 |
DVD-Besprechung - Sliders - Staffel 4
Story:
In der vierten Staffel kehren die Sliders endlich wieder in die Heimatwelt von Quinn und Rembrandt zurück. Doch die beiden erkennen die Erde nicht wieder: Während ihrer Abwesenheit hat ein Krieg getobt und Außerirdische namens Kromaggs haben die Menschen versklavt. Nachdem die Sliders ihre Familien und sich selbst in Sicherheit gebracht haben, brechen Quinn und seine Freunde in weitere Paralleldimensionen auf, in denen sie sich gegen bedrohliche Sekten, hungrige Zombies und unheilvolle Drogen wehren müssen. Und dabei gilt es, immer vor den mies gelaunten Kromaggs auf der Hut zu sein.
Meinung zum Film:
Wie richtet man eine eigentlich gute Fernsehshow effektiv zu Grunde? Schauen wir uns doch einmal das Beispiel "Sliders" an. Ursprünglich hatte die Serie alles, was eine gute Show ausmacht: tolle Darsteller, spannende Storys und eine stimmige Mischung aus Action und Science Fiction. Doch dann begannen die Modernisierungsmaßnahmen des Senders und das Grauen nahm seinen Lauf. Während der dritten Staffel, deren Geschichten bereits aus billigen Film-Rip-offs bestanden, feuerte man John Rhys-Davies und ließ seine Figur, Professor Arturo, in der Versenkung verschwinden. Als wenig überzeugenden Ersatz brachte man Kari Wuhrer ins Spiel, die als junge, weibliche Captain Maggie Beckett wohl mehr Zuschauer unter der jugendlichen Zielgruppe anlocken sollte. Das funktionierte allerdings nicht so wirklich - und der ursprüngliche Sender Fox setzte die "Sliders" zum Ende der dritten Staffel ab.
Das was aber (leider) noch lange nicht das Ende der Show, denn der Pay-TV-"SciFi"-Channel (der später unter anderem auch die zweite Heimat von "Stargate SG-1" werden sollte) übernahm die Rechte und ließ zwei weitere Staffeln produzieren. Zum Besseren wendete sich dadurch allerdings nichts. Sabrina Lloyd, die Quinns Freundin Wade spielte, hatte die Show nun ebenfalls verlassen, wodurch man nun nicht nur mit schlechter werdenden Drehbüchern, sondern auch mit gleich zwei fehlenden Hauptfiguren zu kämpfen hatte. Dass man sich für das Verschwinden aber auch noch eine derart abgedrehte Story ausdachte, hätte wirklich nicht sein müssen: Quinn findet endlich zu seiner Heimatdimension zurück, doch die Erde ist nicht mehr so, wie er sie in Erinnerung hatte. Die fiesen außerirdischen Kromaggs haben nämlich mittlerweile das Ruder übernommen und Wade und Rembrandt entführt, die bereits dort gelandet waren. Rembrandt kann befreit werden, aber Wade bleibt verschollen. Tja, so einfach wird man eine Figur los ...
Damit hören die bescheuerten Ideen der Drehbuchautoren leider aber noch längst nicht auf. Im Gefängnis der Kromaggs trifft Quinn nämlich auf seine Mutter und die erzählt ihm Erstaunliches: Seine Familie ist eigentlich gar nicht seine "echte" Familie und er entstammt eigentlich einer anderen Dimension. Quinns wahre Eltern haben ihn durch die Dimensionen geschickt, weil ihre eigene Welt von den Kromaggs angegriffen wurde. Ja, sehr kreativ und einfallsreich - und überhaupt kein bisschen von "Superman" geklaut. Dass diese Wendung innerhalb der Storyline mal so eben nebenbei das Ziel von Quinns Dimensionsreisen bzw. der Serie insgesamt über den Haufen wirft und damit sämtliche Abenteuer der ersten drei Staffeln praktisch für die Katz' waren, hat wohl niemanden der Verantwortlichen gestört. Dafür konzentrierte man sich nun lieber auf ein gespannteres Verhältnis zwischen den einzelnen Figuren, die sich plötzlich - aus nicht wirklich ersichtlichen Gründen - alle an die Gurgel gingen. Was passiert sonst noch so in der vierten Staffel? Quinn will nun natürlich seine echte Heimatdimension finden, außerdem findet er in der Folge "Bruder aus einer anderen Welt" zufällig seinen Bruder Colin, der von Jerry O'Connells echtem Bruder Charlie O'Connell gespielt wird und der Show bis zum Ende dieser Staffel erhalten bleibt. Dass es inhaltlich noch furchtbarer geht, zeigte später dann übrigens Season fünf ...
Digitale Aufarbeitung:
Die vierte Staffel "Sliders" hat nach wie vor mit den Problemen der früheren Seasons zu kämpfen. Das Bild wirkt insgesamt sehr weich und die Farben könnten kräftiger sein. Allerdings verhält sich das Rauschen relativ unauffällig und die Kompression bereitet nur wenige Probleme. Der Sound liegt in Deutsch und Englisch als Stereo-Spur vor.
Bonusmaterial ist in dieser Staffelbox nicht enthalten.
Fazit:
"Sliders" bekam leider nach dem unfreiwilligen Ausstieg von John Rhys-Davies viele Probleme und nun verabschiedete sich auch noch Sabrina Lloyd, wodurch der vierten Staffel gleich zwei Hauptfiguren fehlen. Dafür bekommt der Zuschauer furchtbar absurde Geschichten vorgesetzt, die das eigentliche Ziel der bisherigen Folgen mal so eben über den Haufen werfen. Somit ist diese Staffel nur noch für "Sliders"-Komplettsammler interessant, da auch die mittelmäßige technische Qualität und die fehlenden Extras keinen zusätzlichen Kaufanreiz bieten.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,33:1
|
22 Folgen à ca. 45 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
|
Untertitel:
|
|
Keine Untertitel vorhanden. |
|
Bonusmaterial:
|
|
|
|  |
Sliders - Staffel 4
Sliders - Season 4
Wie man eine gute Serie effektiv kaputt macht ...
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1998 Regie: Reza Badiyi u.a. Drehbuch: David E. Peckinpah u.a. Darsteller: Kari Wuhrer, Cleavant Derricks, Jerry O'Connell, Charlie O'Connell
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 05.12.2008
|