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DVD-Besprechung - Freche Mädchen

Story:
Mila (Emilia Schüle), Hanna (Selina Shirin Müller) und Kati (Henriette Nagel) sind beste Freundinnen - sie sind immer füreinander da, auch bei Schulstress und Liebesproblemen. Und davon haben Mila, Hanna und Kati mehr als genug: Die begabte Sängerin Hanna will an einer Castingshow teilnehmen und verkracht sich deshalb mit ihrem Freund Branko (Ben Unterkofler); Kati verknallt sich währenddessen in den obercoolen neuen Mitschüler Brian (Wilson Gonzalez Ochsenknecht). Der macht aus einem Gedicht, das Mila geschrieben hat, einen Song für seine Band, und schon ist Kati tierisch eifersüchtig!

Meinung zum Film:
Mila, Kati und Hanna sind die besten Freundinnen - und sie haben ein gemeinsames Problem: ihre nervige Deutschlehrerin Frau Kempinski (Anna Böttcher). Die nimmt nämlich nie Diktate aus den im Handel erhältlichen Deutschbüchern, sondern denkt sich eigene aus - eine Katastrophe für die rechtschreibschwache Mila. Schnell finden die drei Mädchen einen Lösungsansatz: Wer sich selbst Diktate ausdenkt, hat einfach zu viel Zeit und keinen Mann! Also muss einer gefunden werden - und schnell kommt man auf die Idee, die Fachbereiche Deutsch und Musik zu verkuppeln. Denn Musiklehrer Mc Donald (Piet Klocke) ist ebenfalls Single. Das hat aber vielleicht bald ein Ende, denn die drei Freundinnen mischen einen magischen Liebestrank, der es zwischen Mc Donald und Kempinski funken lassen soll. Und tatsächlich - es funktioniert! Doch damit fängt das Chaos erst richtig an ...

Frau Kempinski wird nämlich schwuppdiwupps schwanger und als Ersatz für sie kommt der neue Referendar Pit Winter (David Rott), in den sich Mila Hals über Kopf verliebt. Dumm nur, dass dieser ein richtiger Langweiler ist und nur seinen Unterrichtsstoff im Kopf hat. Als sich Winter dann auch noch als neuer Freund ihrer Mutter (Anke Engelke) herausstellt, wird der neue Schwarm schnell abgeschrieben. Doch vermeintliche Abhilfe naht bereits in Form des neu in die Klasse gekommenen Musikers Brian (Wilson Gonzalez Ochsenknecht) ... Auch Kati und Hanna haben diverse Liebesprobleme. Während die talentierte Sängerin Hanna bei einer TV-Casting-Show mitmachen möchte, was ihrem Freund, dem sportlichen Branko so gar nicht gefällt, da er das für dämlich und albern hält, verknallt sich Kati ständig in irgendjemand anderen. Zuerst ist es der ewig hungrige Tobi, der sich aber mehr für ihr Essen als für sie selbst interessiert, dann kommt ihr Cousin an die Reihe, der aber nur ein Wochenende lang zu Besuch ist - und schließlich himmelt sie auch noch Brian an, der allem Anschein nach aber eher auf Mila steht - oder vielmehr ihre Texte. Zu einem echten Streit kommt es trotzdem nicht, denn bald merken die drei Mädchen, dass echte Freundinnen viel wichtiger sind als irgendwelche dahergelaufenen Kerle.

