alkohol durchbringen würde. Allerdings hält der Vermögensberater ihn an der kurzen Leine und schränkt ihn seine finanziellen Mitteln für ihn schmerzlich ein. Doch Simon ist kein Kind von Traurigkeit und erpresst sich über den Sohn des Verwalters schon mal ein wenig Kleingeld, das er anschließend im Pub verprassen kann. Doch neben seiner Vergnügungssucht lässt er auch immer wieder eine gehörige Portion Irrsinn durchblicken. Mit irren Blick und beängstigendem Verhalten lässt es sich schnell erahnen, dass es um seinen Geisteszustand nicht sonderlich gut bestellt ist. Ähnlich wirr, wenn auch aus anderer Motivation heraus, agiert auch Janette Scott („Der Teufelsschüler“) in der Rolle der Eleanor. Der Freitod ihres Bruders, der immer der ruhende Pol in ihrem Leben war und ihr stets Halt gab, hat sie auch nach den vielen Jahren noch nicht verkraftet und bringt sie selbst an den Punkt im Leben, an dem sie keinen Grund mehr darin sieht, weiterleben zu wollen. Leider übertreiben es Reed und Scott teilweise in der Darstellung ihrer extremen Emotionen, vor allem zu Beginn wirken die Ausbrüche doch reichlich überzogen und dadurch teils doch etwas albern. Erst mit fortlaufender Spielzeit halten diese sich in annehmbaren Grenzen.

Das Drehbuch selbst hat auch das ein oder andere dramaturgische Problem. Der Einstieg ist nicht nur wegen den überzogenen Emotionsausbrüche nicht ganz glatt und als die Story knapp nach der Hälfte ein wenig ins Leere zu laufen scheint, wird ein maskierter Angreifer präsentiert, der in einem Schuppen zuvor an der Orgel spielte und mit schräger Fistelstimme dabei sang. Das ganze wird am Ende zwar aufgeklärt, doch wirkt der gesamte Rahmen dabei ein wenig zu unausgegoren und oberflächlich. Es wurde versucht, zu viele Ebenen in die knappen rund 76 Minuten zu packen und dabei vergessen, diese angemessen zu umschreiben und zu präsentieren. Schlecht ist das „Haus des Grauens“ dabei aber keinesfalls, nur neigt der Film teilweise zu stark zu einem Drama, ohne dabei jedoch richtig Tiefe in di Charakteren und ihre Schicksale zu bringen. Wer die Erwatungshaltungen an eine Hammer-Produktion, dass diese auch einen gewissen Spannungsfaktor beinhalten muss, dürfte dabei richtig enttäuscht werden. Denn als weitestgehend oberflächliches Psychodrama hat der Film sicherlich seinen Reiz und dürfte Freunde dieser Art Film kurzweilig unterhalten. Wer allerdings in erster Linie spannende Unterhaltung sucht, wird kaum sein Glück in diesem Anwesen des Schreckens finden.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht für sein hohes Alter einen guten Eindruck. Defekte (inkl. einem Jumpcut) sind nur vereinzelt zu sehen, Rauschen ist nicht störend zu erkennen und die Schärfe weiß ausreichend zu gefallen. Das leichte Nachziehen bei schnellen Bewegungen kann problemlos verzeihen werden. Der deutsche Ton ist gut zu verstehen, lediglich die üblichen Spitzen in hohen Tönen sind noch Zeugen der frühen Entstehungszeit.

Als Extra gibt es auf der DVD lediglich einen Bildergalerie mit Werbematerial und Artworks. Doch wie bei der Hammer-Reihe aus dem Hause Koch Media üblich, liegt der DVD im Schuber wieder ein sehr informatives Booklet bei, das einige interessante Fakten zum Film bietet.

Fazit:
„Das Haus des Grauens“ kann in Sachen Spannung kaum überzeugen. Dafür versteht er es aber auf Ebene eines Psychodramas durchaus kurzweilig zu fesseln. Doch die recht oberflächlich erzählte Geschichte, das teils überzogene Leiden der Protagonisten und der etwas schleppende Erzählfluss können auch in diesem Genrebereich nicht für großes Kino sorgen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
76:44 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Bildergalerie
  • Booklet
Haus des Grauens - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Haus des Grauens
Paranoiac

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein oberflächlichs Psychodrama mit überschaubarer Spannungskurve


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK, 1963
Regie:
Freddie Francis
Drehbuch:
Jimmy Sangster (basierend auf einem Roman von Josephine Tey)
Darsteller:
Oliver Reed, Janette Scott, Alexander Davion, Sheila Burrell, Maurice Denham, Alexander Davion, John Bonney, John Stuart

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
05.12.2008