"Freche Mädchen" basiert auf vier der erfolgreichen Romane von Bianka-Minte König aus der Reihe "Freche Mädchen, freche Bücher", die seit mehreren Jahren im Thienemann-Verlag erscheinen. Die Beliebtheit der Bände dürfte daher stammen, dass die Autorin Geschichten ganz normaler Mädchen von nebenan erzählt, die aber auf ihre Art immer in gewisser Weise Heldinnen sind. Zudem zeichnet eine jugendgerechte, ungekünstelte Sprache die Bücher aus, wodurch sich die jugendlichen Leserinnen schnell mit den Figuren identifizieren können. "Freche Mädchen" setzt dieses Prinzip gut um und ist dadurch ebenfalls ein unterhaltsamer Spaß für alle Teenie-Mädels. Allerdings gibt es auch ein paar Kritikpunkte, die teilweise auf die Vorlage, teilweise auf die filmische Umsetzung zurückzuführen sind. Unter anderem merkt man den Film öfters deutlich an, dass er auf vier einzelnen Geschichten beruht, denn trotz der einigermaßen gelungenen Verwebung der Plots wirkt der Streifen oft stark episodenhaft und man kann relativ deutlich nachvollziehen, aus welchen einzelnen Handlungssträngen sich die "Gesamtstory" zusammensetzt. Ein Problem, das bereits die Bücher haben, ist die stark übertriebene Zeichnung der Nebenfiguren. Alle Charaktere außer den drei Mädchen selbst bleiben insgesamt etwas blass und eindimensional. Dies trifft besonders auf die männlichen Figuren zu, die hier oftmals nur als Mittel zum Zweck dienen, sowie auf die Lehrer, die - wie in Jugendbüchern gerne mal üblich - total überspitzt dargestellt werden. Jeder hält sein eigenes Fach für das einzig wichtige und wenn man sieht, wer die Lehrkräfte verkörpert - Piet Klocke, Armin Rohde, Michael Kessler -, weiß man schon alles ... Generell ist schade, dass man für "Freche Mädchen" mal wieder auf die ewig gleichen Darsteller zurückgegriffen hat. Seit dem "Räuber Hotzenplotz" tauchen Armin Rohde und Piet Klocke in gefühlt jedem zweiten Kinder-Unterhaltungsfilm auf, Anke Engelke sieht man sowieso ständig irgendwo und zu guter Letzt springt sogar noch der wohl mittlerweile unvermeidliche Christian Tramitz durchs Bild. Die Zielgruppe des Films (die sich wohl auch über das Auftauchen eines der Ochsenknecht-Sprösslinge freut ...) dürfte das aber vermutlich nicht stören, denn trotz allem bietet "Freche Mädchen" anderthalb Stunden gute Unterhaltung für Kids, ohne dabei zu übertrieben tiefgründig zu werden.

Digitale Aufarbeitung:
Die DVD macht eine sehr gute Figur und gefällt durch einen klaren, sauberen Transfer mit natürlichen Farben. Hintergrundrauschen oder Kompressionsprobleme fallen kaum auf und auch die Schärfe kann überzeugen. Der Ton liegt in Dolby Digital 5.1 sowie dts 5.1 vor. Die dts-Spur wäre eigentlich nicht nötig gewesen, da sie hier genrebedingt kaum Trümpfe ausspielen kann. Insgesamt wirkt sie zwar im Höhenbereich etwas brillanter als ihr Dolby-Pendant, doch einen wirklichen Vorteil merkt man nicht, da der Film nahezu ausschließlich aus Dialogen besteht.

Als Bonusmaterial gibt es kurze Interview-Clips mit Cast- und Crew-Mitgliedern sowie der Autorin der Buchreihe. Das 22-minütige Making Of ist leider eins aus der Reihe, die am Wochenende gern mal auf den Privatsendern läuft, und daher sehr promolastig. Hinter dem Namen "Bonusfilme" verstecken sich fünf kurze Behind-the-Scenes-Clips, die unter anderem zeigen, wie der Basketballwurf des Sportlehrers realisiert wurde. Leider überschneidet sich das dreiminütige "Visuelle-Effekte-Showreel" zum Teil mit diesen Clips ... Zum Abschluss gibt es noch zwei Musikvideos von Selina, die auch die "Hanna" im Film spielt. Beim Mastering scheint allerdings etwas schief gelaufen zu sein, denn der Song "Ich bin nicht mehr ich" ist ausschließlich in der Karaoke-Version vorhanden, selbst wenn man nicht den Menü-Punkt "Karaoke-Version" auswählt.

Fazit:
"Freche Mädchen" ist ein unterhaltsamer Filmspaß für Mädchen, der auf lockere Art die Wichtigkeit von Freundschaft zeigt, ohne dabei allerdings allzu tiefgründig zu werden. Die DVD präsentiert den Film in sehr guter Qualität, das Bonusmaterial hätte jedoch etwas reichhaltiger und informativer ausfallen dürfen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
2,35:1
2,35:1
92:34 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial:
  • Interviews
  • Making Of
  • Bonusfilme
  • Visuelle-Effekte-Showreel
  • Abschluss-Song: Selina: "Sag mir"
  • Musikvideo: Selina: "Ich bin nicht mehr ich"
Freche Mädchen - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Freche Mädchen
Freche Mädchen

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Unterhaltsamer Mädchen-Filmspaß ohne viel Tiefgang


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2008
Regie:
Ute Wieland
Drehbuch:
Maggie Peren
Darsteller:
Emilia Schüle, Henriette Nagel, Selina Shirin Müller, Jonathan Beck, Wilson Gonzalez Ochsenknecht, Anke Engelke

Label Deutschland :
Constantin Film
Verkaufsstart Deutschland :
18.12.2008